Dienstag, 8. April 2014

HABITAT - Im tödlichen Gehege

Titel: Habitat - Im tödlichen Gehege
Reihe: Nein
Sprache: Deutsch
Autor : Isabell Schmitt-Egner
Verlag: Amazon Media
Preis: 9,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 169 $ (D) ebook
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 23.03.2014
 Faszinierend, dass es hier noch solche Wälder gab. Endlose, kilometerlange Wildnis. Aber Parken konnten sie hier bei aller Naturliebe nicht.
In einem Internetforum für Kryptozoologie postet jemand ein Foto von einem unbekannten kleinen Säugetier. Das Bild scheint echt zu sein und ein paar junge Leute wittern eine biologische Sensation!
Sie fahren in die schwedischen Wälder und suchen die Stelle, an der das Foto gemacht wurde. Thomas mit seiner etwas langsamen Freundin Brina, Beatrice und der verrückte Spinzer fahren zusammen mit Patrick, einem Freund von Beatrices Bruder, in ein aufregendes Abenteuer ...
Aufregend ... und tödlich!  


 Das Cover gefällt mir sehr gut. Der schummrig düstere Hintergrund ergibt mit dem Vollmund und der Silhouette, eines auf den ersten Blick hyänenartigen Wesens, eine gelungene Komposition. Die düstere Atmosphäre spricht den Leser direkt an. Ein weiteres Plus sehe ich darin, dass dieses Tier nicht gänzlich gezeigt wird. Man erahnt zwar eine grobe Form, der Fantasie des Lesers bleibt jedoch der Hauptteil überlassen.


 Erster Satz - Das Foto zeigte ein Säugetier.

Es sollte ein unvergesslicher Ausflug werden ...
Als im Forum für Kryptozoologie ein Bild eines geheimnisvollen Wesen auftauchte, beschließen Beatrice und ihre Freunde sich auf die Spuren des geheimnisvollen Katzenschweins zu begeben. Tief in einem schwedischen Wald beziehen sie Stellung, um mit Ködern und Infrarotkamera Bilder des einzigartigen Wesens zu erhaschen. Und wie groß ist ihre Freude, als sie nicht ein, sondern gleich zwei dieser kleinen freundlichen und verspielten Wesen vorfinden. 

Jawohl so war das. Ein simples Naturgesetz. Die Natur war weder menschlich, noch mitleidig und schon gar nicht sentimental. Sie ernährte sich, tötete und Kämpfte. Mit Zähnen und Krallen. 

Als sie jedoch auf dem Rückweg ihren Weg verpassen, ahnen sie noch nicht das der Spaß ab hier zu Ende ist.
Es sollte ein unvergesslicher Ausflug werden ...


Die Geschichte wird aus der Sicht von Beatrice geschildert und überzeugte mich schon nach wenigen Seiten durch einen wunderschönen flüssigen Stil, sowie eine ganz eigene Art Szenen lebendig werden zu lassen. Auch den Charakteren verlieh sie so sehr schnell eine Persönlichkeit. Die Sprache passt dabei sehr gut zu den jungen Menschen, ohne aber in Slang abzudriften, oder gar einen störenden Anteil an Jugendsprache anzubringen. Dieses schöne Gesamtbild des Textes hat mir gut gefallen.


Die Charaktere in dem Buch habe ich ziemlich schnell für mich entdeckt. Allen voran Beatrice, der man durch ihre unbeugbare Art einfach Respekt zollen musste. Ich liebe es wenn sich Charaktere außerhalb der Klischeekiste Bewegen. Und Bea und Co waren einfach nur normal. So verrückt, liebenswert, wie man täglich Leute trifft. Das machte es einfach sich mit ihnen zu identifizieren. Diese Natürliche und vor allen lebendige Art ließ sie außerhalb der Seiten real für den Leser werden.


HABITAT - Im tödlichen Gehege hat mir beim Lesen eine Menge Spaß bereitet. Allen voran waren einfach die herrlich logischen Verhaltensweisen der Charaktere und der überzeugende Ablauf der Handlung daran schuld. Wer kennt sie schließlich nicht die Momente a la - "Hallo ist da wer?" und dann geht die Hauptperson am Lichtschalter vorbei ins dunkle Zimmer -. Sei es nun Film oder Buch, aber ich könnte mich über solche Dinge ja gerne einmal etwas aufregen. Und falls solche Momente beim Leser Gänsehaut begleitendes Grauen auslösen soll, dann habe ich wohl was verpasst ...
Aber ich schweife ab ;).  Was ich damit sagen wollte, war, dass es einfach mal toll war, ein Buch zu lesen, das sich von solchen Dingen lossagte und statt dessen den durchaus realen Weg einschlug. 
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war die Darstellung der Tiere, die einfach Tiere geblieben sind. Jeder der schon einmal einen dieser übertrieben Tier-Horror-Filme/Bücher gelesen/gesehen hat, weiß wie anstrengend es sein kann im Kopf ständig Verhaltensweisen zu korrigieren. Sei es nun, weil es einfach unlogisch ist, das eine Schlange jemanden schreien hört, oder das Spinnen jemanden bewusst angreifen.
Hier blieben die Tiere einfach Tiere. Nicht grausam. Nicht bösartig. Nur Tiere.


Der einzige Punktabzug beläuft sich für mich eigentlich darin, dass ich den Horror bis zum Schluss nicht wirklich finden konnte. Es war superspannend, ohne Frage, aber Horror ... nein also da fehlte es mir dann doch.
Ansonsten war HABITAT - Im tödlichen Gehege ein absoluter Lesegenuss, der sich mühelos 5 von 6 möglichen Krümeltörtchen ergaunert.

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