Samstag, 30. Mai 2015

Samurai #1 - Der Weg des Kämpfers

Titel: Der Weg des Kämpfers
englischer Titel: The Way of the Warrior
Reihe: Ja - Band 1 der - Samurai- Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Chris Bradford
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-35303-3
Preis: 16,95 $ (D) Hardcover
9,99 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 416
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erschienen: 1. Juni 2011
"Konnichiwa", sagte das Mädchen. Es trat zu Jack und verbeugte sich anmutig. "Watashi wa Date Akiko."
Im Jahr 1610 versenken Piraten vor der Küste Japans ein englisches Handelsschiff. Jack Fletcher, der Sohn des Steuermanns, ist der einzige Überlebende. Der berühmte Schwertmeister Masamoto Takeshi adoptiert ihn und lässt ihn zum Samurai ausbilden. Doch noch immer schwebt Jack in Lebensgefahr. Der gefürchtete Ninja Drachenauge hat es auf einen großen Schatz abgesehen, den Jack aus dem Schiff gerettet hat: das Logbuch seines Vaters.
Ist das Cover nicht genial? Diese Atmosphäre, der eindringliche Blick, die Rüstung, die kämpfenden Silhouetten im unteren Bereich. Hier spricht alles gleich von der japanischen Kultur und von Spannung und kämpfen. Auch der Untertitel, eingerahmt durch die japanischen Schriftzeichen, unterstreichen das ganze noch einmal. Alles in allem also ein wirklich gelungenes Cover.

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Das Englische hingegen finde ich ziemlich fade und Nichtssagende.

"Tenno fuhr aus dem Schlaf hoch, packte sein Schwert und hielt des Atem an."

Jack befindet sich gerade zusammen mit seinem Vater auf der gefährlichen Überfahrt von England nach Japan, als ihr Schiff in ein schweres Unwetter geriet. Nur mit knapper Not konnten sie sich in eine kleine Bucht retten. Doch die Beschädigungen am Schiff sind zu groß. Zu einem Aufenthalt gezwungen macht sich die Besatzung daran das Schiff zu reparieren.
Doch sie sind nicht schnell genug . . .

"Ofuro."
"Ich stinke doch nicht!", sagte Jack. "Ich habe mich erst vor einem Monat gewaschen."

Der angriff der japanischen Piraten ist gnadenlos und als Jack wieder zu sich kommt ist er alleine.
Die Besatzung: Tod.
Sein Vater: Tod.
Er: Gestrandet in einem Land ohne die Sprache zu sprechen
Was wird nun aus ihm werden? Und wie kommt er wieder  zurück nach Hause?
Chris Bradfords Stil ist hier wirklich mal was ganz Eigenes. In anderen Büchern, in welchen die oder der Prota in einem anderen Land landeten, wurde die Sprache nur kurz als unverständlich beschrieben, oder der Prota einfach verwirrt dargestellt. Hier "reden" die Japaner aber wirklich mit Jack. Und der Leser? Der versteht genauso wenig wie Jack, was die guten Leute von ihm wollen. *lacht* Und diese Nähe zum Charakter, war etwas wirklich Interessantes, das man mal erlebt haben muss. Und so "lernt" man mit Jack sich in Sprache, als auch Kultur zu behaupten. Nimmt kleine Details wahr und die vielen - gefühlt sind es tausend - Feinheiten des höflichen Umgangs miteinander.
Toll fand ich übrigens das gerade die Höflichkeit hier sehr unterstrichen wurde. In Japan ist es nämlich üblich, das es eine große Stärke ist sich für Fehler zu entschuldigen, da man so Verantwortung für seine Taten übernimmt. Das sollte man hier auch mal einführen. ^-^

Am Ende des Buches findet man neben einem Glossar mit Japanischen Worten auch noch eine Kleine Einführung in die Aussprache. Finde ich super!

Jack sie als Charakter wirklich interessant. Er erlebt die schrecken eines ganzen Jahres auf dem Meer und findet sich dann mittellos in einem fremden Land wieder. Aber er ist zu stur aufzugeben. Zu stur alle Hoffnung fahren zu lassen. Er hat seinen Traum und wacht über ihn. Eines Tages zurück zu kehren. Zurück nach Hause zu seiner kleinen Schwester Jess. Doch als er bemerkt das er erst dafür in Japan zu Hause werden muss, tut er das. 
Akiko hingegen ist mir . . . naja nicht unbedingt unsympathisch, sondern etwas zu "perfekt". Sie sie nett, stark, schlau und hilft Jack von Beginn an. Mir fehlt es hier an Charakter. Niemand ist NUR nett. Das hat mich hier etwas gestört.
Yamato ist auch wieder ein Charakter, der mich etwas irritierte. Erst ist abweisend, aber irgendwie doch hilfreich. Dann ist er wieder abweisend und plötzlich doch tapfer und mutig . . . Er irritierte mich ein klein wenig der gute ^-^.

Der erste Band der Samurai Reihe hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Gerade der Stil, in dem das Buch gehalten ist und auch diese fremdländische Sprache, welche sich Jack als auch der Leser stellen muss, wirkte einfach originell und unheimlich passend. Kein plötzliches Wunder oder einen anderen absonderlichen Grund, der ihn die Sprache verstehen ließ. Nein, einfach nur lernen wie jeder andere auch. Das Jack davor schon eine Begabung für Sprachen hat erleichterte ihm das.
Auch die vielen Infos zur japanischen Kultur und deren Geschichte fand ich interessant.


Auch das wirkliche Sachverständnis in Sachen Kämpfen merkte man hier, auch wenn es hier noch nicht richtig heiß herging. Jack lernt ja noch. Aber was Erklärungen anging, sei es im Schwertkampf, im Kampf ohne Waffen aber auch in der Meditation, war ich hier mehr als zufrieden und hatte nie diesen Moment, in dem man einfach die Stirn runzeln muss und denkt - Geht das überhaupt? -
Klasse!
Abzug gibt es für die Charakter, die wirklich gerne noch eines drauflegen und noch individueller werden können. Gerade bei den Nebencharas ist da einfach noch Luft nach oben.

Ein tolles Jugendbuch, das gerade in Sachen von Kämpfen und Kultur glänzt und mal mit einem etwas anderen Held aufwartet. Nach oben ist dabei aber noch eine Menge platz.
4 von 6 Krümeltörtchen ergaunert sich das erste Band der Samurai Reihe. Mit etwas mehr Aktion und mehr charakterlicher Tiefe wird es bestimmt nicht dabei bleiben. 

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