Donnerstag, 25. Januar 2018

Verschollen am Mount McKinley

Titel: Verschollen am Mount McKinley
Reihe: Ja - Band 1 der - Alaska Wilderness - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Christopher Ross
Verlag: ueberreuter
 Genre: Jugendbuch 
ISBN: 978-3-7641-7004-2
Preis: 12,95 $ (D) Hardcover
Seiten: 224
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erschienen: 9. September  2013
     
Obwohl noch eine halbe Stunde Zeit war, warteten schon drei Teilnehmer vo dem Murie Center, einem großen Blockhaus, das im Winter als Besucherzentrum diente: Mike und Ruth Linaker, die mit ihrem Geländewagen vom Savage Creek gekommen waren, und Josh Alexander, der seine Schneeschuhe angeschnallt hatte und durch den Tiefschnee neben dem Haus stapfte.

Julie ist ihrem großen Traum, Rangerin zu werden, ganz nah: Sie beginnt ein Praktikum im Denali National Park in Alaska. Sogar ihre geliebten Huskys darf sie mitbringen und mit dem Hundeschlitten auf Patrouille fahren. Als Julie mit ihrer Kollegin eine Wandergruppe zum Mount McKinley führen soll, will sie beweisen, dass sie zur Rangerin taugt und sich nicht einmal vom attraktiven Josh ablenken lässt.
Kann Julie ihre Aufgabe meistern, obwohl einer ihrer Schützlinge sich selbst in größte Gefahr bringt?
Ich habe mich ja auf den ersten Blick in dieses Buch verliebt. Das Cover ist in dieser Hinsicht also wirklich gemein. Und ihr kennt mich ja, ich bin, was Cover angeht sowieso ziemlich empfänglich. Aber seid ehrlich, könntet ihr bei solch einem süßen Blick lange Wiederstehen? 

Erster Satz - Der Schrei kam aus dem dichten Fichtenwald, der sich zu beiden Seiten des Trails ausbreitete, und erschreckte ihre Huskys so sehr, dass sie stehen blieben.

Julie hat einen großen Traum. Sie möchte Rangerin im Denali National Park werden. Doch dafür muss sie sich erstmal in einem Praktikum beweisen. Die Konkurrenz ist groß und sie weiß, sie muss hervorstechen. Doch all das gerät erstmal in den Hintergrund, als während einer Wanderung ein Mann verschwindet. Ein Schneesturm bricht los und weitere Gefahr bahnt sich zusammen. Julie muss alles tun, um die Gruppe zusammenzuhalten und den Mann zu finden. Doch das sie nicht alleine sind, erkennt sie erst, als es fast zu spät ist.
Bildergebnis für Mount McKinley Christopher Ross hat wirklich einen tollen Stil. Wenn er die Landschaften beschreibt, glaubt man fast das Brausen des Windes zu hören und mehr als einmal habe ich mich bibbernd in meine Decke gekuschelt, weil es da Stürmte und schneite. Doch so schön das auch ist, so besitzt dieses Buch an anderen Stellen Kante, die man kaum überlesen kann. Nicht einmal mit gutem Willen. Das erste was mich wie ein Hammer traf, war diese rein gewürgte Liebesgeschichte, die dieses Buch einfach nicht nötig gehabt hätte. Alleine, weil das Niveau ziemlich weit unten angesiedelt war. Es war so eine Geschichte a la "Wir haben zwar erst 7 Sätze miteinander geredet aber unsere Kinder haben schon Namen." Und das stieß mir die ganze Zeit sauer auf. Entweder man hätte sich einfach da mehr Zeit für genommen oder es einfach raus gestrichen.
Und dann die Zufälle. Klar ich weiß, man braucht die einfach. Aber sorry, ich kann mir einfach nicht vorstellen das, wenn Wochenlang jemand gesucht wird, niemand auch nur ansatzweise Mal auf die Idee kommt, in einer Höhe die da anscheinend sehr bekannt waren, nachzuschauen. Nein da musste unsere Prota erst "Zufällig" drüber stolpern. Auch das hätte man eleganter lösen können.

Mit Julie habe ich mich echt schwergetan. Einerseits habe ich ihren Traum respektiert und ihr die Daumen gedrückt, auf der anderen Seite benahm sie sich aber auch nicht wie 21. Schon als sie Josh traf - da haben wir unsere Liebelei - und sich binnen ein paar Minuten in ihn verguckt, so das seine braunen Augen sie verfolgen. Dann führt sie sich wie eine Furie auf, nur um ein paar Sätze weiter zu "Spüren!" das er ein Mann ist, der weiß was er will und nie mit ihr spielen würde.
Und das nach ein paar Minuten. Wow! Diese Menschenkenntnis möchte ich auch haben.
Des Weiteren ist Julie einfach klasse. Ihr Zweitname ist vermutlich Mary Sue. Denn sie hat nicht nur verdammt viel Glück, nein sie erkennt auch auf den ersten Blick, ob ihre Vorgesetzte ein Magengeschwür hat oder einfach nur eine Magen- und Darmgrippe. Aber ihr Dad ist auch ein genialer Arzt, sowas färbt ab. Deswegen sieht sie auch gleich - obwohl der Betroffene noch einen Anorak anhat - ob innere Organe/ Knochen verletzt sind oder es ein glatter Durchschuss ist.
Verzeiht mir die Ironie, aber sowas verdirbt mir einfach ein Buch.

Desweiteren empfand ich ihre Vorgesetzte für ziemlich unbrauchbar.

 Ihr merkt, so wirklich abgeholt hat mich das Buch nicht. Auch fand ich es 2/3 sehr absehbar. Mich hat die Handlung einfach nicht wirklich überraschen können. Im letzten Teil holte es dann aber auch wieder etwas raus und ich habe versucht das hier und da eingequetschtes geturtel zu überlesen. Das ging dann tatsächlich ziemlich gut. Luft nach oben haben wir aber trotzdem, gerade was die Charakterentwicklung angeht.
Julie könnte durchaus ein paar Fehler vertragen und auch Josh - falls er denn noch weiter in der Reihe eine Rolle spielen wird - sollte mal lernen etwas Individualität zu zeigen.
Was dem Buch zugute kommt, ist die Stimmung. Wie schon oben erwähnt fühlt man sich hineinversetzt und steht vor diesem riesigen Berg inmitten von Schnee und Eis. Auch die beschriebenen Gefahren, die man als Laie nicht mal erahnen kann, fand ich sehr Spannend.

Erwartet hatte ich bei diesem Buch einfach mehr, das kann ich nicht leugnen. Und das es nach Oben noch Luft gibt auch nicht. Dennoch hatte es mit dem ganzen Setting Glück, denn es entschädigt einfach, sodass ich vermutlich die Reihe weiterverfolgen werde. Gerne lasse ich mich überraschen, ob der Autor sich steigen kann.
 3 von 6 Krümeltörtchen ergaunert sich der erste Teil der Alaska Wilderness - Buchreihe. Luft nach oben gibt es aber noch mehr als genug.

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