Samstag, 9. Dezember 2017

Die Schlange von Essex

Titel: Die Schlange von Essex
englischer Titel: The Essex Serpent
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Sarah Perry
Verlag: Eichborn
 Genre: Roman / Historisch
ISBN: 978-3-8479-0030-6
Preis: 24,00 $ (D) Hardcover
Seiten: 336
empfohlenes Alter: ab16 Jahren
Erschienen: 29. September 2017

Das Pendel schwingt von einem Jahr ins andere, und das Gesicht der Tiefe verfinstert sich.

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

Wenn ihr mich fragt, dann ist dieses Cover fast alleine schon Grund genug, sich dieses Buch mal genauer anzuschauen. Ist es nicht wunderschön mit dem gewundenen Schlangenleib und den Pflanzen? So schön detailliert das ist immer wieder gerne vor dem Lesen darüber gestrichen habe. Ein kleiner Traum, das muss man dem Verlag lassen.
Noch dazu sehr passend zum Inhalt.




Im englischen gibt es zwei verschiedene Cover. Einmal das in Grün und dann in Blau. Ich hadere wirklich was ich cooler finde. Das grüne sieht echter – natürlicher – aus, aber würde das blau zu einer geheimnisvollen Sagengestalt nicht besser passen?

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr einen Liebling gefunden?



Erster Satz - Aber dann kippten die Gezeiten, oder der Wind dreht; die Wasseroberfläche wellt sich, scheint (er trott einen Schritt vor) zu pulsieren und zu beben, dann wird sie wieder glatt und still, nur um sich kurz daauf zu kräuseln, als zuckte sie vor der Berührung zurück.

 Cora´s Mann ist tot. Und wenn sie ehrlich ist – was die feine Gesellschaft vermutlich nur wenig ertragen könnte – ist sie froh darüber. Denn endlich ist sie frei von diesem Monster, das nur zu leben schien, wenn er sie demütigen kann. Doch nun ist sie frei zu tun, was sie will und reist zusammen mit ihrem Sohn und ihrer besten Freundin in das vergessene Örtchen Aldwinter um ihren Naturwissenschaftlichen Durst nach all dem was Darwins Lehre versprach zu finden. Und vielleicht auch das Geheimriss der Schlange von Essex zu lösen. Vielleicht ist es gar ein neues Tier? Ein Dinosaurier der das Aussterben überlebt hat?
Der Pfarrer William belächelt die unrealistische Furcht der Leute über diese Sagengestalt und kann doch nicht umhin sich mit dieser jungen Frau immer wieder freundschaftliche Streitgespräche zu liefern. Dann verschwinden Menschen. Tiere sterben auf den Salzwiesen und die Menschen von Altwinter geben der Schlange etwas immer realeres, das bald im Dorf um sich greift.

Wer dieses Buch in Händen hält und sich verzaubern lassen will von dieser großartigen, tief gehenden Sprache sollte sich bewusst das, das es ruhig ist. Vielleicht schon still in seiner Handlung und dennoch kaum zu packen durch seine Charaktere, die alle eigen sind, alle anders und so besonders wie kaum andere. Durch sie bekommt das Buch leben und tiefe und schnell merkt man als Leser, das durch diese Charaktere das ganze Buch mit seiner Tiefe getragen wird.
Dabei begleiten wir bald mehrere Charaktere durch ihr Leben. Ob Cora mit ihrem Sohn und ihrer besten Freundin, William und seine Familie, der junge Arzt. Der ein oder andere Bewohner. Dadurch wechselt die Perspektive recht häufig und doch hatte ich selber nie Probleme damit. Denn mit jedem Wechsel kam ein Puzzleteil dazu und vergrößerte das Bild.
Die Dialoge dürfen dabei nicht vergessen werden. Es sind Dialoge zwischen Wissenschaft und Glauben, zwischen Armut und der Dekadenz der Reichen. Zwischen Mut und alten Werten. Sie tragen den Leser, lassen ihn teilhaben daran und geben Gedanken mit auf den Weg, ohne das im Buch dazu unbedingt eine Einigung gefunden werden muss.


Die einfließenden Briefwechsel zwischen Cora und William sind übrigens auch wunderschön und geben dem Text nochmal mehr. Besonders wenn man bedenkt, das sie eigentlich nicht weit auseinander wohnen.

Ich schrieb ja zuvor das die Charaktere das Buch tragen. Findet ihr, das ist eine gewagte Äußerung? Vielleicht ein wenig und doch stimmt es. Ich versuche es mal anhand der Figuren zu erklären.
Da haben wir die glückliche Witwe Cora, die endlich frei ist, ihren Wissensdurst zu befriedigen und alle Zwänge abwirft. Ja Hosen trägt, ihre Haare auch mal ungekämmt lässt und mit einem standhaften Charakter glänzt. Sie will sich ihrem Studium widmen, nicht ihrer Schönheit. Dann ihr Sohn Francis. Das der Junge anders ist, merkt man schnell. Damals galt er vermutlich als merkwürdig und sonderbar, heute würde ein Arzt wohl die Diagnose Autist stellen. Er nimmt die Welt anders wahr und ahnt noch nicht das er, damit eine große Rolle zugeteilt bekommt.
Auch der Pfarrer ist nicht so typisch steif und dergleichen. Er trägt eine Wissbegier in sich, die er versucht zu verbergen und der er doch erliegt wenn er mit Cora zusammen ist. Sie steckt ihn an, könnte man wohl sagen. 
Am Blackwater gibt es nichts zu fürchten und nichts zu bereuen, nur einen Moment der Verwirrung im Dunkeln und zu viel Alkohol.

Auch der Arzt Luke, ist seiner Zeit vor raus. Er will sich an dinge Wagen, wo andere kopfschüttelnd aufgeben. Er hat Visionen und trifft damit nicht nur auf glückliche Gesichert. Besonders nicht bei William.
So könnte ich noch ewig weiter machen. Coars beste Freundin Marta, die sich für die Armen einsetzt und ihren rauen Charme auch dafür spielen lässt.
All diese Personen und noch mehr, greifen in diesem Buch ineinander und erschaffen so eine Geschichte die anspruchsvoll, tief gehend und wunderschön ist.
Es ist schwer, das gestehe ich, dieses Buch in wenigen Sätzen zu beschreiben. Denn es ist nicht die Handlung, die es trägt, sondern die Charaktere und Dialoge. Sie sind so wunderschön, tiefgehend und aufwühlend das sie in diesem ruhigen Buch wie ein Sturm tosen. Dazu die Themen. Wissenschaft, Glauben, Medizin, Philosophie. Sie reiben sich aneinander und zwingen den Leser fast dazu, selber über Fragen die das Buch stellt nachzudenken. Sich für eine Seite zu entscheiden. Soll Luke die OP wagen trotz der minimalen Chance auf Erfolg? Ist es Gottes strafe, wenn jemand durch ein Messer seinen Lebertraum verliert?

Dieses Buch scheidet die Geister. Das sieht man schnell wenn man mal im www einige Rezensionen liest. Ich finde es großartig. Ein sprachliches Meisterwerk, in dessen ruhe viel Tiefe liegt. Dieses Buch ist anspruchsvoll, wenn auch auf eine gänzlich andere Art als es ein Krimi ist. 
 6 von 6 Krümeltörtchen für "Die Schlange von Essex". Ein besonderes Buch in das ihr unbedingt mal reinschauen müsst.


Mittwoch, 6. Dezember 2017

Lost God - Das Jüngste Gericht

Titel: WLost God - Das Jüngste Gericht
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Gregor Spörri
Verlag: Indie-Autor
 Genre: Science Fiction
ISBN: 978-3-7891-0845-7
Preis: 5,99 $ (D) E-Book
Seiten: 335
empfohlenes Alter: ab16 Jahren
Erschienen: 9. Oktober 2017
Links von sich sieht Sally die Einstiegsluke, die Leiter zum Fligh Deck und eine Schalttafel mit Sicherungen. Hinter ihrem Sitz befinden sich die Luftschleuse, das Ding, was man Toilette nennt, weitere Staufächer sowie die Bodenklappe zum Lower Deck.

Und so beginnt die Geschichte: Ein lastwagengroßes UFO erscheint über der Erde. Auf seiner Hülle prangt ein sichelförmiges Zeichen. Ein Imam deutet das Zeichen als Symbol des Islam und behauptet mit Bezug auf den Koran, das Objekt stamme von den Bewohnern einer Schwesterwelt der Erde. Eine islamistische Terrororganisation ruft daraufhin zum globalen Heiligen Krieg auf.
Alien-Forscher Erich von Däniken entdeckt das gleiche Zeichen auf einem jahrtausendealten sumerischen Rollsiegel und prophezeit der Welt einen Götterschock ganz anderer Art.
Sowohl Russland als auch China wollen das mysteriöse UFO erforschen, doch US-Präsident Donald Trump will den beiden Ostmächten unbedingt zuvorkommen – eine verheerende Entscheidung.
Während Terroristen Europa ins Chaos zu stürzen versuchen, hebt in Cape Canaveral eine Raumfähre ab. Die Besatzung soll das zum göttlichen Zeichen hochstilisierte UFO bergen und in der Ladebucht zur Erde bringen. Mit an Bord sind der verwegene Navy-Flieger Tom Taylor, die junge Wissenschaftsjournalistin und Querdenkerin Sally Brown, sowie der wortkarge deutsche Raketeningenieur Gunther Wolf, der deutlich mehr über das UFO und seine Herkunft zu wissen scheint, als er zuzugeben bereit ist. Doch kaum ist die Raumfähre gestartet, gerät die Welt in einen Strudel apokalyptischer Ereignisse.

Das Cover ist großartig. Der Planet mit der Sonne an der Seite, dann die schrift, die wirkt als würde sie verweht werden. So beenden des Buches finde ich sie vielleicht sogar nicht treffender. Denn heil kommt aus dem Schlamassel so leicht keiner mehr raus.

Erster Satz - 18:10 Uhr.
 Alles beginnt mit einem geheimnisvollen Satelliten, der Unruhe bringt. Die Terroristen sehen es als Zeichen ihres Gottes und rufen zum Krieg gegen Europa auf, Trump sieht es als Ärgernis und will es vom Himmel holen, um allen zu zeigen wie blöd sie sind. Nur wenige ahnen Überhaut was dort draußen ist und wie eine Zeitbombe die Stunden zählt.
Ein Team wird hoch geschickt um das Gerät zu untersuchen und gerät noch ehe sie richtig gestartet sind in Bedrängnis. Runde Sonden-ähnliche riesige Gebilde stürzen vom Himmel und mähen tausende nieder. Die Welt ist in Almbereitschaft und doch völlig machtlos, als sie die wahre Tragweite dessen begreift, was ihnen noch bevorsteht. 
Charaktere gibt es gefühlt Unmengen. Gezählt vermutlich noch mehr, da man durch die ständigen Switsche bald nicht mehr genau sicher ist, wer nun eventuell davon noch wichtig ist. Ist es das Kind, dass das Alienschiff sieht? Oder doch der andere? Oder sind beide bedeutungslos? Es ist teilweise schwer den Überblick zu behalten, selbst für jemanden der schnelle Perspektivwechsel gewohnt ist. Leider verlieren die Charaktere dabei einiges an Präsenz, denn nie bleibt wirklich genug Zeit sie dem Leser näher zu bringen oder auch zu zeigen, dass sie eben mehr als nur ihre drei Grundeigenschaften besitzen. So stirbt hier und da eben einer aber ich muss sagen, das es mich gar nicht berührt hat. Einfach, weil der Charakter bei mir nicht wirklich ankam.
 ".... Der Planet 66Cc, dessen Existenz als gesichert gilt, liegt in der habitablen Zone. ... "
Ohne große Vorrede beginnt das Buch sofort und überschlägt sich fast in seinen Ereignissen. Sichtung des Satelliten, fertigmachen des Spaceshuttles, Unruhen in der Bevölkerung. Schlag um Schlag bahnt es an das Buch und man ist richtig drin und will den Kollaps hautnah miterleben. Dann passiert ab etwas über der Hälfte genau das, was man bei diesem Anfang einfach nicht erwartet. Es beginnt auf der Stelle zu treten und einfach nicht so recht vom Fleck zukommen. Alles dreht sich im Kreis, der Autor verfolgt für jeden Spannungsaufbau immer dieselbe Taktik, es wiederholen sich Schreckensszenarien auf der Erde in kurzen, halb seitigen "News". Zum Ende hin gibt es sogar eine solch unsinnige Szene, das ich deren Bedeutung noch immer nicht ganz erkennen kann.
 "T minus nine minutes an counting."
 Der Stil selber ist flüssig und durch viele technische Begriffe und Erklärungen durchzogen. Dies ist bis zur über die Hälfte kaum wahrnehmbar da eben immer noch genug passiert, als das es langweilig wird. Doch sobald die Geschichte ihren Schwung verliert, hauen diese Erklärungen auf den Leser ein und ziehen das ganze immer wieder in die Länge. 
Ich muss sagen, dass ich am Ende dachte, das Buch fängt sich wieder. Leider tat es das nicht und ich saß dann nur noch ungläubig lesend da, weil ich es selten erlebt habe, das ich ein Fantasy oder Sci-Fi- Buch als vollkommen absurd wahrgenommen habe. Mit Aliens und Technologie kann ich leben. Verrückte Charaktere, klar gerne. Und auch sonst ist meine Hemmschwelle groß. Aber das war dann selbst für mich zu viel. Zu sehr Konstruiert um das ganze dann doch noch irgendwie in eine Linie zu bringen und mit einer Textstelle aus Bibel und Co abzudecken. Besonders weil diese Taktik bis knapp nach der Mitte des Autors wunderbar aufging. Ich ließ mich mitreißen von Theorien, die sagten das die Aliens den Steinzeitmenschen einst geholfen hatten. War absolut dabei, als man von Sonden sprach und fand es großartig, wie schön alles ineinandergriff, sich untermauerte und den Leser mitzog. Aber die Erklärung am Ende? Da bin ich ausgestiegen.
Eine andere persönliche Sache, die ich mit einem Augenrollen zur Kenntnis genommen habe, war die am Ende noch so "rein gewürgte" Liebesgeschichte. Der Leser bekommt davon gar nichts mit und wird dann plötzlich vor das Ergebnis gesetzt. Zu Konstruiert für mich.
 
Es war ein langes hin und her zu entscheiden wie ich dieses Buch nun bewerte. Ich schwankte so zwischen 3 und 4. Am Ende habe ich mich für 4 entscheiden, weil mir schon mehr als die Hälfte gut gefallen hat.
Am Ende ergaunert sich  Lost God 4 von 6 möglichen Kümeltörtchen und landet damit im soliden Mittelfeld.

Freitag, 1. Dezember 2017

Sternenbrand #2 - Blau

Titel: Blind
Reihe: Ja - Band 1 der - Sternenbrand - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Annette Juretzki
 Genre: Science-Fiction, Gay Romance
ISBN: 
Preis: 4,99 $ (D) E-Book
Seiten: 287
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 1. Dezember 2017
     

"Stara, bitte." Xenen griff mit beiden Händen nach ihrem Arm. "Ich vertraue dir; und er würde es auch tun. Es ist Zeyn . . . glaubst du wirklich, jemand, der sich waffenlos auf ein verarmiges Monster mit Pistolen stürzt, will um jeden Preis überleben? Er hat mir so stolz von Ghitanern erzählt, die mit bloßen Händen gefährliche Tiere jagen . . . Er würde es hassen, das nicht mehr zu tun. Also bitte, lass ihm diese Chance.
Wer eine Waffe unter Freunden tragen muss, hat keine.

Selbst Jonas’ Verbündete innerhalb der Söldnereinheit wenden sich gegen ihn und ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit Zeyn zusammenzuarbeiten. Dabei hat der impulsive Außerirdische genügend Gründe, Jonas zu hassen – der Machtkampf um den verträumten Xenen ist nur einer davon. Was macht diesen jungen Mann mit den strahlend blauen Augen nur so besonders?

Als ein alter Feind zu erwachen droht, findet Jonas endlich die Antworten auf all seine Fragen – auch auf jene, die er nie hatte stellen wollen. Umgeben von Lügnern und Verrätern zieht er in einen hoffnungslosen Kampf. Doch wie viel Vertrauen in seine fragwürdigen Verbündeten kann er wagen, wenn doch die gesamte Galaxis auf dem Spiel steht?
Da blau meine Lieblingsfarbe ist, muss ich euch wohl nicht unbedingt gestehen, wie toll ich dieses Cover finde. Voller Stimmung und doch relativ einfach gehalten. Gleichzeitig sieht man die Verwandtschaft mit dem ersten Band sehr gut. Fast schon schade, dass der Reader das ganze nicht in Farben anzeigt.
Erster Satz - Jonas Vater war ein Mensch mit vielen guten Eigenschaften gewesen - nur leider hatte seine Mutter sie alle mit sich genommen, als sie starb. 

Eine Meuterei hat das Raumschiff lahmgelegt. Plötzlich heißt es Menschen gegen Aliens. Eine Rechnung, die aufzugehen scheint, denn niemand scheint dem anderen zu Vertrauen. Noch dazu ist Jonas nicht nur durch sein Zusammentreffen mit Zeyn in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch Xenen befindet sich in der Gewalt der Meuterer. Was als Katastrophe begann, weitet sich immer mehr aus. Plötzlich ergeben sich Antworten die Jonas vielleicht nie haben wollte. Der friedliche Xenen bekommt das plötzliche misstrauen mit am meisten zu spüren. Nur Zeyn scheint noch auf seiner Seite zu sein. Doch kann Jonas das wirklich tun wollen, was er sich da zurechtgelegt hat?

 Wie auch im ersten Band lädt Annette Juretzki einen ein, sich einfach in ihrem Buch wohlzufühlen. Es war ein wenig wie nach Hause kommen und endlich wieder durch die Gänge des Schiffs zu streichen, auch wenn wir diesmal mit mehr Aktion rechnen müssen. Alle Fäden, die im Vorband so durchdacht gewoben wurde, laufen zusammen und gleich von der ersten Seite an ist man mittendrin. Meuterer, Geheimnisse, Vertrauen. Viel Temporeicher als zuvor führt es zu einem rasanten Ende, das vielleicht nicht alle Fragen abdeckt - denn dazu müssten wir noch die zweite Seite der Geschichte hören - aber absolut zufriedenstellend ist.
Durch die ganze Aktion senkt sich das Flirt-Level auf ein etwas niedrigeres Maß, dennoch hat man nicht das Gefühl die Beziehungen der Protas werden auf Eis gelegt. Stattdessen nähert sich die endgültige Entscheidung. Zeyn oder Jonas?

Neben unseren typischen verdächtigen, stehen vor allen die Beziehungen untereinander im Vordergrund, wie auch der wandel dieser. Ich hing zwischen Zeyn und Jonas fest und wusste gar nicht, wenn von beiden ich nun bei Xenen mehr die Daumen drücken sollte. Das sich das so derartig im Verlauf von Band zwei änderte, hätte ich nie gedacht. So wurde mir Jonas richtig unsympathisch, nur damit ich mit ihm am Ende doch Frieden geschlossen habe. So einen krassen wechsel in der Wahrnehmung der Charaktere habe ich bislang nur einmal erlebt. Das war beim "Das Reich der sieben Höfe." Und das obwohl Jonas ja mit der Wahrheit schon im ersten Band relativ flexibel umgegangen ist.
Ich sag euch, das war ein Gefühls Auf und Ab wie es im Buche steht.
Auch bekommen wir kurz eine eventuelle Ursache des großen Kriegs geliefert und ich dachte nur WHAT!!!???? Ich konnte es nicht glauben.

Mit Blau ist die Reihe um Zeyn, Xenen und Jonas beendet und ich verlasse sie zwar zufrieden, weil mir das Ende wirklich sehr gefallen aht, aber auch etwas traurig. Denn einige Fragen sind dann eben offen geblieben und von mir aus könnte die verrückte Crew ruhig in ein neues Abenteuer starten. Das dieses Buch durch die offenen Fragen aber nichts verliert zeigt, wie gut die Geschichte aufgebaut wurde. Zudem gewinnt sie vielleicht sogar davon. Ich zumindest finde ein Ende das nicht wie "Und dann lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage" klingt, immer viel interessanter. So kann man im Kopf noch länger darüber nachdenken und auch die Autorin vielleicht später mal darauf zurückgreifen.

Ich glaube ich bin gerade etwas süchtig nach Sci-Fi :D Für alle die mal schauen wollen ob diese Genre etwas für sie ist, kann ich die Reihe nur empfelen.
Auch hier gibt es wieder 6 von 6 Krümeltörtchen. Für eien tolle Geschichte, grandiose Charaktere und ein Auf und Ab das man einfach lieben muss.