Sonntag, 29. Oktober 2017

Shary und das Wasser des Lebens

Titel: Sharj und das Wasser des Lebens
Reihe: Ja - Band 1 der - Shary - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Audrey Harings
 Genre: Kinderbuch / Fantasy
ISBN: 978-3-7412-0861-4
Preis: 29,00 $ (D) Hardcover
13,99 $ (D) Taschenbuch
5,99 $ (D) E-Book
Seiten: 206
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Erschienen:  25 September 2017

"Ich muss vorsichtig sein, darf keine Indizien hinterlassen, keine eigenen Telefonleitungen benutzen, mich unauffällig verhalten. Die Telefonnuummer habe ich ohnehin noch im Kopf. Sobald es sich ergibt, werde ich ihn anrufen - von einem öffentlichen Telefon aus. Er muss mir  das Gift beschaffen, und wenn ich dafür selbst nach Brasilien fahren muss."
Für Sharj ist es ein Tag wie jeder andere. Doch plötzlich ist sie mit ihrem Freund José in einer vollkommen anderen Welt. Dort soll sie den König retten. Als Elfe und Drache stürzen die beiden von einem Abenteuer in das nächste und müssen gegen böse Wesen kämpfen. Der Drache wird entführt, da ist es gut, dass Sharj, die Elfe, bereits zwei Freunde gefunden hat, die ihr helfen möchten, José aus den Fängen der bösartigen Stumps zu befreien. Während Sharj sich in dieser fantastischen Welt behauptet, schmieden ihre Pflegeeltern einen teuflischen Plan, um Sharj für immer loszuwerden.

Das Cover gefällt mir selber sehr gut. Darauf zu sehen ist Sharj einmal in ihrer normalen Menschengestalt und einmal in der Elfenform, welche sie nur im Mispeltal annimmt zu sehen. Viel grün und gedeckte Farben.
Auch im Inneren des Buches setzen sie die Bilder zu fast jedem Kapitel fort. Gerade am Anfang gewöhnt man sich schnell daran und freut sich richtig auf das nächste. Da ist es schade, dass es eben nicht zu jedem Kapitel ein passendes Bild gibt. So wirken diese Übergänge dann leider etwas lieblos. Mir hätte es besser gefallen, wenn man diese Bilder dann auch komplett durchgezogen hätte.
Am Anfang findet sich zudem eine Bildergallerie der Charaktere.
 
Erster Satz - "Mona, aufstehen!"

Seit dem Unfalltod ihrer Eltern lebt Sharj lebte sie bei ihren Pflegeeltern Claudia, Otto und deren Tochter Mona.
Während eines Projektages, der sie zum Wasserholen an den See führt passiert dann das unglaubliche. Sharj und ihr bester Freund Jose werden von einem sprechenden Hasen ins Mispeltal geschickt um das Wasser des Lebens zu finden. Denn nur dieses ist noch in der Lage, dem König das Leben zu retten und so alle Bewohner des Tals vor schlimmen zu bewahren.
 Sharj, Jose, Mona und deren beste Freundin Tina sind im Buch 15 Jahre alt. Das erfährt man schon sehr früh und beißt sich für mich selbst mit der eher kindlichen Ausdrucksweise und den Handlungen der Protagonisten, an die ich mich erstmal gewöhnen musste. Auch der Stil des Buches wirkt sehr viel eher auf jüngere Leser zugeschnitten. Kurze, einfache Sätze, viele Absätze die den Text in Blöcke unterteilen. In der Altersempfehlung ist dies beachtet worden, hätte für mich aber auch an dieser Stelle durchgezogen werden müssen. So stolperte ich immer, weil mein Kopf mir zurief "Hallo die sind 15!".
Das Buch selber ist großteils abwechselnd aus der Sicht unterer beiden Helden geschrieben und verlockt auch mal zu einem grinsen. Besonders wenn sie gerade anfangs nicht wissen wie Ein Drache oder eine Elfe funktioniert.
"Ja", antwortete der Hase. "Mir wurde aufgetragen, zwei Menschenkinder mit reinem Herzen zu finden - und das müsst ihr beide sein."
"Aber warum hast du und gesucht?", fragte Jose.

Sharj und Joes sind sich beide von den Charakterzügen sehr ähnlich. Beide sind tapfer, nett, loyal, freundlich. In einem Kinderbuch also gute Protagonisten, wenn man böse und gut sehr deutlich trennen will, auch wenn sie mir wieder - wenn ich ihr Alter mal wieder bemühe - zu durchsichtig sind. Besonders wenn ich es mit ihrer "Schwester" Mona vergleiche, welche durch ihre Eigenarten und Macken einen tollen Charakter bekommen hat. Und das, obwohl sie nur eine Randfigur war. Es geht also doch.
Ein weiter Grund weswegen ich mich gerade zum Ende ein wenig darüber geärgert hatte, das unsere zwei Helden so austauschbar waren.
Die Nebencharaktere wie der Rabe Pitty und andere kamen und gingen ohne sich ebenfalls groß abzuheben denn auch wie waren nett und freundlich und loyal . . .
 Die Idee das Jose und Sharj im Mispeltal eine andere Gestalt tragen hat mir übrigens wirklich sehr gefallen.

 Dieses Buch macht es mir wirklich nicht einfach. Auf der einen Seite finde ich die Idee toll. Die Buchgestaltung spricht mich sehr an und jung wie alt werden an den Bildern ihre Freude haben. Besonders da man da eben Szenen aus dem jeweiligen Kapitel entdeckt. Die Welt um das Mispeltal scheint neu und aufregend.
Auf der anderen stolperte ich dann immer wieder über Dinge, die mich aufseufzen ließen. Zum Beispiel das Jose und Sharj nicht einmal wirklich nachfragten, warum es denn unbedingt Kinder mit reinem Herzen sein müssen die das Wasser besorgen? Es wurde im Verlauf des Buches einfach unter den Tisch fallen gelassen. So gesehen hätte sich unser Hase Amur den Weg sparen können. Die Tatsache der "Wunderheilung" eines schwer verletzen Kaninchens mit eventuell inneren Verletzungen binnen Sekunden wurde auch nicht eines fragenden Blickes bedacht. Hinzu kommen große und kleine Zufälle, die unseren Freunden so oft in die Hände spielten, dass die sich im Grunde auch kaum weitere Gedanken machen mussten.
Nimmt man dann noch gewisse Logikfehler hinzu, hat das Buch so einige Kannten die mich leider durchaus manchmal in den Wahnsinn getrieben haben.
Und dann kam das Ende. Versteht mich nicht falsch, ich liebe so kleine Schwärmerei und erste Gefühle die sich langsam aufbauen. Aber da liegt auch der Hase – sorry Maur – im Pfeffer. Langsam ist das Zauberwort. Und nicht plötzlich von jetzt auf gleich – ohne jegliche Gedanken oder Gesten in diese Richtung – Schmetterlinge im Bauch und erster Kuss. Wirkte für mich leider wahnsinnig aufgesetzt und rein gedrückt.
Die Bewertung hat mir diesmal ziemlich Nerven gekostet. Es war ein für und ein wieder. Ein Abwägen.
 3 von 6 möglichen Krümeltörtchen erhält der erste Band der Sharj Reihe. Er hat Spaß gemacht, zeigt aber auch deutlich seine Schwächen.

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