Freitag, 29. Dezember 2017

Die drei Sonnen

Titel: Die drei Sonnen
chinesischer/ englischer Titel: 三体  /  The Three Body Problem
Reihe: Ja - Erster Band der - The Three Body Problem - Trilogie
Sprache: Deutsch
Autor: Cixin Liu
Verlag: Heyne
 Genre: Science-Fiction
ISBN: 978-3-453-31716-1
Preis: 14,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 592
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen:  12 Dezember 2016

Das Spektrum der kosmischen Miskrowellenstrahlung entsprach ziemlich genau dem eines Schwarzen Körpers der Temperatur von 2,726 Grad Kelvin und war insgesamt isotrop, also gleichförmig in alle Richtigungen, aber es gab lokale Schwankungen der Temperaturkurve in der Größenordnung von ungefähr fünf Millionsteln. 

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

  Das Cover hat was, das kann ich gar nicht bestreiten. Alleine diese zwar ruhige, aber dennoch einnehmende Stimmung lässt doch das Herz des Sci-Fi-Fans höher schlagen. 
Auch wenn ich wirklich gestehen muss, das ich mich richtig in das chinesische Cover verliebt habe. Ziemlich cool, wenn ihr mich fragt.  Das hat noch mal mehr. ♥ 
Das englische ist hingegen unserem sehr ähnlich. Nett übrigens das die Szene auch im Buch auftaucht.

Erster Satz - Der Angriff der Roten Vereinigung auf das Hauptquartier der Kompanie des 28. April lief bereits seit zwei Tagen.

Also es geht um . . . tja das habe ich mich das ganze Buch über auch gefragt. Denn zwar reden alle viel und hauen einen mit Physikalischen Theorien nur so um, würzen alles mit Erklärungen, die man nicht versteht oder schaffen es nach vielleicht ja 150 Seiten überhaupt mal anzudeuten das da was ist was gefährlich sein könnte. Oder auch nicht. Darüber reden sie dann auch noch. "Umwälzend" oder "Erschreckend" wie es im Klappentext heißt, waren höchstens die Müdigkeitsanfälle, die mich immer wieder heimsuchten, wenn ich mich mal wieder an einen Versuch wagte.
Bis zum Ende. Das Buch kam weder in Fluss, noch setzte da eine Dynamik ein. Ich hatte ganze Sätze, die ich dreimal Lesen musste um sie überhaupt annähernd zu verstehen. Und falls zwischen all dem eine Handlung lief, die man als solche ruhigen Gewissens bezeichnen konnte, dann habe ich sie nicht gefunden. Stattdessen wirkte alles wie ein Vorspann. Ein fast 500! Seiten langer Vorspann der einen ins Land der Träume geleitete. Aber zumindest dies mehr als einmal sehr Erfolgreich.

Wisst ihr noch, was für einen Satz ich am Anfang der Rezi gestellt habe? Nein? Ihr dürft gerne nochmal spicken. Und nun? Könnt ihr mir sagen, was er dir/uns sagen will? Und nein, wirklich wichtig für die Handlung war es nicht. Nicht einmal für das bisschen was ich da zusammenkratzen konnte. 
 
"Ein Quanteneffekt ist eine spukhafte Fernwirkung. Auch wenn sich die vier Sophonen an den entgegengesetzten Enden des Universums befänden, würden die Reaktionen genauso schnell übertragen werden, und die Quantenformation, die sie gebildet haben, bleiben bestehen. . . . "
 
 Dieses Buch ist voll davon. Zwar weiß ich dadurch was genau eine "kosmischen Miskrowellenstrahlung" ist, hätte aber auf dieses Wissen auch getrost verzichten können.
Das Buch kommt einfach nicht voran und dümpelt im selben trägen Stil voran. Irgendwann um Seite 250 wird zumindest mal von der Invasion geredet. Ganz wissenschaftlich natürlich. Und politisch. Gewürzt mit immer mehr Wörtern, die man wohl mal googeln müsste.

 Es gibt eine Menge, aber wenn man sie alle überschlägt, sticht im Grunde keiner heraus. Weder habe ich einen lieb gewonnen, noch einem den Tod gewünscht. Alles war grau und gleich. Immer das Schema F, wenn man es mal so ausdrücken darf. Denn es sind immer super kluge Wissenschaftler, die mehr Macht, mehr Wissen oder einfach ihre Ruhe haben wollen. Die zumeist ziemlich Handlungsfaul sind und lieber reden. Viel reden in Dialogen, denen jedes Leben fehlt. Da ist einfach keine Dynamik drin.
Die Aliens selber werden auf den wenigen Einblicken genauso dargestellt. Wir haben also echt Abwechslung. *Ironie*.
 
Nachdem dieses Buch so oft bejubelt wurde, habe ich es fast schon als Sakrileg angesehen das ich es noch nicht gelesen habe. Und nun wünschte ich mir fast, dass ich es nie getan hätte. Aber der Klappentext klang toll und die ersten Seiten versprachen etwas. Was dann aber kam, hätte ich nicht gedacht. Und so kämpfte ich mich durch zähe Kaugummiseiten und hoffte bis zum Ende auf Besserung.
Sie kam nicht.
Von einem Gewinner des Hugo Award´s hätte ich wirklich mehr erwartet. Oder einfach überhaupt mal etwas erwartet. Immerhin ist er einer der wichtigsten Preise in der SF-Literatur!! Und dann steh ich vor sowas . . .
Ihr merkt ich bin enttäuscht. Ziemlich sogar. Vielleicht hätte ich ein Physik-Studium absolvieren müssen, um den tief greifenden Erklärungen etwas abgewinnen zu können. So aber wartete ich nur das es endlich überhaupt mal anfing.
Für mich einfach enttäuschend.
 
 Ohne Tempo, Dynamik und allem was für mich ein Buch ausmacht, muss ich den Auftakt der Reihe für mich schnell abhacken. Weiterverfolgen werde ich das ganze mit großer Sicherheit nicht. 
1 von 6 Krümeltörtchen für ein Buch,  bei dem mir die Erklärung zur kosmischen Miskrowellenstrahlung mehr im Kopf blieb als alles andere.
 
 

Sonntag, 24. Dezember 2017

Frohe Weihnachten ^-^



Hallo ihr lieben.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, viele liebe Leute um euch herum, das ein oder andere Buch natürlich und einfach mal die Zeit die Seele baumeln zu lassen. Viele Plätzchen und Schokolade, Apfelsinen und ein leckeres Weihnachtsessen. Genießt die Zeit trotz fehlendem Schnee - zumindest bei mir - und vergesst nicht, mindestens einmal im Jahr müsst ihr "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" schauen. Noch habt ihr also die Chance!!


Für alle, die jetzt einen Ohrwurm durch die Musik haben tut es mir fast Leid. Aber warum soll es euch besser gehen als mir. *lacht*
Genießt die Feiertage. Ruht euch aus. Kuschelt euch in Decken und vergesst den Tee nicht. Es ist Zeit mal tief Atem zu holen und zur Ruhe zu kommen. Lasst euch also auch von einer wuseligen Familie nicht stressen. ;)

Und falls ihr schon darüber nachdenkt, was euch nächstes Jahr alles bringen wird, habe ich mit der Book Whisper Challenge vielleicht etwas für eure Liste. ;)

 In diesem Sinne Frohe Weihnachtstage. 🙋💞




Samstag, 23. Dezember 2017

Book Whisper Challenge - White or Black - Aufgaben im Januar

Neues Jahr, neues Glück.
So heißt es doch immer wieder. Aber was bedeutet für uns der Januar noch? Natürlich gute Vorsätze und Unmengen an Möglichkeiten! Und Büchern. Vergessen wir vor allen die Bücher nicht.
Im chinesischen Kalender bricht nebenbei bemerkt das Jahr des Hundes an. Lasst uns dieses Jahr mit einer Ehrung beginnen.


Hautaufgabe (3P)

 Lies ein Buch mit einem Hund/Wolf auf dem Cover.

 Nebenaufgabe (je 1P)

 1. Lies ein Buch mit dem Wort "Jahr" im Titel.
(Untertitel zählen wie immer mit)
2. Ganz Klassisch zum Jahresbeginn. 😊 Lies einen Reihenauftakt.

Zusatzaufgabe (1 Punkt.)

 Hast du schon einmal nachgesehen, welches Tier du im chinesischen Sternzeichen bist? Verrate es jetzt und schreib dazu was laut Jahreshoroskop auf dich zukommt.
(Diese Infos findest du ganz leicht im I-net)

  Quest (1P pro Teammitglied )

 Poste ein Bild deines chinesischen Sternzeichentieres.


Dienstag, 19. Dezember 2017

Ich, Eleanor Oliphant

Titel: Ich, Eleanor Oliphant
englischer Titel: Eleanor Oliphant is Completely Fine
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Gail Honeyman
Verlag: Lübbe
 Genre: Roman
ISBN: 978-3-431-03978-8
Preis: 20,00 $ (D) Hardcover
Seiten: 528
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 24. April 2017
     
Endlich hörte er auf zu lesen und sah mich an. "Und was ist Ihrer Ansicht die Ursache für Ihre Rpchenbeschwerden, Miss Oliphant?" 
"Meine Brüste, Herr Doktor", sagte ich. 
"Ihre Brüste?" 
"Ja", sagte ich, "ganz genau. Ich habe sie kürzlich mal geworgen und kam auf fast drei Kilo - beide zusammengerechnet natürlich, nicht jede für sich!" Ich lachte. "Wenn man Ihnen drei Kilo zusätzliche Fleischmasse vor die Brust schnallen würde und Sie den ganzen Tag damit herumlaufen müssten, tät Ihnen vermutlich auch der Rücken weh, oder?"

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Die Farben haben mich zu diesem Cover gezogen und neugierig gemacht doch der Klappentext hat mich nicht auf dieses Buch vorbereiten können. Nun nach Ende des Buches sehe ich das Cover mit anderen Augen. Es ist nicht nur bunt, sondern es liegen Gefühle in diesen Farben. Vielleicht sogar die Veränderung die Eleanor an sich durchmacht. Deswegen finde ich es auch so wahnsinnig gelungen. 
 Die englischen kommen dagegen leider gar nicht an.
Erster Satz - Wenn ich gefragt werde - von Taxifahrern, beim Friseur-, was ich so mache, antworte ich immer, das ich im Büro arbeite.
 Eleanor ist ein wenig anders. Ein wenig eigen. Ein wenig Menschenscheu und ihr perfektes Wochenende beginnt mit einer Flasche Wodka auf der Couch. Als dann jedoch ihr Arbeitskollege in ihr Leben platzt, gerät es ziemlich durcheinander. Und dann gibt es auch noch ihn. Den perfekten Mann. Eleanor hat sich alles ausgemalt. Doch das Leben geht selten diesen Weg. Und herausgeworfen aus ihrem, fragt sich Eleanor schon bald, ob das was sie tut, wirklich leben ist.
 Der Stil dieses Buches liegt nicht in der heimischen Komfortzone. Das bedeutet nicht das er schlecht ist, lediglich das ich eine ganze Weile gebraucht habe, um mich mit ihm so wirklich einlassen zu können. Dies liegt natürlich zum einen an dem sehr besonderen Charakter unserer Heldin, welchen man nur schwer greifen kann, zum anderen an den Situationen. Einem selbst kommen sie so normal und bald vor, so das man unwillkürlich irritiert ist, das Eleanor darin derartige Hürden sieht. Oder sich in ganz andere Sachen wiederum reinsteigert. Sie wirkt weltfremd und damit dem Leser auf eine ungewöhnliche Art fremd.
Das Buch ist dabei zudem aus ihrer Sicht geschrieben, was diesen Eindruck noch verstärkt. So brauchte ich eine weile und bin nun ans Ende des Buches aber ziemlich sicher, das die Autorin es genau darauf abgesehen hatte. Diese Irritation hervorzurufen. Denn fast immer fühlt sich schließlich auch Eleanor.

 Eleanor ist anders. Das weiß sie auch selber. Sie weiß das sie "Nicht normal" ist. Damit lebt sie seit ihrer Kindheit. Auch die Narben auf der einen Seite ihres Gesichts oder die wöchentlichen Anrufe ihrer Mutter, tun ihren Teil dazu bei. Doch was mit ihr wirklich geschehen ist und wie sie da wieder herauskommt. Ob sie da wieder herrauskommt. Das ist ein Kampf bei dem sie und der Leser gleichermaßen begreifen, das sie schon seit Jahren tief in der Depression steckt, das keiner dieses lauernde Monster erkennt, dass einen auf Schritt und Tritt begleitet. Das man genau in solchen Momenten Freunde hat, die auch einmal hart sein können.
Auch Rainmond fand ich toll. Ein etwas verpeilter, bequemer Charakter der sich Eleanor als beste Freundin herausgepickt hat und sie einfach mal mit ins Leben zieht. Dabei wird bis zum Ende nicht klar, ob wegen romantischer Gefühle. Es bleibt dem Leser selber überlassen. Eine super Lösung denn mir hätte das ein wenig das Ende versaut.

 Dieses Buch war zwischendurch wirklich eine kleine Herausforderung. Nicht weil es langweilig war, sondern eher diese extremen Stimmungswechsel. Von Humorvoll zum Heulen zum Schmunzeln und wieder zurück. Manche Seiten zogen mich gemeinsam mit Eleanor hinab so das ich eine Pause machen musste. Nachträglich gesehen genial von der Autorin, denn es zeigt, wie sehr man sich auf Eleanor einlassen kann. Wie nah einem ihr Leben plötzlich geht, ohne das man es merkt.
Erst am Ende bekommt dieses Monster aus Gefühl einen Namen. Depression. Wenn auch nur beiläufig erwähnt war es für mich plötzlich ein wow! Erlebnis. Denn jeder, der so etwas nie durchmachen musste - ich gehöre zum Glück dazu - kann wohl keine Worte dafür finden. Es nicht erklären. Dieses Buch gibt einem einen Anhaltspunkt dazu. Bis zum Ende. Auch das es zwar einen Abschluss hat, aber kein Ende hat mir gut gefallen. Es wird nicht plötzlich alles so hingestellt, als wäre alles gut. Als wäre Eleanor "geheilt". Ihr Kampf geht auch nach der letzten Seite weiter. Doch ich verließ sie mit einem positiven Gefühl, das sie es schaffen wird. Weil sie durch Aufmerksamkeit und Freunde die Kraft dazu gefunden hat etwas zu ändern. Darüber zu reden.

Dieses Buch wird nicht für jeden etwas sein. Denn es ist trotz des bunten Covers keine leichte Lektüre. Ihr Anspruch liegt in Stimmung, Feingefühl und darin, zwischen den Zeilen zu lesen. 
 6 von 6 Krümeltörtchen für ein Buch, dem ich das zu Beginn wirklich nicht zugetraut habe. Für jeden den das Thema interessiert eine absolute Empfehlung.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Die Drachenreiter von Pern #1 - Die Welt der Drachen

Titel: Die Welt der Drachen
englischer Titel:  Dragonflight
Reihe: Ja, Band 1 der - Die Drachenreiter von Pern - Buchreihe
Sprache: Deutsch 
Autor: Anne McCaffrey
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-641-20978-0
Preis: 4,99 $ (D) E-Book

Seiten: 177
empfohlenes Alter: ab 14
Erschienen: 28. Februar 2017 bei Heyne - Original aber von 1968 😊
Leseprobe 
Mit geschickten Fingern löste er die Schale und reiche Lessa die Hälfte des goldgelben Fruchtfleisches. "Auf das wir gemeinsam in den Tod gehen - falls das Ding wider Erwarten doch giftig sein sollte", meinte er grinsend.
Seit Jahrtausenden besteht zwischen den stolzen Drachen und den Menschen, die mit ihnen gemeinsam auf dem Planeten Pern leben, ein festes Bündnis. Die Drachen und ihre Reiter schützen mit ihren speziellen Fähigkeiten Pern vor den katastrophalen Folgen, die die periodische Annäherung eines fremden Himmelskörpers mit sich zu bringen pflegt. Aber die Beschützer des Planeten gelten gegenwärtig nicht viel, denn es ist ungewöhnlich lange her, seit Pern zum letzten Mal in Gefahr war. Als Geächtete fristen die Drachenreiter ihr Leben – bis ihre Stunde wieder kommt. Dann, als der rote Stern nah am Himmel seine Bahn zieht, greifen sie ein und verteidigen Pern gegen eine Invasion der ganz besonderen Art.
Wer oben sich etwas die Angaben zum Buch etwas genauer angesehen hat, der wird aber die Zahl 1968 stolpern. Denn da erblickte das erste Band das Licht der Welt. Da wundert es euch bestimmt nicht, das es schon so einige Cover gab. Das Neue von Heyne ist dabei für mich die Krönung und genau mein Geschmack. Es ist diesem Buch einfach würdig. Ein paar alte musste ich trotzdem für euch zusammensuchen. 
Auch im englischen gibt es so ein paar.

Erster Satz - Rührt die Tommeln für den Krieg, 
Schlagt die Harfe für den Sieg. 
Feuer, friss dich tief ins Land, 
Bis der Rote Stern gebannt.
 Eine unsichtbare Gefahr umgibt Pern. Eine Gefahr die alleine die stolzen Drachenreitern mit ihren geflügelten Gefährten bezwingen kann. Denn nähert sich der rote Stern steht alles vor der Auslöschung. Nur der Phosphoratem der Drachen kann die herabregnenden Fäden zerstören.
Doch nun ist es inzwischen viele Jahre her, das die letzten Fäden fielen und immer mehr Stimmen werden laut, die die Drachenreiter als Nutzlos absetzen wollen. Auch steht das Schlüpfen der neuen Drachenkönigin an und es gilt eine würdige Gefährtin für sie zu finden. So begegnet der junge Drachenreiter F´lare einer jungen Frau die über unglaubliche Kräfte verfügt. Sie scheint perfekt zu sein. Klug, durchtrieben und mit einer Vorahnung behaftet, die die Gefahr verdeutlicht in der sie alle schweben.
Denn der rote Stern nähert sich Pern. Und die Drachenreiter sind viel zu wenige. 
 Jetzt muss ich achtgeben, dass ich nicht gleich wieder anfange zu schwärmen. Aber es ist kaum möglich etwas anderes zu tun. Dieses Buch hat einfach alles. Eine Story die schnell voranschreitet und immer wieder zum Schmunzeln verlockt. Geniale Charaktere die so viel für den Verlauf der Reihe versprechen. Dazu das Einbringen der Drachen, die eben keine "einfachen Tiere" sind, sondern Partner. Dabei verwebt die Autorin Fantasy und Sci-Fi auf eine Art und Weise, das sie untrennbar Hand in Hand gehen, ohne das man beim Lesen das Gefühl bekommt, das sich beide Seiten Kannibalisieren.
Ihr Stil ist dabei wunderbar rund so das man fast durch die Seiten fliegt und ach, wie oft habe ich die Zeit dabei vergessen? 
Der erste Band der Reihe mag kaum 200 Seiten aufweisen und doch baut sie schon hier ihre Charakter großartig auf. Da haben wir F´lare der ein stolzer, aber fairer Drachenreiter ist. Er wurde noch nach den alten Werten erzogen und spürt die drohende Gefahr des roten Sterns. Dabei Besitzt er aber auch einen tollen Humor den er hier und da im Buch verstreut und so seinen Charme zur Geltung bringt.
Oder Lessa, die Gefährtin der Drachenkönigin. Sie ist sehr klug, aber auch durchtrieben, wenn es darum geht ihre Ziele zu erreichen. Sie scheut sich nicht davor F´lare in die Schranken zu weisen. Gleichzeitig ist sie aber sehr Loyal zu jenen, die sie einmal ins Herz geschlossen hat.

"Wir waren nicht immer in Höhlen eingesperrt", erwiederte Ramoth hochmütig und wälzte sich im Wasser, das hohe Wellen ans Ufer schlugen. "Die Sonne scheint angenehm warm, und das Wasser erfrischt. Mir würde es hier gefallen, aber mich übergeht man ja wieder einmal."
Neben den Menschen haben aber auch die Drachen ihr eigenes Wesen. Da gibt es die Drachenkönigin Ramoth - Lessas Gefährtin - die aufgeweckt und wild ist. Sie sit eine gute Königin mit der ein oder anderen Macke - besonders wenn es ums fressen geht. Dann den Bronzedrachen von F´lare, der einen sehr eigenen Sinn für Humor besitzt und trotz seiner Größe ein wahnsinnig lieber Kerl ist.  Genauso wie man Canth und andere auch einfach ins Herz schließt.

Ich könnte den Heyne-Verlag ja immer noch knutschen dafür, das sie dieser tollen Reihe neues Leben eingehaucht hat. Als Kind habe ich damals mal 2 Bände gelesen und mich so sehr in Pern verliebt. Dabei waren es in der langen Reihe nicht mal die ersten und auch keine die Hintereinandergingen. Aber sie waren eben damals schon sehr alt und so eher ein Glücksgriff in einer Wühlkiste. Als ich nun aber dieses Buch sah, war alles plötzlich wieder da und kaum hatte ich angefangen, fühlte ich mich wieder heimisch in Pern. Ein Buch, das so etwas schafft, selbst nach Jahren der Trennung, ist etwas Besonderes.
Jeder Fan von Drachengeschichten sollte sich dieses Band mal näher anschauen. Darin versteckt sich eine Geschichte die sich weder vor der Games of Throne" Story noch vor anderen Autoren wie Naomi Novik oder Christopher Paolini verstecken muss. 
Ich bin froh das diese Reihe noch viele Bände hat und ich Pern bald wieder besuchen kann. Eine Perle unter der Fantasy, die endlich wiederendeckt wurde. Böse wäre ich ja nicht, falls sie doch noch mal als Taschenbuch rauskämen.
6 von 6 Krümeltörtchen für Abenteuer und Spannung und eine Geschichte die ihresgleichen sucht.

Montag, 11. Dezember 2017

Edelstein Challenge 2018

 
Eigentlich dachte ich ja, das ich alle Challenge für das Jahr 2018 beisammen habe. Allerdings habe ich dabei nicht damit gerechnet das Sandra von Miss Page Turner überfällt und mit einer sehr gut bekannten Challenge winkt. Ja genau! Die tolle Edelsteinchallenge geht in eine neue Runde. Und gut, letztes Jahr habe ich nicht alles geschafft, also auf ein neues.
Kommen wir zu den Aufgaben

Die festen Aufgaben:

Lies ein Buch ...
  1. … in dem ein Prinz oder eine Prinzessin vorkommt
  2. … in dem ein Edelstein/Schmuckstein eine Rolle spielt
  3.  … das außerhalb von Europa und USA spielt
  4. … das verfilmt wurde
  5. … mit einem Edelstein auf dem Cover
  6. … mit einem Edelstein im Titel
  7. ... in dem etwas glitzert (z.B Ein Kleid, irgendein Gegenstand etc.)
  8. ... mit einer starken weiblichen Protagonistin Verschollen am Mount McKindley
  9. … mit einem Cover in der Farbe deines Lieblingsedelsteins
  10. … in dem ein Ring von Bedeutung ist
  11. ... das zwischen 2005 und 2010 erschienen ist
  12. … mit mehr als 600 Seiten
  13. … mit einem verzauberten/magischen Gegenstand
  14. … das sehr gehypt wurde
  15. ... dessen Titel mi J, wie Juwelen anfängt
  16. … das bei einem kleinen bez. Indie Verlag erschienen ist (Drachenmond zählt nicht)
  17.  … in dem eine Person mit Adelstitel vorkommt
  18. …, das nicht zu deinen üblichen Genre gehört
  19. … das Bilder bez. Illustrationen enthält
  20. …, in dem dich eine unerwartete Wendung völlig überrascht hat
  21. …, mit einem Charakter, der erst mit der Zeit symphytisch wird Luzie & Leander #1
  22. …, das für dich persönlich wertvoll ist Bartimäus #1
  23. … was in der Vergangenheit spielt, oder an eine historische Zeit angelehnt ist
  24. …, das dir durch ein Voting "aufgetragen" wird (Auswahl liegt ganz bei euch)

Januar




Februar




Samstag, 9. Dezember 2017

Die Schlange von Essex

Titel: Die Schlange von Essex
englischer Titel: The Essex Serpent
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Sarah Perry
Verlag: Eichborn
 Genre: Roman / Historisch
ISBN: 978-3-8479-0030-6
Preis: 24,00 $ (D) Hardcover
Seiten: 336
empfohlenes Alter: ab16 Jahren
Erschienen: 29. September 2017

Das Pendel schwingt von einem Jahr ins andere, und das Gesicht der Tiefe verfinstert sich.

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

Wenn ihr mich fragt, dann ist dieses Cover fast alleine schon Grund genug, sich dieses Buch mal genauer anzuschauen. Ist es nicht wunderschön mit dem gewundenen Schlangenleib und den Pflanzen? So schön detailliert das ist immer wieder gerne vor dem Lesen darüber gestrichen habe. Ein kleiner Traum, das muss man dem Verlag lassen.
Noch dazu sehr passend zum Inhalt.




Im englischen gibt es zwei verschiedene Cover. Einmal das in Grün und dann in Blau. Ich hadere wirklich was ich cooler finde. Das grüne sieht echter – natürlicher – aus, aber würde das blau zu einer geheimnisvollen Sagengestalt nicht besser passen?

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr einen Liebling gefunden?



Erster Satz - Aber dann kippten die Gezeiten, oder der Wind dreht; die Wasseroberfläche wellt sich, scheint (er trott einen Schritt vor) zu pulsieren und zu beben, dann wird sie wieder glatt und still, nur um sich kurz daauf zu kräuseln, als zuckte sie vor der Berührung zurück.

 Cora´s Mann ist tot. Und wenn sie ehrlich ist – was die feine Gesellschaft vermutlich nur wenig ertragen könnte – ist sie froh darüber. Denn endlich ist sie frei von diesem Monster, das nur zu leben schien, wenn er sie demütigen kann. Doch nun ist sie frei zu tun, was sie will und reist zusammen mit ihrem Sohn und ihrer besten Freundin in das vergessene Örtchen Aldwinter um ihren Naturwissenschaftlichen Durst nach all dem was Darwins Lehre versprach zu finden. Und vielleicht auch das Geheimriss der Schlange von Essex zu lösen. Vielleicht ist es gar ein neues Tier? Ein Dinosaurier der das Aussterben überlebt hat?
Der Pfarrer William belächelt die unrealistische Furcht der Leute über diese Sagengestalt und kann doch nicht umhin sich mit dieser jungen Frau immer wieder freundschaftliche Streitgespräche zu liefern. Dann verschwinden Menschen. Tiere sterben auf den Salzwiesen und die Menschen von Altwinter geben der Schlange etwas immer realeres, das bald im Dorf um sich greift.

Wer dieses Buch in Händen hält und sich verzaubern lassen will von dieser großartigen, tief gehenden Sprache sollte sich bewusst das, das es ruhig ist. Vielleicht schon still in seiner Handlung und dennoch kaum zu packen durch seine Charaktere, die alle eigen sind, alle anders und so besonders wie kaum andere. Durch sie bekommt das Buch leben und tiefe und schnell merkt man als Leser, das durch diese Charaktere das ganze Buch mit seiner Tiefe getragen wird.
Dabei begleiten wir bald mehrere Charaktere durch ihr Leben. Ob Cora mit ihrem Sohn und ihrer besten Freundin, William und seine Familie, der junge Arzt. Der ein oder andere Bewohner. Dadurch wechselt die Perspektive recht häufig und doch hatte ich selber nie Probleme damit. Denn mit jedem Wechsel kam ein Puzzleteil dazu und vergrößerte das Bild.
Die Dialoge dürfen dabei nicht vergessen werden. Es sind Dialoge zwischen Wissenschaft und Glauben, zwischen Armut und der Dekadenz der Reichen. Zwischen Mut und alten Werten. Sie tragen den Leser, lassen ihn teilhaben daran und geben Gedanken mit auf den Weg, ohne das im Buch dazu unbedingt eine Einigung gefunden werden muss.


Die einfließenden Briefwechsel zwischen Cora und William sind übrigens auch wunderschön und geben dem Text nochmal mehr. Besonders wenn man bedenkt, das sie eigentlich nicht weit auseinander wohnen.

Ich schrieb ja zuvor das die Charaktere das Buch tragen. Findet ihr, das ist eine gewagte Äußerung? Vielleicht ein wenig und doch stimmt es. Ich versuche es mal anhand der Figuren zu erklären.
Da haben wir die glückliche Witwe Cora, die endlich frei ist, ihren Wissensdurst zu befriedigen und alle Zwänge abwirft. Ja Hosen trägt, ihre Haare auch mal ungekämmt lässt und mit einem standhaften Charakter glänzt. Sie will sich ihrem Studium widmen, nicht ihrer Schönheit. Dann ihr Sohn Francis. Das der Junge anders ist, merkt man schnell. Damals galt er vermutlich als merkwürdig und sonderbar, heute würde ein Arzt wohl die Diagnose Autist stellen. Er nimmt die Welt anders wahr und ahnt noch nicht das er, damit eine große Rolle zugeteilt bekommt.
Auch der Pfarrer ist nicht so typisch steif und dergleichen. Er trägt eine Wissbegier in sich, die er versucht zu verbergen und der er doch erliegt wenn er mit Cora zusammen ist. Sie steckt ihn an, könnte man wohl sagen. 
Am Blackwater gibt es nichts zu fürchten und nichts zu bereuen, nur einen Moment der Verwirrung im Dunkeln und zu viel Alkohol.

Auch der Arzt Luke, ist seiner Zeit vor raus. Er will sich an dinge Wagen, wo andere kopfschüttelnd aufgeben. Er hat Visionen und trifft damit nicht nur auf glückliche Gesichert. Besonders nicht bei William.
So könnte ich noch ewig weiter machen. Coars beste Freundin Marta, die sich für die Armen einsetzt und ihren rauen Charme auch dafür spielen lässt.
All diese Personen und noch mehr, greifen in diesem Buch ineinander und erschaffen so eine Geschichte die anspruchsvoll, tief gehend und wunderschön ist.
Es ist schwer, das gestehe ich, dieses Buch in wenigen Sätzen zu beschreiben. Denn es ist nicht die Handlung, die es trägt, sondern die Charaktere und Dialoge. Sie sind so wunderschön, tiefgehend und aufwühlend das sie in diesem ruhigen Buch wie ein Sturm tosen. Dazu die Themen. Wissenschaft, Glauben, Medizin, Philosophie. Sie reiben sich aneinander und zwingen den Leser fast dazu, selber über Fragen die das Buch stellt nachzudenken. Sich für eine Seite zu entscheiden. Soll Luke die OP wagen trotz der minimalen Chance auf Erfolg? Ist es Gottes strafe, wenn jemand durch ein Messer seinen Lebertraum verliert?

Dieses Buch scheidet die Geister. Das sieht man schnell wenn man mal im www einige Rezensionen liest. Ich finde es großartig. Ein sprachliches Meisterwerk, in dessen ruhe viel Tiefe liegt. Dieses Buch ist anspruchsvoll, wenn auch auf eine gänzlich andere Art als es ein Krimi ist. 
 6 von 6 Krümeltörtchen für "Die Schlange von Essex". Ein besonderes Buch in das ihr unbedingt mal reinschauen müsst.