Dienstag, 27. September 2016

Miss You

Titel: Miss You
englischer Titel: Kiss of Frost
Reihe: Nein- Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Kate Eberlen
ISBN: 978-3-8371-3527-5
Preis: 14,99 $ (D) Broschur
9,99 $ (D) Hörbuch
Seiten: 576
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 29. August 2016
Doll brauchte morgens immer länger als ich, weil sie schon damals nie ohne komplettes Make-up vor die Tür ging.
Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?

Das Cover ist recht einfach gehalten und sticht wohl gerade deswegen zwischen all den bunten Liebesromanen heraus. Schön finde ich das Herz, welches sich aus den beiden Buchstaben formt. Man erahnt das Genre so schon. Der Klappentext tut natürlich sein übriges. Nun schauen wir mal, ob das Versprechen gehalten wird.
Das englische Cover ist fast gleich.


Erster Satz - Zuhause hatten wir einen Teller, dem Mom im Urlaub auf Teneriffa gekauft hatte.

Jeder kennt ihn. Diesen einen perfekten Moment, wenn man jemanden in die Augen sieht und nur einen Sekundenbruchteil hat für ein "Hallo" oder ein Lächeln. Auch bei Tess und Gus gab es diesen Moment. Und er verging. Sie verloren sich aus den Augen ohne zu ahnen, dass sie perfekt füreinander waren.
Durch ihre Vergangenheit.
Ihre Zukunft.
Sie treffen sich wieder. Kleine Momente die vergehen und was zurückbleibt, ist die Frage, ob sie sich jemals finden werden.



Der Klappentext klang super das Cover war zwar ruhiger aber dennoch hatte es irgendwas und dann haben wir einen Schreibstil der sich einfach gut liest, dem jedoch gleichzeitig unheimlich an Tempo fehlt. Viel zu oft verfing ich mich in viel zu langen Episoden eh dann mal wieder überhaupt etwas Relevantes passierte. Das nahm für mich ziemlich die Spannung aus dem Buch heraus, welche doch gerade am Anfang so vielversprechend schien.
Doch statt zarter Romantik ergießt sich die Autorin in langen Daily life - Momenten und wenn es dann doch mal zu einem Treffen der Charaktere kommt - die kann man im Grunde nämlich zählen - vergehen sie plötzlich innerhalb eines Wimpernschlags. Dies sorgte dafür, das ich irgendwie die ganze Liebesgeschichte schlussendlich eher weniger abkaufen konnte.
 Zu den Charakteren konnte ich das ganze Buch über keine wirkliche Beziehung aufbauen. Sie schienen irgendwie weit weg und selbst Gus mit seinem verstorbenem Bruder kam bei mir gefühlstechnisch nicht an.
Tess war für mich irgendwie zu "leidend" dargestellt. Das liegt nicht an ihrer eher ruhigen und sittsamen Art. Nein. Auch solche Charas können tiefe haben. Aber hier eben nicht. Sie musste sich ja um ihre Schwester kümmern welche eine leichte Form des Asperger syndrom´s hatte. Dass das Mädchen damit super klar kam, rutschte irgendwie vor lauter Mitleid gerne Mal in den Hintergrund. Dafür gab sie ihren Traum vom Studieren auf und betonte das gerne Mal durch Taten. 
Warum sie nicht mal jemanden anderen aufpassen ließ ist mir dabei ein Rätsel. 
Und dann Gus. Er ist soo langweilig das er sogar Tess noch übertrifft. Vielleicht sind sie also doch das perfekte Paar. Alltagsleben wohin man mal schaut und hier und da ein eingestreuter Gedanke über den verstorbenen Bruder. Wirklich Tiefe erlangte weder er noch Tessa.
Die einzige die mir sympathisch war und mal aus dem ganzen Einheitsbrei herausstach, war Hope - Tess Schwester. Sie war erfrischend anders und ein Farbklecks in diesem einheitlichen Grau. 

Sicher wird es genug geben die dieses Buch lieben werden. Ich gehöre leider nicht dazu. Für mich fehlte es trotz des tollen Stils einfach an Handlung. Es war zu lang für all das, was überhaupt relevant war. Weniger wäre hier also durchaus mehr gewesen. Die Hälfte der Seiten hätten so vermutlich eher zum Erfolg geführt.
Auch in Sachen der Charaktere sprang der Funke einfach nicht über.  Abgesehen von Hope natürlich, die richtig aus dem Buch heraussprang. Und wenn man sich in einem Liebesroman auf die Szenen mit der kleinen Schwester freut, weil alles andere nicht bei einem ankommt, kann nur etwas fürchterlich schief laufen. 

Für mich leider ein Buch das mich nicht begeistern konnte. 
 2 von 6 mögliche Krümeltörtchen und diese auch nur für Hope und den tollen Stil.


Mittwoch, 21. September 2016

Frostfluch

Titel: Frostfluch
englischer Titel: Kiss of Frost
Reihe: Ja - Band 2 der - Mythos Academy - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Jennifer Estep
Verlag: ivi
ISBN: 978-3-492-70248-5
Preis: 14,99 $ (D) Broschur
9,99 $ (D) Taschenbuch 
Seiten: 416
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 20. August 2012
Mit einem Wolf kuscheln? Das war irgendwie ein bisschen seltsam.
Gwen Frost lebt. Noch. Denn die Schnitter des Chaos haben es auf sie abgesehen. Und deshalb muss Gwen an der Mythos Academy kämpfen lernen. Ihr Lehrer: der attraktive Logan Quinn, in den Gwen heimlich verliebt ist. Die Komplikationen sind allerdings vorprogrammiert, denn der Spartaner hat ihr bereits zu Anfang des Schuljahres das Herz gebrochen. Ein Skiausflug bietet ihr endlich die willkommene Abwechslung vom harten Training - dort lernt sie den umwerfenden Preston kennen. Bald wird jedoch klar, dass Gwen ganz andere Sorgen hat: Die Feinde der Mythos Academy sind ihr auch außerhalb des Campus auf den Fersen und setzen alles daran, Gwen zu töten. Und zu allem Überfluss scheint auch Preston nicht der zu sein, für den sie ihn hält …
Wer die Reihe kennt, erkennt sie in dieser Version gleich am Cover. Immerhin nimmt dieser intensive Blick jedes Buchcover in Beschlag. Nur die Farben variieren und bilden so im Regal einen rechten Hingucker. Und das, obwohl es ansonsten sehr schlicht und Elegant ist. Aber dann einfach wieder passend.
Dieses Mal könnte ich mir gut vorstellen, das es Gwens eigene Augenfarbe ist. So würde ich es mir zumindest vorstellen. 


Neben dem englischen Cover, das ich etwas seltsam finde, gibt es noch das Cover der deutschen Taschenbuchvariante. Wie zuvor bei Band 1 springt auch hier der Funke nicht über.
Es erinnert mich von der Aufmachung zu stark an eine andere Reihe.

Erster Satz - Logan Quinn wollte mich umbringen. 
 
Gwens Leben ist nach dem Schnitterangriff nicht merklich leichter geworden. Nicht nur das ihr Schwert ständig an ihr herumkritisiert, nein ihre große Liebe flirtet immer noch mit seiner Freundin herum und besser im Schwertkampf wird sie auch nicht.
Wie gut das da etwas Ablenkung durch den Winterkarneval ins Haus kommt. Vielleicht fand sie jemanden der sie von Logan ablenken würde. Nur blöd das auch Probleme im Gepäck sind. Denn nach zwei versuchten Anschlägen ahnt Gwen, wer hinter ihr her ist.

 Dämliche Spartaner-Reflexe.

Damit hieß es also nun nicht nur seinen Herzschmerz überwinden, sondern auch den Schnitter ausfindig machen. Immerhin war sich Gwen ziemlich sicher, das jeder andere Schüler der Academy dasselbe getan hätte. Und auch wenn sie es nicht gerne zugeben wollte, wollte sie doch dazugehören.
Wie schon beim Vorgänger so ist der Stil der Autorin für mich eine richtige Todesfalle. *lacht* zumindest fühle ich mich so, wenn ich nach einer halb durchgelesenen Nacht am nächsten morgen früh aufstehen muss. Vielleicht sollte ich mir wirklich den nächsten Band auf ein freies Wochenende verlegen?
Ansonsten kann man nur sagen das sich die Autorin wieder einmal treu bleibt und mit Humor, Spannung und dem gewissen Extra eine tolle Stimmung erzeugt. Dieses Mal bin ich dem Feind zwar recht schnell auf die Spur gekommen, aber dennoch wusste man irgendwie nicht so recht, wie es wohl ausgehen mochte. Dazu kam die tolle Entwicklung der Charaktere und auch das ein oder andere Geheimnis wurde gelüftet nur um noch mehr Fragen aufzuwerfen.

Gwen muss man doch einfach mögen. Ihre lockere, einfache Art, die zwischen Mut, Wahnsinn und gesunder Angst kreist, ist einfach total erfrischend. Dazu ihre manches Mal große Klappe. Man muss sie lieb haben. Es geht gar nicht anders. Und das sie in diesem Teil eine schöne Entwicklung zeigt macht das ganze natürlich gleich noch ein wenig Runder. Sie hat einfach so unglaublich viel Potenzial im Charakter. Und wenn diese Entwicklung weiter voranschreitet, dann freue ich mich schon jetzt auf Band drei.
Und dann gibt es noch Logan. Dieser Spartaner treibt nicht nur Gwen an den Rand des Wahnsinns. Auch die Leserin beißt sich an ihm gerne Mal die Zähne ein wenig aus. Was sind seine Motive? Was hält ihn wirklich von Gwen fern?
Aber auch die anderen Randfiguren wie Logans Kumpel Oliver bekommen mehr Farbe.  Er hat ebenfalls Potenzial noch eine größere Rolle zu bekommen.

Auch wenn ich diesmal den Feind früher entlarvt hatte als Gwen, war es dennoch nicht langweilig in diesem Buch. Alleine, weil die ganzen Zusammenhänge dann eben doch ganz anders lagen als man dachte. Dies brachte nicht nur Gwen dazu ihre eigenen Stärken besser zu erkunden, nein er half auch anderen Charakteren mehr Tiefe zu bekommen und das Buch so enden zu lassen, das man dieses nervöse kribbeln den den Fingern hatte, weil man nach dem nächsten Band gierte.
Ein kaum größeres Lob kann sich ein Buch verdienen.
Das ist die Reihe nun auch komplett im Regal habe macht mich natürlich auch ziemlich Happy. Nicht nur weil sie in weiß so unglaublich hübsch sind, sondern auch weil ich für mein nächstes freies Wochenende, nicht extra zum Besorgen in die Buchhandlung muss. Ich kenne mich schließlich. ;)

Stimmung. Tolle Story und Charaktere die zeigen das sie sich entwickeln. Was will das Leserheft noch mehr?
Mythische 6 von 6 Krümeltörtchen für den zweiten Teil der Mythos Academy. Und in der Luft hängt das versprechen auf mehr.


Dienstag, 20. September 2016

Book Whisper Challenge #2 - Aufgaben im Oktober

 

Bei uns sind alle guten Dinge vielleicht nicht drei aber dafür jeden Moment wieder neu. Und so freue ich mich euch auch dieses Mal wieder die neuen Aufgaben präsentieren zu dürfen. Ich hoffe, sie machen euch wieder viel Spaß.

Hauptaufgabe: 3-Punkte
Da es nun wieder früher dunkel wird und man sich nach einem kleinen Licht sehnt, lest ihr für die Hauptaufgabe ein Buch mit einem dunklem Cover uns einem hellem Eyecatcher.
Z.B. wie hier.

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41y6PMe1lcL.jpg https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/9783404165193_1449839507000_xxl.jpg https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/9783442473793_1437876504000_xxl.jpg



Nebenaufgabe: je 1-Punkt
1)Rot, Orange, Braun oder Gold-Töne. Lest ein Buch das in herbstliche Farben gekleidet ist.
 2) Lest ein Buch mit einem richtigen Bad-Boy.
 Zusatzaufgabeaufgabe:  2 - Punkte

Sucht euch eine Frage in einem eurere Bücher aus, welche der Prota stellt und beantworte diese. Je witziger desto besser. :D










Montag, 19. September 2016

Montagsfrage ^-^

 

Gibt es Antagonisten, die ihr mehr, mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Ja die gibt es tatsächlich. Ein gutes Beispiel ist Harry Potter. Ich mag Harry und Co. natürlich unheimlich gerne, aber auch Draco und gerade Snape sind von mir lieb gewonnene Charaktere. Einfach weil sie beide nicht direkt böse-böse sind. Sie entwickeln sich und das finde ich an Antagonisten toll. Wenn da mehr ist, als man anfangs glaubt. Das macht ein Buch meiner Meinung auch besser. Gibt ihm Tiefe.
So kommt es auch mal vor das ich dem "bösen" die Daumen drücke, wenn dieser aus seiner Sicht eigentlich der gute ist. Komplexe Charaktere haben einfach etwas für sich.

Und wie sieht es bei euch aus? 




Sonntag, 18. September 2016

George

Titel: George
englischer Titel: George
Reihe: Nein - Einzelband
Genre: Kinderbuch (Selbstfindung)
Sprache: Deutsch
Autor: Alex Gino
ISBN: 978-3-7891-4623-7
Preis: 14,99$ (D) Hardcover
 15,99$ (D) Audio-CD
Seiten: 208
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Erschienen: 25 August 2016

“He, da heult irgend­ein Mäd­chen wegen einer toten Spinne.” 
“Das ist kein Mäd­chen. Das ist George.” 
“Wo ist da der Unter­schied?”
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.
Dieses Cover lockt nicht mit Action, schreit nicht mit Farben, sondern es wartet in ruhigen Tönen und doch wieder hellen Buchstaben dazu nach ihm zu greifen. Und dann kommt die Überraschung. Denn alleine vom Cover her verrät das Buch nichts über sich. Man muss also schon tiefer als nur bis zur Oberfläche sehen. Und ich glaube, das ist nur eines der vielen Dinge, die sich hier zwischen den Seiten verstecken. 

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41j4YJmGqFL._SX327_BO1,204,203,200_.jpg

Das englische Cover sieht fast genauso aus.

Erster Satz - George holte einen silberfarbenen Haustürschlüssel aus der kleinsten Innentashe eines großen roten Rucksacks.

George liebt die Farbe rosa, würde am liebsten die Prinzessin im Mario Card spielen, weint über tote Spinnen in ihrem Lieblingsbuch und würde über alles in der Welt ihre Haare lang wachsen lassen.
Doch George ist ein Junge.
Und er hasst es. Von der Jungstoilette bis hin zu Worten wie Mann oder Junge. Und noch mehr hasst er das, was er zwischen den Beinen hat.
Seine Umgebung weiß nichts davon und ahnt nicht, in welcher inneren Krise er steckt. Denn George ist eigentlich Melissa. Sie weiß das. Und manchmal auch ihr Spiegelbild, wenn sie ganz alleine ist.
Zum Glück gibt es die kleine Spinne Charlotte  aus dem Buch "Wilbur und Charlotte" des Autors Elwyn Brooks White, welche ihr Mut macht. Und auch ihre beste Freundin, die sie als einzige wirklich zu sehen scheint.

Mit unglaublich viel Feingefühl erzählt der Autor hier die Geschichte eines Mädchens, welche im falschen Körper gefangen ist. Erzählt von ihren Probleme, ängsten und ihrer Umwelt, die damit teilweise nicht, teilweise gut und teilweise nur sehr schleichend zurechtkommen. Dabei trifft er genau den Nerv. Ich konnte mich jedenfalls sehr gut in Melissa hineinversetzen und hatte mehr als einmal Tränen in den Augen. Vor Rührung. Vor Wut. Konnte mich über die Ungerechtigkeiten aufregen und vor Freude Jubeln, wenn sie wieder eine Hürde genommen hatte.
All das schafft der Autor in kaum mehr als 200 Seiten. Und für mich hätte das Buch sogar noch weiter gehen können. Es gab kein Happy End in diesem Sinne. Alles war offen und doch hatte Melissa einen unglaublichen Schritt getan.
Das Buch ist aus der Sicht des "Jungen" geschrieben und die Tatsache das er die ganze Zeit selber von sich als "sie" spricht, macht wie ich finde dem Leser sehr deutlich, das sich Melissa/George eben genauso sah.
Für sie war sie ein Mädchen.

 Hörprobe

 Das Hörbuch kann man jedem übrigens ans Herz legen. Julian Greis hat einfach eine tolle Stimme. ♥ Er schafft Stimmung, bringt die Gefühle von George rüber und durch die manchmal eingespielte Musik kam alles super bei mir an. Sie zog mir das Herz richtig zusammen bei Szenen, in denen ich eh schon Nah am Wasser gebaut war. Das ich glaube ich eines dieser Bücher, wo man fast beides haben muss.

 George/Melissa ist ein eher stiller und in sich gekehrter Charakter. Er ist nicht der laute in der Klasse. Nicht der beste in Sport. Er ist sensibel und so gar nicht wie der "typische Junge." Was wohl, wie man schnell erkennt, daran liegt das er kein richtiger Junge ist. Und bald ist man auch schon gefangen in seinem Kampf darum endlich gesehen zu werden. Seinen Rückschlägen, auch von der eigenen Mutter, und dem Aufhelfen von seiner besten Freundin und seinem älteren Bruder. Er zieht Kraft aus seinem Vorbild, auch wenn sie so klein und unscheinbar und unreal ist, wie es nur ein Buchcharakter sein kann. Und mit all dem wirkt er so real in seinen Sorgen und Problemen, das ich ihn oft einfach nur in den Arm nehmen wollte.
Seine beste Freundin ist das genaue Gegenteil. Quirlig und voller Verständnis unterstützt sie ihre nun beste Freundin. Macht ihr Mut, greift ihr unter die Arme und regt sich auch mal zusammen mit ihr gehörig auf. Sie ist ein toller Charakter, dem ich jeden an die Seite nur wünschen kann, der mal Sorgen hat. Große wie Kleine.
Auch George Bruder hat mich sehr überrascht. Wirkte er am Anfang so rüpelhaft. Und dann ist er es der, im Gegensatz zur daran knabbernden Mutter, absolut kein Problem damit hatte. Dies zeigte mal wieder, das Charakter eben nicht nach dem ersten Blick beurteilt werden dürfen. In allen verstecken sich tiefen.

Mit "George" hat Alex Gino ein ganz besonderes Buch geschaffen. Eines das wirklich Mal auf etwas den Finger legt, was auch die Mutter unserer Heldin anspricht. Das lesbisch oder schwul zu sein heute, zum Glück, keine große Sache mehr ist. Aber Transgender noch irgendwie ein Tabu-Thema ist. Ein No-Go. Und das Kinder von ihren Eltern entweder schräg angeschaut werden, wenn sie sich öffnen, oder davon ausgehen, dass das Kind da schon rauswachsen wird. Und keiner ahnt dabei, wie es in den Köpfen derjenigen aussieht. Wie groß ihr Leiden ist nicht gesehen zu werden.
All das steckt in diesem Buch und ich bin ehrlich, es hat mich schon ein wenig fertig gemacht. Dieses Auf und Ab der Gefühle. Wahnsinn. Wirklich.
Ich hoffe das dieses Buch eine Wand durchbricht und so dieses Thema in Literatur und Gesellschaft offener gehandhabt wird. So das es vielleicht kein Kind mehr gibt, das wie Melissa darum kämpfen muss, endlich gesehen zu werden.

Selbst jetzt beim Tippen dieser Rezi kann ich mich dem Zauber des Buches nicht entziehen.  Noch immer rumort es in mir, wenn ich daran denke. Es wühlt auf. Das ja. Aber gleichzeitig ist es einfach nur wunderschön, besonders und einfach der erste Schritt.

6 von 6 Krümeltörtchen mit Extra Schlagsahne für dieses Meisterwerk.



Dienstag, 13. September 2016

Mieses Kamra

Titel: Mieses Kamra
englischer Titel: Bad Karma
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: David Safier
Verlag: rowohlt
ISBN: 978-3-49924-455-1
Preis: 8,99$ (D) Taschenbuch
Seiten: 288
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 2 Mai 2008

"Lass mich gehen oder ich furze dir ins Maul!"
"Und wenn ich davor zubeiße?"
"Ich furze schneller als der Wind!!"

Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird.
Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben sehr viel mieses Karma gesammelt hat. Die Rechnung folgt prompt. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, mit sechs Beinen, Fühlern und einem wirklich dicken Po: Sie ist eine Ameise! Aber Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Was tun? Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

 Einen Schönheitswettbewerb würden sowohl das deutsche als auch das englische Cover nicht gewinnen, wobei ich das englische dennoch eine Spur interessanter finde. Bedenkt man jedoch, das die meisten Bücher des Autors diese Farbwahl aufweisen, ist es fast schon wieder passend. Ein direkter Blickfang ist es aber nun doch nicht. Zumindest ging es mir immer so, dass das Buch mich zwar interessiert hat, jedes andere aber zumeist einfach interessanter wirkte.

 https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51XTLpE88xL._SX310_BO1,204,203,200_.jpg
Erster Satz - Der Tag an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht. Und das lag nicht nur an meinem Tod.
Kim ist erfolgreich, beliebt, durchtrieben, von sich ziemlich überzeugt und , naja, seit wenigen Sekunden tot. Und dann auch noch von einem Waschbecken einer Raumstation erschlagen. Ist wohl kein wunder, dass ihre Laune gewissermaßen im Keller ist.
Noch besser wird es allerdings, als sie bemerkt das sie nicht ganz tot ist. Stattdessen ist sie eine Ameise. Eine Ameise in einem wimmelnden Ameisenhaufen.
Verdammt wie konnte das nur passieren?
Sie war riesengroß, ihre Beine waren haariger, als die eines argentinischen Fußballprofis, und sie hatte eine "Mein Mitgefühl ist von geringer Ausprägung"- Ausstrahlung.
Wie gut das Buddha an ihrer Seite auftaucht und sie aufklärt. Kim war ein schlechter Mensch und hat in ihrem so viel mieses Karma gesammelt, das es eben nur noch für eine Ameise reichte. Aber hey, positiv denken. Sie hätte auch mit Stalin als Darmbakterium enden können. Ihre Aufgabe nun. Besseres Karma sammeln, um die Leiter wieder hoch zu klettern.
Doch leichter gesagt als getan, wenn man eine Ameise ist. Und sieht, das seine Ex-beste-Freundin gerade den Ehemann angräbt.  

 Der Autor hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, der perfekt geeignet ist, faule Stunden auf Balkon oder Strand rum zu kriegen. Gewürzt mit einem ganz eigenen Sinn für Humor, der mich oft genug zum Schmunzeln brachte. So wird man flott durch die Geschichte geführt, ohne durch großartige Längen waten zu müssen.
Interessant fand ich auch die "Moral" der Geschichte. Eben das sich, das gute und schlechte in einer Waagschale anhäuft und man dann am Lebensende die Rechnung präsentiert bekommt. Die Idee als Tier dann einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen, fand ich interessant. 


Zitrönchen lauerten dann in den Feinheiten. Sei es das übersüßte Ende, als auch die Tatsache das ich bis zum Schluss fand, das Kim es sich entwicklungtechnisch auch am Buchende meiner Meinung nach noch immer nicht verdient hatte im Nirwna zu landen. 

Da hätten wir Kim. Eine erfolgreiche Frau, die alles hinter sich schiebt, was nicht ihre Karriere betrifft. Sei es Ehemann und Kind, eigene Mutter oder andere Nebensächlichkeiten. Dabei ist sie ziemlich kreativ darin sich selber als Mittelpunkt der Welt zu gehen und flirtet ziemlich ungeniert mit ihrem Kollegen, mit dem es schließlich vor ihrem Tod noch eine Spur weiter geht.
Das sich ihr Charakter aber als Tier plötzlich ändert habe ich nicht erwartet, aber wie sie bitte so gutes Karma gesammelt hat. Wer weiß. Vielleicht ging sie Bunddha selbst ja gehörig auf den Geist. Ständig stellte sie sich in den Mittelpunkt, fand ausreden warum dies oder jenes schon Okay war und tat nichts ohne den Gedanken, dass es ja gutes Kamra einbrachte. Dabei versuchte sie auch ständig sich in das Leben ihrer Familie einzumischen. Egal was sie ihrem Mann da zerstörte. 
Denn hey, sie war Kim und einfach großartig!

Giacomo Girolamo Casanova war mir da schon lieber. Er war einfach ehrlicher. Ja genau, ich denke, das passt gut. Er war nicht so versessen wie Kim, machte aber auch seine Fehltritte. Aber vor allen schätzte er den Aufstieg auf der reinkarnationsleiter. Ein großer Unterschied. Und seine ganze niedliche und manches mal etwas verpeilte Art hob das Buch richtig an.


 Ich glaube, ich habe lange keinen Charakter so sehr nicht gemocht wie Kim. Sie war in meinen Augen einfach eine unmögliche Person, die nur sich selbst sieht und ihren Willen haben will. Und wenn sie den nicht bekommt, dann wird sie fies und gemein. Gutes in anderen sehen, Fehlanzeige. Stattdessen versucht sie alles um die neue Ehe ihres Mannes zu ruinieren. Das dies vielleicht nicht gerade toll für ihren Mann war, daran denkt sie gar nicht. Wie Buddha sie mit solch " ist mir ja immer noch nicht ganz klar. Weil selbstlos war sie im Grunde gar nicht. Nicht Mal an diesem übersüßten Ende, welches für meinen Geschmack ja eindeutig zu Happy Happy war.
Weniger ist manches Mal mehr.
Kim als Charakter reißt für mich also das Buch ziemlich runter. Ich sehe da keinerlei Entwicklung zum besseren. Ihr geht es immer nur um ihr eigenes egoistisches Ziel und nicht darum Meerschweinchen nach Hause zu bringen oder Ameisen zu retten. Immer nur um sich selber. 

Das Buch hat einen guten Kern, schwächelt jedoch sehr war die Protagonistin angeht. Mehr Entwicklung und Verständnis auf Kims Seite wären wirklich nicht das schlechteste gewesen.
3 von 6 Krümeltörtchen für dieses Werk und damit im gesunden Mittelfeld.



Mittwoch, 7. September 2016

Stadt der besonderen Kinder

Titel: Stadt der besonderen Kinder
englischer Titel: Hollow City
Reihe: Ja - Band 2 der - Miss Peregrine- Buchreihe
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch
Autor: Ransom Riggs
Verlag: KNAUR
ISBN: 978-3-426-51057-5
Preis: 12,99 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 480
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erschienen: 1. September 2016
Bomben fallen, und wir lesen Geschichten, dachte ich. Ich bin im Königreich des Wahnsinns gelandet.
 Mit Müh und Not konnten Jakob und die besonderen Kinder aus der Zeitschleife, der Insel Cairnholm, vor ihren Feinden fliehen. Nun sind sie im England der 1940er Jahre gestrandet, immer noch verfolgt und ohne Beistand von Miss Peregrine, die sich nicht mehr in ihre Menschengestalt verwandeln kann.
Um Miss Peregrine zu retten, brauchen die Kinder eine andere Magierin. Gerüchteweise lebt eine in London, und so machen sie sich auf den gefährlichen Weg in die zerbombte Stadt. Dort angekommen, finden sie schließlich Miss Wren und glauben schon, gerettet zu sein. Doch ausgerechnet hier, in ihrer vermeintlichen Zuflucht, erwartet sie der größte Verrat.

 Genau wie beim ersten Buch auch, besitzt dieses Cover etwas unwirkliches. Irgendwie etwas, das man nicht wirklich gleich greifen kann, und das trotz der statthaftigkeit des ganzen eine unglaubliche Stimmung erzeugt. Genau wie in Band eins wird hinten im Buch übrigens erwähnt, dass alle Bilder echt sind. Etwas, das mir schon im ersten Band einen Schauer über den Rücken hat laufen lassen.
Wahrheit oder Lüge. Schlussendlich sind es die Bilder in diesem Buch die es schaffen diese Stimmung noch realer zu machen.


Auch das englische Cover ist ziemlich cool. Dem deutschen ähnlicher auch wenn ich es schade finde das diese "Kreiseschrift" für den Titel nicht übernommen wurde. 

Erster Satz - Wir ruderten aus dem Hafen, vorbei an Booten, die auf dem Wasser tanzten und rostige Tränen aus Schweißnähten ihrer Rümpfe weinten. 
 Jacob und seine Freunde entkommen nur mit Mühe und ihre Lage könnte nicht ernster sein. Sie befinden sich noch immer im Jahr der Zeitschleife. Es herrscht Krieg. Bomben fallen und ihre Feinde sind ihnen dich auf den Versen. Zu allem Unglücks scheint auch Miss Peregrine in ihrer Vogelgestalt gefangen zu sein. Und sie verliert Stück für Stück ihre Menschlichkeit.
Die besonderen Kinder müssen etwas tun. Nur was? Immerhin scheinen alle Magierinnen gefasst worden zu sein. Dann scheint es tatsächlich Hoffnung zu geben. Von einem Hund erfahren sie das seine Ymbryne nach London geflogen ist um ihre Schwestern zu befreien.
Ein weiter Weg.
Ihre letzte Hoffnung.
Wer Band eins kennt, weiß um den einfach tollen Schreibstil von Ransom Riggs. Er erschafft eine erstaunliche Stimmung, die mich immer zwischen Spannung, Überraschung und grübeln hin und her wirft. Dazu die Idee diese Bilder einzubauen. Einfach unglaublich. Sie unterstreichen alles. Machen es realer. Greifbarer. Ich konnte mich nur schwer jedes mal von dem Buch lösen.
Gleichzeitig gab es Momente, wo ich bei mir dachte, dass es eigentlich auch bei den Jugendbüchern anklang finden könnte. Dann passiert aber plötzlich wieder etwas und BAMM! man weiß warum es bei der Erwachsenenfantasy steht. Es ist immer als würde er einen aufs falsche Gleis führen, nur um alles dann doch wieder umzuwerfen.
Sicher ist man jedenfalls nie. Weder die besonderen Kinder, noch der Leser.

Auch in diesem Band begleiten wir die bekannten und lieb gewonnen Gesichter aus Band eins. Besonders toll finde ich dabei, das man merkt wie sehr sich die Charakter weiterentwickelt haben. Ein ängstlicher findet Mut, Jacob begreift seine Kräfte immer besser. Enoch scheint langsam Menschlichkeit zu begreifen und will sogar mal nett sein.
Aber auch andere besondere Kinder tauchen auf. Und wir lernen auch die besonderen Tiere und ihre traurige Geschichte kennen. Dies gibt der ganzen Welt in der wir uns bewegen eine ganz neue Art von tiefe. Gleichzeitig gibt es den Charakteren Momente um sich zu beweisen, sich weiterzuentwickeln und ihre Grenzen neu zu stecken.
Selbst die Feinde werden immer "besser". Ich hoffe ihr versteht, was ich meine. Man weiß nie wann sie auftauchen und dieses beständige Gefühl von Bedrohung zieht sich mit dem roten Faden durch das Buch.

Ich kann eigentlich nur wiederholen, was für eine Geniale Stimmung diese Bücher haben. Band 3, und damit das Finale, ist für den November angekündigt und ich sitze jetzt schon auf glühenden Kohlen. Weiß nicht, wie es weitergehen soll. Eigentlich ist alles offen. Jacob hat jedoch am Ende von diesem Band wieder ein neues Potenzial entdeckt.
Ach das macht mich fertig!
Wie soll ich das bis November überleben?
Wir haben Feinde die wirklich, was drauf haben. Die Helden mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig bin ich mir immer noch nicht sicher was die bösen wirklich vorhaben. Alles scheint offen und dann diese Bedrohung, die über jeder Seite hängt.

Jeder der diese Reihe noch nicht gelesen hat und Fantasy liebt, sollte es unbedingt nachholen. Spannung, Stimmung. Einfach nur WOW!
6 von 6 absolut besondere Krümeltörtchen für diesen Stern am Fantasy-Himmel. Ich bin jedenfalls schon mal auf den Film gespannt (Von Band 1)