Freitag, 22. September 2017

Schwarzwasser


Titel: Schwarzwasser
Reihe: Ja - Band 7 der - Kommissar Wallner - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Andreas Föhr
Verlag: Knaur
 Genre: Krimi
ISBN: 978-3-426-65421-7
Preis: 14,99 $ (D) Klappenbroschur
Seiten: 480
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 1. Juni 2017
     
"Mein Gott, er ist seit fünf Jahren Witwer. Wenn er da Bedürfnisse hat -  warum nicht."
"Ach so, das ist normal. Entschuldigung. Ich dachte, so was machen nur Menschen, die wir nicht kennen."
"Wie du siehst, machen das auch andere Menschen."
Als Kommissar Wallner, Chef der Kripo Miesbach, die Nachricht erhält, man habe die Leiche eines alten Mannes gefunden, bleibt ihm beinahe das Herz stehen: Seit Stunden ist sein Großvater Manfred abgängig und auf dem Handy nicht zu erreichen ...
Am Tatort angekommen, stellt Wallner erleichtert fest, dass Manfred wohlauf ist – er und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner haben den Toten - Klaus Wartberg - entdeckt. Am Tatort findet sich auch eine verstörte junge Frau, die die Tatwaffe in der Hand hält. Hat sie Klaus Wartberg ermordet? Schon bald stellt sich heraus, dass der Ermordete gar nicht tot sein dürfte. Ihn hat es nämlich nie gegeben. Seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen, der Lebenslauf ist frei erfunden, Freunde oder Familie gibt es nicht. Wer also war der Tote wirklich? Was verbindet ihn mit der jungen Frau? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?



Wer die anderen Teile kennt, sieht gleich, dass das ein neues Band vom Andreas Föhr ist. Und obwohl es eben die typischen Krimi-Farben trägt, wirkt es nicht einmal halb so bedrohlich. Vielleicht aber auch weil man weiß, das man bei diesem Autor neben einem spannenden Fall auch viel trockenen Humor erwarten kann.
Erster Satz - Die Fau war zweiundzwanzig Jahre alt und wohnte im dritten Hinterhof eines Haltbaus in Kreuzberg.

Für Kreuthner sollte der Abend eigentlich ruhig verlaufen. Gut er hat da dieses Mädel kennen gelernt und sein Plan, dass das ganze gemütlich im Bett endet ist auch nicht so ganz aufgegangen, aber der Gedanke zählt. Und schlussendlich war es auch ihre Schuld. Sie wollte ja unbedingt ein Haus mit Bibliothek. Da war er ja fast genötigt sich selbiges von Klaus Wartberg zu borgen. Blöd nur das dieser tot in seinem Bett liegt. Da wurde aus dem Abend also nichts. Stattdessen geht es für das ungleiche Team Wallner und Kreuthner nun darum, den Mörder eines Toten zu finden, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. Eine junge Frau rückt ins Zentrum der Ermittlungen. Als Kreuthner ihr jedoch helfen will das ganze gerade zu rücken, lehnt er sich diesmal zu weit aus dem Fenster.

 Wer bei Andreas Föhr bluttriefende Leichen und schnaufende Serienkiller erwartet, wird wohl oder übel enttäuscht sein. Stattdessen hat er aber wahnsinnig viel mehr zu bieten. Da haben wir die tollen Ermittler, die einfach immer ein Grinsen auf meine Lippen zaubern. Fehlt doch kaum einer Unterhaltung dieser leise trockene Humor, den ich so liebe.
Aber auch der Aufbau der Geschichte lässt keine Wünsche offen. Eine durchdachte Handlung, die überraschen kann. Manche Einschübe die man erst als nicht relevant oder Nebenhandlung einsortiert, nur damit sie dann eben doch ihren festen Platz finden. Man ist also immer dabei. Langeweile sucht man hier vergebens.

Ich muss sagen, die Idee solche komplett verschiedenen Protagonisten in ein Team zu packen kann manchmal auch ziemlich gegen die Wand laufen. Gerade, wenn sie eben ständig eher Gegeneinader als miteinander arbeiten. Doch Wallner und sein Kollege sind da anders. Beide ziemlich extrem sei es wegen Hobbys wie schwarzbrennen, Steuerhinterziehung oder auch eine kleine Kälteempfindlichkeit. Sieht man dann den recht gut organisierten und verantwortungsbewussten Gegenpart, ist das wohl alleine schon Grund genug zum Schmunzeln. Die beiden Ergänzen sich super und wenn davon ich nun am meisten mag, weil ich auch noch sieben Bänden nicht.
Dazu kommen dann noch die ebenfalls mal ganz anderen Nebencharaktere, wie andere Kollegen oder wie hier, einen relativ gemeinen Geschäftsmann und einen sehr unglücklichen Rechtsanwalt. Sie alle spielen in die Geschichte mit ein und machen sie lebendig. 



 Wer Humor in seinen Krimis nicht missen will und noch kein Buch von Andreas Föhr ausprobiert hat, sollte das dringend ändern. Sonst wird wirklich was verpasst. Dieser trockene Humor bringt mich immer wieder zum Grinsen. Dazu die manchmal ziemlich speziellen Charaktere. Einfach toll. Und auch wer keine Zeit zum Lesen hat, kein Problem. Dann hört mal ins Hörbuch rein. Das ist vielleicht schon alleine, wegen dem Dialekt noch einmal eine ganz andere Sache. Michael Schwarzmaier als Hörbuchsprecher ist einfach super. Ein toller Tipp, also um längere Autofahrten etwas aufzupeppen.

Humor, Spannung und wahnsiinig viel Spaß beim lesen brachte mir auch Fall Nummer sieben ein. Der einzige Hacken liegt wohl darin, das es bis zum nächsten wieder viel zu lange dauert. 
6 von 6 Krümmeltörtchen für Wallner und Kreuthner. Mögen noch viele Fälle kommen.


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