Mittwoch, 23. August 2017

Der Knochensammler #1 Die Ernte

Titel: Der Knochensammler #1 Die Ernte
Reihe: Ja - Band 1 der - Der Knochensammler - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Fiona Cummins
 Genre: Thriller
ISBN: 978-3-651-02499-1
Preis: 14,99 $ (D) Klappenbroschur
Seiten: 480
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 23. März  2017
     
Ein kleiner Junge in einem Gefängnis aus Knochen. Jahrelang hat er nach diesem äußerst seltenen Stück gesucht, unter den Toten wie unter den Lebenden.

Er sammelt aus Leidenschaft. Knochen. Menschliche Knochen.
Doch das Herzstück fehlt ihm noch in seiner Sammlung.
Die Knochen von Jakey. Einem sechsjährigen Jungen, der am Münchmeyer-Syndrom leidet, einer seltenen Knochenkrankheit, die Jakeys Körper langsam verknöchern lässt ...

Das Cover ist natürlich wieder ziemlich klassisch für einen Triller. Die Farben weiß, rot und schwarz (grau) sind dominierend. Dazu die gekreuzten Knochen, welche natürlich wieder gut zum Titel passen. Alles in allem also eher ein Cover das doch etwas zwischen seinen Brüdern untergehen kann.
Erster Satz - In stillen Winternächten, wenn der Mond sich trüb im River Quaggy spiegelt, rufen sie Toten nach ihm. 
Os parietale.
Scapula.
Fibula.
Der Knochensammler kennt sie alle. Streicht sanft mit den Fingern über seine Schätze und atmet den süßen Geruch von Tod und Verwesung tief ein. Doch seine Jagd ist nie beendet. Längst ist neue Beute in Sicht. Zwei Kinder, gezeichnet durch seltene Knochenverformungen, sind längst auf seinem Radar. Er will sie. Unbedingt. Und er wird alles tun, um sie zu bekommen. Alles.

"Siehe, ich will Odem in euch bringen."

Eine junge Polizistin liegt der Fall schwer im Magen. Zu groß scheint die Ähnlichkeit mit einem anderen. Dann wieder ganz anders. Als sich langsam die Puzzleteile zusammenfügen scheint alles aussichtslos. Der Täter fühlt sich sicher und die Kinder, scheinen längst verloren.

Die Charaktere haben mich so ein klein wenig fertig gemacht. Denn auf der einen Seite fand ich sie toll und dann waren wieder solche Nieten dabei, die einfach austauschbar und durchsichtig waren.
Beginnen wir mal bei den tollen. Ganz vorne der Serienmörder. Nicht weil ich ihn sympathisch fand oder dergleichen, nein sogar genau das Gegenteil. Jeder von seinen Parts trieb mir die Gänsehaut den Rücken hinab. Ein richtiges Monster. Gestaltlos lauernd im Schatten. Schon seine Gedanken waren heftig. Sein ganzes tun. Oft musste ich beim Lesen pausen einlegen.
Dann ebenso toll die Polizistin, auch wenn sie für mich ein sinnloses Trauma mit sich herumschleppe, aber das scheint ja gerade noch immer leicht Mode zu sein. Ansonsten war sie toll. Hartnäckig, schlau. Pfiffig. Bereit ihrem Gefühl zu folgen und auch wenn es aussichtslos ist nie aufzugeben.
Daneben stehen die anderen eher zweifelhaften Charaktere. Ganz forne die Eltern der Kinder. So manches Mal gingen mir die Mütter auf die Nerven. Die Väter auch. Schon weil mir viele Parts davon gerne einmal sinnlos vorkamen. 

Abgesehen von den blöden Eltern-Passagen war dieses Buch rein von der Stimmung her genial. Genial grauenhaft. Aber auf eine Gute Art und Weise. Denn die Psychospielchen des Serienmörders lassen einen beim Lesen nicht kalt. Er bleibt immer im Dunkeln. Wie das grauen vor dem wir uns als Kinder unter unterem Betten oder im Schrank gefürchtet hatte. Von dem nur dieses Gefühl im Magen sagte, das es keine Einbildung war. Und das einem doch keiner glaubte.
Diese Empfindung zieht sich durch das ganze Buch, zieht den Leser mit so das man sich nie sicher fühlen kann. 

Abgesehen von dem Ehestreiterei, Krisen und dergleichen - die leider in fast jedem Buch nicht wegzudenken sind - war dieses Buch absolut genial. Selten musste ich beim Krimi-lesen Pause machen, weil es so heftig war. Weil das ist dieses Buch. Heftig. Nicht weil drei Liter Blut pro Seite aus dem Papier fließt, sondern schon, weil man weiß wie nah und näher der Knochensammler kommt. Und keiner merkt es. Nur der Leser ist Zeuge.
Dazu immer wieder seine Gedanken, Taten. Momente in denen man seinen tief gehenden und eben mal nicht so einfachen Charakter versucht zu ergründen.
Kurz um, dieser Krimi ist für jeden etwas, der es mit mehr Pfeffer mag. Mit viel mehr Pfeffer. Psychologisch hochwertige Spannung mit mehr als einer Sicht auf die Dinge. 

Ein bisschen Meckern auf hohem Niveau muss sein. Vielleicht vertreibt es ja mal die Ehekrisen aus den Büchern.
5 von 6 möglichen Krümeltörtchen für Gänsehaut und Nervenkitzel.


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