Donnerstag, 28. Juli 2016

Das Buch ohne Namen

Titel: Das Buch ohne Namen
englischer Titel: The Book With No Name
Reihe: Ja - Band 1 der - Bourbon Kid - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Anonymus
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-4041-6516-0
Preis: 8,99 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 448
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 1. Januar 1979
Vehrehrter Leser!
Nur wer reinen Herzens ist, mag auf die Seiten dieses Buches blicken. Jede umgeblätterte Seite, jedes gelesene Kapitel bringt ihm dem Ende näher.

Zwielichtige Gestalten beherrschen die Straßen von Santa Mondega – der vermutlich einzigen Stadt der Welt, in deren Bars man nichr rauchen darf, sondern muss. Eine Sonnenfinsternis wird dieses gottverlassene Fleckchen Erde bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird Blut fließen. Mehr Blut als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: The Bourbon Kid.
Ich finde die Aufmachung des Buches einfach nur mega gelungen. Es sieht so wunderschön abgegriffen, alt und geheimnisvoll aus. Und dann dieser Titel! Ich meine, jeder, der das liest, muss einfach danach greifen. Wer kann sich schon von einem Buch, das seinen eigenen Namen nicht verrät schon drücken. Und warum hat es keinen Namen? Was hat es mit einer Stadt zu tun, in der die Sterblichkeitsrate höher zu sein scheint als die der lebenden?
Kurz um, dieses Cover, und der Klappentext, machen viel mit einem, ließen mich nicht mehr los und auch wenn ich nicht ganz sagen konnte, worauf genau ich mich wohl nun einlassen würde.


 Das Englische nimmt sich nicht wirklich etwas zum deutschen. Aber es ist auch einfach genial!

Erster Satz - Sanchez hasste es, wenn Fremde in seine Bar kamen.
Wenn in Santa Mondega ein Mann mit einer Kapuze einen Bourbon bestellt, sollte man so schnell wie möglich das weite suchen. Denn es könnte Bourbon Kid sein.
Ein Mann, der nach dem er seinen Drink gekippt hatte, kaum jemanden in seiner Nähe am Leben lässt.
Dies geschah vor 5 Jahren. Und auch wenn  Santa Mondega noch nie ein sonderlich flauschiger Ort gewesen war, so war dieses gräul doch in den Köpfen der Menschen verankert geblieben. Besonders in denen, welche diesen Tag während der Mondfinsternis überlebt hatten. 
 
Was zur Hölle war nur aus der Welt geworden,
wenn Papa Schlumpf nicht mehr über die Straße gehen kann,
ohne von wütenden Nonnen zusammengeschlagen zu werden?

Doch wer kannte die ganze Wahrheit?
Wer erkennt das sich die Geschichte wiederholt?
Als ein blauer Diamant gestohlen wird und sich dunkle Mächte erheben, scheint sich alles zu wiederholen. Die Frage ist nur. Wer ist gut? Wer ist böse?

Wer dieses Buch in die Hand nimmt, sollte damit breit sein in eine Welt einzutauchen, in welcher das Verbrechen an der Tagesordnung ist. An der ein Toter in der Bar wenig aufsehen erregte und eine öffentliche Exkursion fast schon kaum mehr ein müdes Gähnen hervorlockte. Besonders wenn sich in das Ganze vielleicht nicht immer mit der Realität koppeln lässt.
So sind Schimpfworte und ein ziemlich rauer Ton an der Tagesordnung. (Genauso wie Tot und Gewalt.) Aber trotz das man sich einfach auf den ersten Seiten daran gewöhnen muss, muss man sagen, dass es irgendwie in diese raue Gegend passt. So sehr, das einen das Auftreten von zwei höfflichen Mönchen, wie eine Kuriosität vorkommt.
Der Autor hat also eine ganz eigene Welt geschaffen, welche gefährlich, mystisch und fern der heilen Geborgenheit der eigenen Welt liegt. Eine Welt auf die man sich einlassen muss um den teilweise wirklich schwarzen Humor zu verstehen.
Tut man es aber, hat man wirklich einiges an unterhaltung, die aber auch aufmerksam fordert.

Ja . . . äh, also so wirklich Liebeswert sind sie da alle nicht. Allerdings sollen sie das ja auch nicht sein. Allerdings ist es dann wieder schwer sie in ihrer unnetten Art ins Herz zu schließen und doch könnte mit einem Verbrecher der artig Bitte und Danke sagt nichts anfangen.
Ihr merkt also, dieses Buch stellt den Leser vor Herausforderungen. Und das nicht nur wegen dem eben beschriebenem Dilemma. Auch vor der Masse an Charakteren muss man achtgeben nicht den Rückzug anzutreten. Dabei merkt der Leser schnell, das es so einen wirklichen Hauptcharakter gar nicht zu existieren scheint. Wir switchen hin und her und jeder der jetzt Angst hat das es zu wirr wird, den kann ich beruhigen. Was zusammengehört merkt man schnell, einige Charas sterben auch schnell weg und der Rest, nun ich sage es mal so, wenn ihr merkt das ihr stolpert, dann lest erst recht weiter. Es klärt sich alles auf.



Die Charaktere sind dabei trotz ihres, manchmal, relativ kurzen Lebens, gut gezeichnet, wenn ich mir auch manchmal etwas mehr Infos gewünscht hätte. Bedenkt man aber das Tempo, welches dieses Buch vorlegt, wäre mehr wohl kaum machbar gewesen.

Dieses Buch ist verrückt, irre, verworren, brutal, voller Blut, Leichen und schwarzem Humor.
Und ich habe es einfach nur verschlungen.
Dabei muss man wirklich sagen, zu sagen, worum es in diesem Buch geht, ist sicherlich in wenigen Sätzen erledigt. Aber es steckt viel mehr darin. Viel, viel mehr. Und nicht nur an einer Stelle saß ich mit offenem Mund da und dachte nur noch . . . WAS!?
Wer ist denn gut?
Wer ist böse?
Gibt es Gut überhaupt in diesem Buch?
Fragen über Fragen und je weiter ihr im Buch kommt desto klarer scheint alles und dann merkt ihr, dass es zwischen Schwarz und Weiß noch andere Töne gibt. Eine Menge anderer Töne sogar.
Und genau in diesen Zwischenstufen spielt sich "Das Buch ohne Namen" ab.
Dabei ist es kein reiner Krimi, sondern springt auch in die Fantasy, vielleicht sogar in den Horror, hinein. 
Es werden also alle register gezogen.

Ein Krimi der mal ganz weit weg von seinen Brüdern ist. Ein Krimi der durch die Genre springt, den Leser dabei mitreißt und einfach umhaut. Die einzige Zitrone liegt wohl in der Masse der Charaktere. Es kann manchmal etwas anstrengend sein zu switchen.
5 von 6 möglichen Krümeltörtchen für ein Buch das schon ein paar Jahre auf dem Bukel hat, aber noch lange nciht zum alten eisen gehört.

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