Dienstag, 31. Oktober 2017

Halloween-Lesenacht bei Julia´s Lesewelt


Passend zur gruseligen Zeit heute, veranstaltet die liebe Julia auf ihrem Blog eine gruselige Lesenacht, bei der ich einfach nicht nein sagen konnte. Welches Buch ich mir dazu schnappten werde, weiß ich noch nicht. Mal schauen was mein Regal feines hergibt. 

Beginn der Lesenacht: 31.10.2017 um 20 Uhr
Ende der Lesenacht: 1.11.2017 um 2 Uhr 

20 Uhr gehts los. 

 20 Uhr: Mit welchem Buch startet ihr in die Leserunde?

Eine Weile bin ich um meine Regale geschlichen und konnte mich nicht entscheiden, bis mich "Darkmouth" anlächelte. Und das im warsten Sinne des Wortes. Nette Zähne, oder? Und wie gemacht für Halloween.
Dabei liegt es zusammen mit dem zweiten Band schon etwas länger hier. Aber wann könnte man Monster und Co. besser begrüßen als heute? Ich bin gespannt. :D

Klappentext

Minotauren, Monster, Höllenhunde: Willkommen in Darkmouth!

Es gibt 1000 Gründe, nach Darkmouth zu kommen. Und eine Million, es lieber zu lassen. Das Leben des zwölfjährigen Finn ist alles andere als langweilig. Denn er ist der Sohn des letzten amtierenden äLegendenjägersô von Darkmouth. Dabei will er mit den Monstern eigentlich gar nichts zu tun haben! Doch als der finstere Riese Gantrua plant, geheime Portale zur äVerseuchten Seiteô zu öffnen und die gruseligsten und gefährlichsten Legenden auf Darkmouth loszulassen, hat Finn keine Wahl. Gemeinsam mit seinem Vater und der vorwitzigen Emmie stellt er sich dem großen Kampf.

21 Uhr: Könnt ihr gruselige Bücher lesen?

Ich liebe gruselige Bücher wie z.B Stephen King oder andere. Auch wenn meine Fantasy dabei gerne mal mit mir durchgeht. Einmal als ich "Birdbox" gelesen habe das total Nervenkitzel ist beim Lesen, ist irgendwas gegen meine Scheibe geprallt und ich habe mich vielleicht erschreckt. *lacht*

22 Uhr: Würdest du eher Nachts aufwachen und gruselige Geräusche hören oder Nachts aufwachen und gruselige Schatten sehen?

Fast die Frage verpasst, so sehr war ich in meinem buch drin. :D Ich würde aber auch die Schatten nehmen. Die sind leichter zu vertreiben. Geräuschen muss man nachspüren und das ist ja viel unheimlicher. Immerhin könnte ja hinter jeder Ecke was lauern.

23 Uhr: Wie würde dein Halloween Kostüm aussehen?

Ich wäre gerne etwas eher klassisches. Ein Vampir oder ein Werwolf wären cool. Sie gehören beide zu meinen Lieblingsmonstern. Außerdem wäre ein Harpyien oder Basilisk-Kostüm wohl auch eher schwerer umzusetzen, zumindest so, das es auch gut aussieht.

24 Uhr: Wann hast du dich zuletzt so richtig gegruselt?

So richtig? Uff das ist schwer. Ich glaube das ist schon eine weile her, als ich die eine Supernatunal Folge mit Bloody Mary gesehen habe. Danach habe ich tagelang den Spiegeln misstraut. XD Aber es war beruhigend, das es einer Freundin genauso ging. Ich war also nicht alleine irre.

Damit verabschiede ich mich aber für heute und wünsche eine gute Nacht.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Shary und das Wasser des Lebens

Titel: Sharj und das Wasser des Lebens
Reihe: Ja - Band 1 der - Shary - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Audrey Harings
 Genre: Kinderbuch / Fantasy
ISBN: 978-3-7412-0861-4
Preis: 29,00 $ (D) Hardcover
13,99 $ (D) Taschenbuch
5,99 $ (D) E-Book
Seiten: 206
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Erschienen:  25 September 2017

"Ich muss vorsichtig sein, darf keine Indizien hinterlassen, keine eigenen Telefonleitungen benutzen, mich unauffällig verhalten. Die Telefonnuummer habe ich ohnehin noch im Kopf. Sobald es sich ergibt, werde ich ihn anrufen - von einem öffentlichen Telefon aus. Er muss mir  das Gift beschaffen, und wenn ich dafür selbst nach Brasilien fahren muss."
Für Sharj ist es ein Tag wie jeder andere. Doch plötzlich ist sie mit ihrem Freund José in einer vollkommen anderen Welt. Dort soll sie den König retten. Als Elfe und Drache stürzen die beiden von einem Abenteuer in das nächste und müssen gegen böse Wesen kämpfen. Der Drache wird entführt, da ist es gut, dass Sharj, die Elfe, bereits zwei Freunde gefunden hat, die ihr helfen möchten, José aus den Fängen der bösartigen Stumps zu befreien. Während Sharj sich in dieser fantastischen Welt behauptet, schmieden ihre Pflegeeltern einen teuflischen Plan, um Sharj für immer loszuwerden.

Das Cover gefällt mir selber sehr gut. Darauf zu sehen ist Sharj einmal in ihrer normalen Menschengestalt und einmal in der Elfenform, welche sie nur im Mispeltal annimmt zu sehen. Viel grün und gedeckte Farben.
Auch im Inneren des Buches setzen sie die Bilder zu fast jedem Kapitel fort. Gerade am Anfang gewöhnt man sich schnell daran und freut sich richtig auf das nächste. Da ist es schade, dass es eben nicht zu jedem Kapitel ein passendes Bild gibt. So wirken diese Übergänge dann leider etwas lieblos. Mir hätte es besser gefallen, wenn man diese Bilder dann auch komplett durchgezogen hätte.
Am Anfang findet sich zudem eine Bildergallerie der Charaktere.
 
Erster Satz - "Mona, aufstehen!"

Seit dem Unfalltod ihrer Eltern lebt Sharj lebte sie bei ihren Pflegeeltern Claudia, Otto und deren Tochter Mona.
Während eines Projektages, der sie zum Wasserholen an den See führt passiert dann das unglaubliche. Sharj und ihr bester Freund Jose werden von einem sprechenden Hasen ins Mispeltal geschickt um das Wasser des Lebens zu finden. Denn nur dieses ist noch in der Lage, dem König das Leben zu retten und so alle Bewohner des Tals vor schlimmen zu bewahren.
 Sharj, Jose, Mona und deren beste Freundin Tina sind im Buch 15 Jahre alt. Das erfährt man schon sehr früh und beißt sich für mich selbst mit der eher kindlichen Ausdrucksweise und den Handlungen der Protagonisten, an die ich mich erstmal gewöhnen musste. Auch der Stil des Buches wirkt sehr viel eher auf jüngere Leser zugeschnitten. Kurze, einfache Sätze, viele Absätze die den Text in Blöcke unterteilen. In der Altersempfehlung ist dies beachtet worden, hätte für mich aber auch an dieser Stelle durchgezogen werden müssen. So stolperte ich immer, weil mein Kopf mir zurief "Hallo die sind 15!".
Das Buch selber ist großteils abwechselnd aus der Sicht unterer beiden Helden geschrieben und verlockt auch mal zu einem grinsen. Besonders wenn sie gerade anfangs nicht wissen wie Ein Drache oder eine Elfe funktioniert.
"Ja", antwortete der Hase. "Mir wurde aufgetragen, zwei Menschenkinder mit reinem Herzen zu finden - und das müsst ihr beide sein."
"Aber warum hast du und gesucht?", fragte Jose.

Sharj und Joes sind sich beide von den Charakterzügen sehr ähnlich. Beide sind tapfer, nett, loyal, freundlich. In einem Kinderbuch also gute Protagonisten, wenn man böse und gut sehr deutlich trennen will, auch wenn sie mir wieder - wenn ich ihr Alter mal wieder bemühe - zu durchsichtig sind. Besonders wenn ich es mit ihrer "Schwester" Mona vergleiche, welche durch ihre Eigenarten und Macken einen tollen Charakter bekommen hat. Und das, obwohl sie nur eine Randfigur war. Es geht also doch.
Ein weiter Grund weswegen ich mich gerade zum Ende ein wenig darüber geärgert hatte, das unsere zwei Helden so austauschbar waren.
Die Nebencharaktere wie der Rabe Pitty und andere kamen und gingen ohne sich ebenfalls groß abzuheben denn auch wie waren nett und freundlich und loyal . . .
 Die Idee das Jose und Sharj im Mispeltal eine andere Gestalt tragen hat mir übrigens wirklich sehr gefallen.

 Dieses Buch macht es mir wirklich nicht einfach. Auf der einen Seite finde ich die Idee toll. Die Buchgestaltung spricht mich sehr an und jung wie alt werden an den Bildern ihre Freude haben. Besonders da man da eben Szenen aus dem jeweiligen Kapitel entdeckt. Die Welt um das Mispeltal scheint neu und aufregend.
Auf der anderen stolperte ich dann immer wieder über Dinge, die mich aufseufzen ließen. Zum Beispiel das Jose und Sharj nicht einmal wirklich nachfragten, warum es denn unbedingt Kinder mit reinem Herzen sein müssen die das Wasser besorgen? Es wurde im Verlauf des Buches einfach unter den Tisch fallen gelassen. So gesehen hätte sich unser Hase Amur den Weg sparen können. Die Tatsache der "Wunderheilung" eines schwer verletzen Kaninchens mit eventuell inneren Verletzungen binnen Sekunden wurde auch nicht eines fragenden Blickes bedacht. Hinzu kommen große und kleine Zufälle, die unseren Freunden so oft in die Hände spielten, dass die sich im Grunde auch kaum weitere Gedanken machen mussten.
Nimmt man dann noch gewisse Logikfehler hinzu, hat das Buch so einige Kannten die mich leider durchaus manchmal in den Wahnsinn getrieben haben.
Und dann kam das Ende. Versteht mich nicht falsch, ich liebe so kleine Schwärmerei und erste Gefühle die sich langsam aufbauen. Aber da liegt auch der Hase – sorry Maur – im Pfeffer. Langsam ist das Zauberwort. Und nicht plötzlich von jetzt auf gleich – ohne jegliche Gedanken oder Gesten in diese Richtung – Schmetterlinge im Bauch und erster Kuss. Wirkte für mich leider wahnsinnig aufgesetzt und rein gedrückt.
Die Bewertung hat mir diesmal ziemlich Nerven gekostet. Es war ein für und ein wieder. Ein Abwägen.
 3 von 6 möglichen Krümeltörtchen erhält der erste Band der Sharj Reihe. Er hat Spaß gemacht, zeigt aber auch deutlich seine Schwächen.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Viel näher als zu nah

Titel: Viel näher als zu nah
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Angela Kirchner
Verlag: Dressler
 Genre: Kinderbuch / Fantasy
ISBN: 978-3-7915-0057-7
Preis: 16,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 256
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Erschienen:  25 September 2017
"Fütterungszeit ist erst in zwei Stunden!", sagt er entschieden. "Der halbe Elch vom Frühstück muss bis dahin reichen."

Am Anfang war der Knall. Es ist diese Nacht, diese Party, die alles verändert im Leben von Fey und Lucas. Fey und ihre Freundin wollen eigentlich nur nach Hause und geraten mitten rein in das Motorradrennen von Lucas und Ben, mitten rein in den Unfall. Mitten rein in ein neues Leben. Und dann treffen Fey und Lucas sich wieder. Obwohl sie sich hassen sollten, sprüht es Funken, und nicht nur vor Wut!

Ich finde es wirklich wahnsinnig schade, dass das Bild dem Cover nicht gerecht wird. Denn auf ihm seht ihr nicht, das der blaue Rand aus Leinen ist, das die Schrift eingestanzt ist und im Licht toll funkelt. ♥
Ich bin richtig verliebt. Alleine von der Haptik großartig.
Am besten schnell mal in den Buchladen und sich das Buch anschauen. Vielleicht seit ihr ja genauso verliebt wie ich. 
 
Erster Satz -  Ich kann das.

Zu behaupten das Lukas Mist gebaut hat, wäre die größte Untertreibung des Jahrhunderts. Denn durch ihn sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Sich selbst zählt er nicht mit. Er hat es verdient, denkt er. Und während sein Gewissen ihn langsam auffrisst, er nicht weiß wie er sein Leben überhaupt wieder auf die Reihe bekommen soll, erkennt er, das er eines der Mädchen kennt. Das er Fey auf dieser Party getroffen hatte die der Anfang vom Ende war. Und nun hasst sie ihn. Verständlich. Nachvollziehbar.
Sie wird ihm nie verziehen.
Zufällig begegnen sie sich immer wieder. Ein grausames Spiel oder Heilung für sie beide?

 Dieses Buch ist wahnsinnig zart. Vom Stil, von dieser fast zerbrechlichen Handlung, die durch ein falsches Wort komplett abstürzen könnte. Denn dieser Drahtseilakt zwischen Gewissen, Geschehen und Gefühlen erfordert Fingerspitzengefühl. Sobald es auf einer Seite zu viel wird, stürzt das Buch unweigerlich ab.
Davor hatte ich Angst und wurde von Seite zu Seite mehr beruhigt. Denn Angela Kirchner besitzt genau dieses Gefühl, mit dem sie ihren Charakteren Leben gibt, ohne sie merkwürdig zu verbiegen. Ohne das sie unrealistisch wirken. Sie führt uns durch das Buch - wobei der Großteil aus Lucas Sicht erzählt wird – und setzt uns am Ende auch kein wirkliches Ende, was ich mehr als passend finde. Denn für Lucas und Fey ist es noch nicht vorbei, auch wenn der Leser sie verlassen muss.

Ist das eine Sitcom hier? Ein Test, wie oft ich es aushalte, ihm über den Weg zu laufen, ohne dabei den Versstand zu verlieren und eine Dummheit zu begehen?
 
Der Großteil des Buches wird von Lucas erzählt und nur hin und wieder bekommt Fey einen Part. Diese Idee fand ich gleich zu Beginn des Buches super. Zumeist werden Geschichten mit Romantik immerhin aus der Mädchensicht erzählt. Hier dreht die Autorin mal den Spieß rum. Dabei habe ich Lucas sehr ins Herz geschlossen. Er ist ein Junge, der sich seine Schwächen – oder eben die Nachwirkungen des Unfalls – nicht vor anderen eingestehen will. Dabei ist er, aber eben kein Arsch dem alles egal ist. Er weiß, dass er Mist gebaut hat. Großen Mist. Und er versucht das irgendwie wieder hinzubekommen. Macht Fehler dabei und steht trotzdem immer wieder auf.
Fey ist gerade am Anfang schwer einzuschätzen. Da geht es dem Leser und Lucas gleich. Hier helfen die kleinen Passagen aus ihrer Sicht, die zeigen, warum sie so sehr versucht ihn zu hassen, und auf eine Art daran scheitert, die für sie neu ist. So wirken ihre Launen zwar Sprunghaft, sind aber auch Selbstschutz.

Wer bei diesem Buch eine typische Liebesgeschichte erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Denn es zieht sich zwar zartes Gefühl durch das Buch, dennoch würde ich es nicht als Hauptaspekt bezeichnen. Im Vordergrund steht der Unfall und seine Folgen. Die sich dadurch Leben verändern. Auf beiden Seiten. Denn Lukas hat mehr als nur die Verletzungen mit sich herumzutragen.
Seine Gedanken dazu tragen dieses Buch. Die Beziehungen zwischen ihm und seinen Eltern und vor allen seinen besten Freund Ben. Gerade bei ihm merkt man, das eine Geschichte im Hintergrund lauert, denn Lucas erkennt, dass er nicht immer ein toller Freund war. Und das Ben es eben auch gebraucht hätte.
So haben wir zarte Fäden die sich von der Hauptgeschichte abspalten und ein Eigenleben entwickeln. Nicht jede davon wird zu Ende erzählt und der Leser bleibt mit Fragen zurück, denn das Buch hat kein richtiges Ende. Aber ich schloss das Buch mit dem Wissen, da die vier das schon hinbekommen würden.

Wie Lucas aber zu seinem Spitznamen gekommen ist, hätte mich schon interessiert. 

"Aber ich muss das aus dem Kopf kriegen, sonst kann ich nicht mal über normal nachdenken."
"Okay, dann leg los."
"Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll."

Die einzige Scharte, die sich das Buch dann doch geholt hat, lag kurz vor dem Ende. Dieses Detail um Fey´s Mom fand ich zu viel Zufall. Zu gut platziert um wirklich reinzupassen. Hätte man meiner Meinung einfach weglassen können. Das Buch hätte das einfach nicht gebraucht.

Hier wartet auf euch eine tolle, neue und einmal ganz andere Geschichte über Folgen, Gefühle und Gewissen.
 5 von 6 möglichen Krümeltörtchen ergaunert sich "Viel näher als zu nah" geradezu spielend. Angela Kirchner werde ich mir merken. 😊

Montag, 23. Oktober 2017

Montagsfrage ^-^


Hast du schon einmal eine Fanfiktion zu einem Buch geschrieben?

Zu einem Buch direkt nicht, aber zu einem Manga. Ich war damals absolut süchtig nach der Manga-Reihe Alice Academy. Ich war – und bin es immer noch – so begeistert von dem wechsel der Stimmung im Verlauf der Geschichte. Von abgedreht zu ernst. Echt toll. Kann ich jedem empfehlen. Auch wenn die Anime-Umsetzung wirklich für die Tonne war. *hust*
Und genau dazu habe ich Fanfiktion geschrieben. Natürlich mit meinem Lieblingschara Natsume ♥.
Das hat sich dann aber irgendwann verlaufen. Die Reihe – und Mangas – lese ich immer noch gerne, belasse die Geschichten, aber wo sie sind. So das ich auf Fanfiktion inzwischen eher nur noch sehr, sehr selten lese.

Und wie ist das bei dir?



 

Samstag, 21. Oktober 2017

Die verkehrte Stadt - Die wahrscheinlich seltsamste Geschichte, die du je gelesen hast

Titel: Die verkehrte Stadt - Die wahrscheinlich seltsamste Geschichte, die du je gelesen hast
englischer Titel: The Bone Thief
Sprache: Deutsch
Autor: Alyson Noel
Verlag: Dressler
 Genre: Kinderbuch 
ISBN: 978-3-7915-0058-4
Preis: 16,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 320
empfohlenes Alter: ab 10 -12 Jahren (laut Verlag) → eher ab 14
Erschienen: 23. Oktober 2017
"Es sind menschliche Knochen."
"Du meinst - von toten Schülern? Die ins Loch geschickt wurden und niemals zurückkehrten?" Frankies Stimme ist voller Panik.

Verkehrte Welt! In Grimslys Heimat Quiver Town ticken die Uhren etwas anders. Da haben die Menschen schon mal Hummerzangen statt Hände, bringen Katzen Ferkel zur Welt und fließen Wasserfälle im Kreis. Also alles normal seltsam. Nur Grimsly, elf Jahre alt und einziger Tierbestatter von Quiver Town, ist anders, also »gewöhnlich«. Doch dann stiehlt jemand die Knochen vom Friedhof und die Stadt verliert eine Ungewöhnlichkeit nach der anderen. Grimsly und seine besten Freunde machen sich auf den Weg, die Knochen zurückzuholen und Quiver Town zu retten, und dieser Weg führt sie bis in unsere seltsam normale Welt und zurück!

Das Cover passt so großartig zu diesem Titel, das es wohl so einige zu diesem Buch greifen lässt. Denn es ist so herrlich verrückt das ich immer wieder kleine, liebevolle Details entdecke.
Auch im Buch selber leiten kleine Bildchen – die sich auch mal wiederholen – die Kapitel ein oder beenden sie. Gerne mal mit stilvollen Schädeln. 

Das englische Cover ist nicht ganz so verrückt, dafür aber durchaus ziemlich cool. Außerdem möchte ich jetzt unbedingt ein buntes Kaninchen haben. Warum nur. *grins*
Ich glaube ich finde es eine Spur cooler als das deutsche.
Erster Satz  - Professor Snelling klaute einen Löffel von meinem Stapel, hält das untere Ende mit Zeigefinger und Daumen fest und verbiegt den Löffel nur mit der Kraft seiner Gedanken erst zu einem Kreis, dann zu seinem Herzen und schließlich zu einem fünfzackigen Stern.

Grimsly ist so normal und durchschnittlich, dass es in einer Stadt in der es Leute mit Fischschwänzen, Tierohren, Flügeln und besonderen Fähigkeiten geradezu unnormal heraussticht. Kein wunder also, das er unter seiner Normalität leidet und sich manchmal vielleicht wünscht dazuzugehören. Doch als plötzlich alles beginnt langsam normal zu werden, Leute ihre Fähigkeiten verlieren und Hunde Welpen anstatt lila Ferkel zu bekommen, merkt er, das etwas faul ist.

Für diejenigen, die fürchten, anders zu sein. 
Und für diejenigen, die glauben, sie seien normal.

Plötzlich muss er seine verrückte Heimatstadt verlassen und in der Außenwelt die Lösung finden. Doch was er dabei herausfindet, ist kaum zu ertragen und stellt alles in Zweifel, was er je zu wissen geglaubt hat. Wie soll er nur Quiver Town retten?

In diesem Buch geben sich Verrücktheiten, Details und eine rasante Geschichte die Hand. Dabei ist sie aber auch wahnsinnig komplex und wird auf verschiedenen Ebenen erzählt, die man im Kopf behalten muss. So greifen Vergangenheit und Gegenwart über Kapitel ineinander und verweben sich zu einem dichten Teppich. Großartig beim Lesen und doch musste ich schon diesbezüglich etwas über die Alterstempfehlung die Stirn runzeln. Klar gibt es auch bei Kindern unterschiedlich gute Leser, aber kann ein Kind ab 10 wirklich dieses Buch verstehen? Denn neben der komplexen Handlung steht eben auch der Tod immer und unmittelbar im Vordergrund. Wir haben unseren Protagonisten der Tierbestatter ist. Aber damit hört es eben noch nicht auf. Wir haben böse Leute die Knochen stehlen, die ihrer eigenen Verwandtschaft in einem Raum ausstellen, bunte Hasen töten - wird nur benannt es gibt keine Details dazu!! - um an die Knochen zu bekommen.
Der Tod ist also immer irgendwie da. Deswegen würde ich es eher älteren Kindern ans Herz legen.
Grimsly ist normal und fühlt sich gerade dadurch ausgegrenzt in einer Welt, in der gerade das seltsam ist. Als er dann aber in der Normalität landet, wird er auch da wegen seiner sonderbarkeit ausgegrenzt. Ein interessanter Gedanke, der alleine mit dem erschaffen dieser Figur zusammenhängt und der am Ende eine schöne Moral erhält.
Damit sind wir aber mit Grimsly noch nicht fertig. Er ist toll. Kein Held wie er im Buche steht aber mutig genug, um seine eigene Angst zu überwinden. Seine Freunde und das was er liebt zu beschützen. Es ist sehr leicht mit ihm durch das Buch zu gleiten und sich so manches Mal überraschen zu lassen.
Die restlichen Figuren sind mehr oder weniger wichtige Nebencharaktere. Egal ob die direkte Ming, der pragmatische Oliver oder den Rest der Bande. Alle sind da und unterstützen Grimsly, obwohl es scheint das er der "nutzloseste" von allen ist.

Das Einzige, was die Menschen ferngehalten hat, war ihr eigener Unwille, zu glauben, dass es etwas Besseres außerhalb dessen gibt, was ihne beigebracht wurde. 

 Das einzige was mich tatsächlich gestört hat, ist das der Teil Nebencharakter den wir am Anfang als böse und fies kennengelernt hat, im verlauf des Buchs – für mich viel zu plötzlich – eine 180° Wendung vollführt hat. Zwar blieb unser lieber Grimsly noch etwas vorsichtig, aber das ging mir zu schnell.

 Das Buch ist wirklich toll. Komplex und mit Szenen und Sätzen die zum Nachdenken anregen. Es geht also nicht nur um die Knochen, sondern auch um die Erfahrungen die Grimsly lernt. Es geht darum zu erkennen das man nicht nur in den vorgegebenen Bahnen denken sollte, sondern seine Gedanken treiben lassen darf. Ihnen Flügel verleiht und sie von Magie verzaubern lassen muss. Es geht um Freundschaft und das Erkennen wo man selber steht und wie man sich auch selber sieht. Es geht einfach um so wahnsinnig viel.
Darum sage ich, es ist sehr komplex und auch wenn es durch die skurrile Umgebung auch mal zum Grinsen ist, liegt doch überraschenderweise eher Ernsthaftigkeit in diesen Seiten. Der Tod ist präsent bis zur letzten Seite.
Dennoch sollte man es nicht einfach abwinken. Denn die Geschichte ist toll. Wirklich. Nur eher lieber für ältere Kinder.

Kinderbuch oder nicht, dieses Buch ist eher etwas für geübte Leser. Aber dann erwartet euch eine Geschichte die ich selber so noch nie hatte. Neu und ganz anders als alles zuvor.
5 von 6 möglichen Krümeltörtchen für eine Geschichte zwischen Knochen und Staub.


Freitag, 20. Oktober 2017

Book Whisper Challenge - White or Black - Aufgaben im November

Die Buchmesse ist vergangen und man hat von ihr Bücher, Empfehlungen und viele, viele Wünsche mitgebracht. Weihnachten rückt ja immer näher und näher. Ich plane schon die Geschenke und werkel im off an der ein oder anderen Sache.
Außerdem winkt auch ein neuer Monat mit neuen Aufgaben. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. 

Hautaufgabe (3P)
Die Tage werden immer kürzer und die Nächte länger. Perfekt um sich mit einem Tee unter die Decke zu kuscheln. Aber manchmal hätte man schon mehr Zeit. Also schnappe sie dir und ließ für diese Aufgabe, ein Buch mit einer Uhr auf dem Cover.
 Nebenaufgabe (je 1P)
 1. Lies ein Buch mit Illustrationen.
2. Lies ein Buch mit mindestens einem Stern auf dem Cover.
 Zusatzaufgabe (3 Punkt.)
1000 Kraniche gilt es zu falten, um einen Wunsch von den Göttern erfüllt zu bekommen. Eine Geschichte um wohl das bekannteste aller Origami-Motive. 1000 müssen es nicht gleich sein, aber faltet doch mal euren ersten Origami-Kranich.😉
 
 
 Quest (1P pro Teammitglied )

 Wo wir schon mal bei Legenden sind. Kennst du eine schöne, gruselige oder traurige Legende aus deiner Umgebung? Teile sie mit uns.
Hier könnt ihr gerne auch einen Link angeben und müsst die Legende nicht selber abtippen!!



Donnerstag, 19. Oktober 2017

- Snapshot - Mia voll verdoodelt #2 - Schafe im Wolfspelz

Titel: -Schafe im Wolfspelz
Reihe: Ja - Band 1 der - Mia voll Verdoodelt - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Jem Packer, Duncan McCoshan
Verlag: arsEdition
 Genre: Kinderbuch
ISBN: 978-3-8458-1576-3
Preis: 9,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 224
empfohlenes Alter: ab 9 Jahren
Erschienen: 17. August 2017
Zuerst Clarissa: Ich mache jede Wette, dass sie denkt: Super, da kann ich mal wieder so richtig angeben - teuere Klamotten kaufen  - ein großer Star werden - das wird ein Riesenspaß.

Bühne frei für Mia!
Ich stehe also auf der Bühne, vor mir ist die gesamte Schule versammelt. Triefende Nudeln hängen von meinem Kopf und meine Mutter singt in den höchsten Tönen in einem Tutu. Diesmal wird es tierisch musikalisch. In der Talentshow der Schule dreht sich plötzlich alles nur noch um singende Werwölfe, und Mias Dad trällert munter Karaoke-Songs im China-Restaurant. Und dann lässt Mum die Bombe platzen: Sie hat doch tatsächlich eine Stelle an Mias Schule angenommen. Als Lehrerin! Mann, ist das peinlich!

Cover und auch Innengestaltung erinnern nicht nur stark an Gregs Tagebuch, sie gehen auch in dieselbe Richtung. Kleine und große Zeichnungen überziehen die Seite, untermalen den Text oder heben Wörter hervor. Dabei rückt das eigene "Lesepensum" natürlich etwas in den Hintergrund und so sollten sich Eltern von den etwas über 200 Seiten nicht abschrecken lassen. Etwas weniger als die Hälfte stellt sich hier nur als eigentlicher Text heraus.
Auch die Zeichnungen sind eher schnell gemacht. Wie fix "hingekritzelt" ohne neben sich lange an Details oder Proportionen aufzuhalten. Hier seht der Witz eher im Vordergrund.
Im Gegensatz zu Gregs Tagebüchern ist hier aber eher das ganze auf die weiblichen kleinen Leser ausgelegt.

 Irgendwie konnte mich das Buch nicht packen. Vielleicht weil es auf jeder Seite so wenig zu lesen gab und die Geschichte zwar Vorrangritt, dann aber eben nur mit ein paar kurzen Sätzen. Viele Zufälle gab es natürlich auch. Dann wurden mal Charaktere kurz angerissen und wieder fallen gelassen. Selbst Mia als unsere Prota ging unter und hatte im Grunde kaum eigene Handlungsstränge. Da war kein agieren und reagieren.
Mir fehlte da einfach überhaupt mal ein roter Faden. Oder überhaupt mal ein Faden. Es sprang mir zu sehr und war dann doch eher sehr "banal" ohne etwas zu haben, an das ich mich gerne zurückerinnere.
Vielleicht sind diese "Comic-Romane" a la Gregs Tagebuch ja einfach nicht meine Sache.

 Ich liebe Kinderbücher doch dieses konnte mich leider nicht hinter dem Ofen hervorholen.
2 von 6 möglichen Krümeltörtchen gibt es für Mias verrücktes Abenteuer.



Dienstag, 17. Oktober 2017

Sind dann mal weg

Titel: Sind dann mal weg
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Simone Veestra
Verlag: HEYNE
 Genre: Roman
ISBN: 978-3-453-42150-9
Preis: 9,99 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 400
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 9. Oktober 2017
Vor einigen Monaten hatte esangefangen. Kein Vorwarnen mehr, kein menschnfreundlicher Countdown, der es ihr wie früher erlaubte, sich zu röuspern un "Ich müsste mal" zu murmeln, damit der Schwiegersohn die nächste Tankstelle anfuhr, während sein Seitenblick zu ihrr Tochter schon damals so viel bedeutet hatte wie: Echt jetzt, schon wieder??? Nein, seit Kurzem hieß es: SOS - S(ofort) O(der zu) Spät.

Tina langweilt sich in der Seniorenresidenz Schafweide zu Tode. Einziger Lichtblick: Die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Oles letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde nehmen die Herausforderung an und machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden.
Das Cover passt natürlich mit Eis und Schnee schon in die richtige Jahreszeit. Gleichzeitig finde ich die gezeichneten Figuren toll. Man sieht jedem gleich seine etwas verschrobene Art an. Ich meine da haben wir einen Cowboy und eine der Damen hält sogar einen Drink in der Hand.
Und je mehr man dann von diesem Buch liest, desto mehr glaubt man Charaktere darin wiederzuerkennen. 
 
 Erster Satz - "Okey-dokey, Granny, dann bis nächste Woche - same time, same game."

Tina hat sich das irgendwie anders vorgestellt. Doch seit sie im Seniorenheim lebt, ist ihr Alltag eintönig, leer und viel zu vorbestimmt. Kein Wunder also, das man keine Lust mehr aufs Leben hat. Das muss sich ändern! Doch das sich das gerade damit endet, das Ole stirbt hätte die rüstige Dame nicht gedacht. Vor allen da es sein letzter Wusch war, das seine Asche im norwegischen Meer verstreut wird. Und so müssen sie und die verrückte Truppe nicht nur plötzlich Oles Asche entführen, sondern auch eine Reise antreten, die mehr bereit hält als nur ein Ziel.
 
 Dieses Buch ist großartig. Ich weiß nicht wie oft ich vor mich hin gekichert habe. Aber zwischen all dem Witz liegt mehr. Eine leise Kritik an den Charakteren selbst aber auch mit viel Feingefühl diesem eben auch nicht leichten Thema gegenüber. Es geht eben auch ums älter werden und am Ende ums gehen. Um die Würde, die sich jeder behalten sollte in seinen letzten Tagen. Aber auch um Freundschaft und so viel mehr. Dabei mit einem lockeren Stil der einen durch die Seiten führt.
Besonders die Gedanken der Senioren sind dabei spannend. Jeder hatte sein eigenes Leben und so zielen alle in doch unterschiedliche Richtungen. Kleine und große Geheimnisse warten auf ihre Enthüllung.
 
Wir haben hier ein Buch das am Rande zwischen Humor und Ernst wandelt und diesen Drahtseilakt mit bravo meistert.  
6 von 6 Krümeltörtchen ergaunert sich "Sind dann mal weg" mit leichtigkeit, Humor und den Tücken des älter werdens.
 
 
 

Sonntag, 15. Oktober 2017

Was uns ganz macht

Titel: Was uns ganz macht
englischer Titel: Hole in the Middle
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Kendra Fortmeyer
Verlag: Oetinger
 Genre: Roman / Romance
ISBN: 978-3-7891-0845-7
Preis: 18,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 336
empfohlenes Alter: ab14 Jahren
Erschienen: 6. Juli 2017
Und? Was wäre dein Loch?

Für die Liebe musst du nicht perfekt sein! Morgan hat ein Geheimnis. Sie ist anders als die anderen und das hat sie siebzehn Jahre für sich behalten. Eines Tages beschließt sie, sich nicht länger zu verstecken und wird unfreiwillig zum Internetstar. Die Medien reißen sich um das vermeintlich unperfekte Mädchen. Im Krankenhaus lernt sie kurz darauf Howie kennen, der buchtäblich ihr perfektes Gegenstück ist. Sie könnten sich gegenseitig heilen, aber können sie sich gegenseitig auch ganz machen?

Vom Cover alleine her kann man die Geschichte schnell in den Topf mit den süßen, aber eher lockeren Liebesgeschichten werfen. Aber dann gibt es den Klappentext und man merkt schon, da gibt es mehr. Etwas das zwischen den Seiten verborgen liegt und das man erst entdeckt wenn man es öffnet.
Deswegen nicht gleich wegschauen, auch wenn ihr - wie ich - kein großer Fan von rosa Dingen seid.

Das englische Cover geht da in eine ganz andere Richtung. Das Herz deutet eine Liebesgeschichte an, ist aber nicht so offensichtlich auf Romanze geprägt. Ich glaube mir gefällt da doch unser deutsches am besten. 

Erster Satz -Ein Mädchen wie ich hat genau zwei Möglichkeiten.
 Morgan ist kein normales Mädchen auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Aber sieht man genau hin, bemerkt man, das sie immer die letzte ist, die sich in Sport umzieht. Die einzige, die nicht Schwimmen geht. Eine der wenigen die im Sommer auf Bauchfreie Tops verzichten. Denn Morgan hat ein Geheimnis. Durch ihren Unterbach führt seit ihrer Geburt ein fast perfektes Loch, groß wie ein Pfirsich. Sie weiß das macht sie anormal. Zu einem Freak.
Dann verspricht eine Ärztin Heilung.
Sie lernt Howie kennen. Ihr perfektes medizinisches Gegenstück. Ein Junge der das Schicksal und die Ausgrenzung ebenso ertragen hatte wie sie. Doch die Medien spinnen sich ihre eigene Geschichte zusammen und drängen Morgan immer mehr in die Enge.

Dieses Buch ist nicht laut. Es ist leise und voller Gefhl, das es sich beim Lesen wie eine Decke um einen legt. Mal weich und warm, mal erstickend. Man springt von Gefühl zu Gefühl, lernt Morgan – aus deren Sicht das Buch erzählt – immer besser kennen und sehr gut verstehen. Ich konnte ihre Entscheidungen und Gefühlsausbrücke nachvollziehen. Kaum einer hätte vermutlich anders reagiert. Dazu passt der zarte Stil der Autorin perfekt. Denn neben Morans Geschichte gibt sie den Lesern etwas mit auf den Weg. Eingefangen in der Frage "Was fehlt dir" ihrer Ausstellung, bis zu seiner Antwort gegen Ende des Buches. Diese verrate ich euch nicht. Wo bleibt denn der Spaß. Aber nun wo ich es gerade geschlossen habe, lässt es mich mit einem Lächeln zurück.

Die Presse stößt auf uns herab wie ein Schwarm schwarzer Fliegen.
"Morgen, hier drüben!"
"Was haben eure Ärzte über die Heilung gesagt?"
"Puzzleteile, bitte dichter zusammen und lächeln!"

 Morgen ist so vollkommen normal wie du und ich, von ihrem Wesen her, das man sich leicht mit ihr identifizieren kann. Sie hat ihre Ängste und Sorgen, weiß noch nicht was die Welt wirklich für sie bereithält. Ob sie immer alleine ist und wie sie zeigen kann, wer sie ist. Durch ihre besondere Krankheitsgeschichte kommen dazu noch andere Sorgen hinzu, die sich aber gut auf viele übertragen lässt, wenn man mich fragt.
Howie ist das Gegenteil von ihr. Er ist in einer liebevollen Familie aufgewachsen und hat sein Lächeln nie verloren, auch wenn er eine vorsichtig-schüchterne Art und Weise besitzt, die so wahnsinnig liebenswürdig ist, das ich ihn am liebsten knuddeln würde.
Aber bei diesen beiden gibt es auch Morgans Mutter, der ich schon von Beginn an die Pest an den Hals gewünscht hatte. Diese kalte Frau zieht ihre Karriere ihrem Kind vor und meint dann einfach über ihren Kopf zu entscheiden. Sprich, im Grunde hat Morgan bei ihr gar nichts zu sagen und soll Karriere machen, damit niemand mehr mit dem Finger auf sie zeigt. Klar kann ich verstehen, dass es für sie bestimmt auch nicht einfach ist, aber Morgan muss oft zurückstecken und ihr Verhältnis ist daher eher kühl.
Und dann gibt es noch einige andere, mehr oder weniger wichtigere, Nebencharaktere. Wie die behandelnden Ärzte wo ich gerade Dr. Morse bis zum Ende nicht sicher einordnen konnte. Steht nun ihre Karriere oder doch die Heilung für sie an erster Stelle? Oder Morgans beste Freundin Caro, die wahnsinnig Optimistisch und knuddelig ist.

Was ist dein Loch?
Diese Frage stellt euch bald das ganze Buch und die Antwort wird euch überraschen. Denn sie ist nicht einheitlich. Sie ist viele. Hunderte. Jeder hat eine eigene. So komplex und anders. Das gibt einem das Buch nach dem Ende mit. Eine eigene Antwort darauf, verpackt in einer tollen Geschichte, deren einziger Knackpunkt für mich darin liegt, das mir Morgans und Howies "Makel" viel zu konstruiert erschien. Nicht das ihre Mutationen auf genetischer Ebene das perfekte Ebenbild des anderen sind, nein, das nicht. Eher das es eben auch auf physiologischer so ist. Warum muss das eine genau an der gleichen Stelle sein wie das andere? Genau das hat mich gestört. Hätte Howie es an anderer Stelle, wäre mir das vermutlich nicht so ins Gesicht gesprungen. Nicht einmal das die beiden die einzigen mit diesem Defekt sind, hat mich so arg gestört wie dieses Detail. So fand ich auch die "Einpassungen" absolut als Schikane von Dr. Morse. Denn ihren Sinn konnte weder Morgan noch ich nachvollziehen.

"Du siehst beschissen aus", sagte sie.
"Hab gerade gekotzt."
"Nein, ich meine, ganz grundsätzlich", sagte sie. "Du siehst aus, als hätten George Romero und Tim Burton ein Kind bekommen und das führt gerade in deinem Leben Regie."

Aber diese Kante kann man verziehen, denn dieses Buch mit wirklich etwas ganz besonderes. Nicht nur, weil es dem Leser etwas mit gibt, sondern auch weil es das mit einer Ruhe tut, die sich unweigerlich um einen legt. So wird Morgan zu einem Symbol, das sie zwar nie sein wollte, aber dessen Kraft sie zu verstehen beginnt.
Das Ende fand ich übrigens grandios gehalten. Aber leider würde hier ein Spoiler beginnen und deswegen … Psst!

 Eine besondere Geschichte mit einer ganz eigenen Magie. Ruhig und wunderschön.
5 von 6 Krümeltörtchen für dieses besondere und wunderschöne Buch. Gebt ihm eine Chance wenn ihr Geschichten die einfach anders sind genauso liebt wie ich.