Montag, 25. April 2016

Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir


Titel: Dinner mit einem Vampir
englischer Titel: Dark Heroine - Dinner with a Vampire
Reihe: Ja - Band 1 der - Dark Heroine - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Abigail Gibbs
Verlag: ivi
ISBN: 978-3-4927-0297-3
Preis: 1o,99 $ (D) Broschur
Seiten: 608
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 14. April 2014
"Mach´s nie ohne, Blutsauger."
Diese Nacht verändert Violets Leben für immer: Mitten auf dem Trafalgar Square in London geschieht ein furchtbarer Mord, und die 18-Jährige ist die einzige Augenzeugin. Erfolglos versucht sie, vor den Tätern zu fliehen - und wird in ein abgelegenes Herrenhaus verschleppt, das von nun an ihr Gefängnis ist. Doch Violets Kidnapper sind keine Menschen, sondern Vampire, faszinierend und todbringend zugleich. Der charismatische Blutsauger Kaspar hat besondere Pläne mit Violet, denn sie ist Teil einer gefährlichen Prophezeihung. Wird sie sich Kaspar hingeben, um zur sagenumwobenen dunklen Heldin zu werden – oder hat er Violets Mut unterschätzt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?
 Düster und erhaben präsentiert sich uns dieses Cover. Es wirkt durch die ganze Gestaltung einerseits alt, andererseits irgendwie unheimlich anziehend. Also unheimlich und anziehend. Ich mag vor allen dieses herunterlaufende schwarze Blut im oberen Teil. Ich finde, es gibt dem ganzen Buch einfach viel. Dazu ist es leicht erhaben und beim Drüberstreichen etwas, woran die Finger hängen bleiben. 

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 Das englische Cover hat durchaus Ähnlichkeit mit unserem und ist auch sehr hübsch. 

Erster Satz- Der Trafalgar Square ist vielleicht kein besonders guter Ort für ein Mädchen. 
Violet hatte sich den Ausgang des Abends mit Sicherheit anders vorgestellt. Jedenfalls nicht damit, dass ihre beste Freundin sich irgendwo rumtrieb, sie in ein Massaker stolperte und zu guter letzte noch Vampire sie auf ein entferntes Anwesen verschleppten. Und all das auch nur in einer einzigen Nacht. Ein wenig Hysterie ist da also durchaus angebracht.

 Geschrieben ist´s in Stein,
der zweite Thron soll ihrer sein.
Dazu bestimmt, mit den Ihren zu brechen; sine Sünde soll sie rächen, 
gebadet im Blut das der schwarzen Rose entstammt,
kein Geburtsrecht, keine Zeit, keine Wahl,
zwei Unschuldige, die als Märtyrer sterben,
für das Mädchen, das die Nein entflammt.

Das ist zumindest Violets Meinung, als sie plötzlich in die ihr so ganz und gar fremdartigen Welt landet. Umgeben von Raubtieren, die sie als Spielzeug und Abendessen zu sehen scheinen. Besonders der Prinz und Thronfolger scheint ein enormes Interesse daran zu haben sie zu quälen.
Doch warum rettet er ihr dass Leben?
Violet ist verwirrt und beginnt tiefer zu blicken, als ihre Angst vor den Blutsaugern liegt. Sie erkennt die Normalität zwischen Blut und Töten. Und sie erkennt, dass ihr Vater schuld an einem Krieg ist, welcher Tausenden das Leben kostet wenn sie nichts dagegen tun kann.  

Wo der Beginn des Buches ziemlich stark und laut ist, wird der Rest meistens auf einer ruhigeren Ebene gehalten. Ein wenig erinnerte mich das an die Biss-Reihe vom Ganzen klang des Buches. Eine ruhige Art, die doch weiter in der Geschichte läuft. Wer jedoch harte Kämpfe, wilde beißerein und dergleichen erwartet, wird enttäuscht werden. Zwar merkt man das diese Vampire hier eindeutig nicht zum Schmusen auferlegt sind und dies auch demonstrieren, dennoch hält sich die Gewalt sehr in Grenzen. Die Politik steht eher im Vordergrund und bildet zusammen mit der Geschichte um Violet und Kaspar und der Prophezeiung der Dark Heroine die Grundpfeiler des Buches.
Der Stilist dabei gut, wenn auch noch ausbaubar. Manchmal driftet etwas zu sehr ins Tagesgeschehen ab und stellenweise fragte ich mich ob Violet nicht ein wenig zu untätig ist. Aber dann passierte doch wieder etwas. Einige Stellen hätte ich mir dennoch kürzer Gewünscht um die Spannung mehr hochzutreiben. 

Ich glaube, selten hat mich ein Charakter so zwiespältig zurückgelassen wie Violet. Einerseits mag ich ihre schlagfertige Art und Weise. Ihr manchmal recht großes Mundwerk, wobei sie ihre Angst zu überspielen versucht. Dann wieder handelt sie für mich etwas dämlich oder sagt etwas, wo ich dann wieder seufzend den Kopf schütteln muss. Und sie springt hier, und da eben direkt in diese Extreme, sodass ich nicht behaupten, kann mich wirklich mit ihr identifizieren zu können, andererseits ist es auch nicht so, dass ich sie nicht mag. Seltsam ich weiß ^^. Aber ich weiß wirklich nicht, wie ich es anders beschreiben soll.

Dann als zweiter großer Akteur wäre Kaspar. Und ich liebe ihn ♥. Er ist arrogant, zu wenigen Eingeständnissen bereit und weiß, dass er eines der größten Raubtiere auf unserem Planeten ist. Wieso also an Regeln halten? Aber gleichzeitig ist er auch sehr liebevoll und einfach süß, wobei er selten seine raue Art abstreift und genau das passt zu ihm. Denn unter der bissigen Schale ruht ein sanfter Kern, der immer noch um seine Mutter trauert und aus Rache weit zu gehen bereit ist. 

Dann die Nebenfiguren wie Ratsmitglieder und König, Vampirgeschwister und Abendessen. Sie alle waren gut ausgezeichnet und lebendig durch ihre Eigenarten und eifersüchtelein. Und so normal das es toll war sie um sich herum zu haben. Manche mochte man sogar trotz ihrer kleinen Macken. Ziemlich süß. 

Sucht man eine ruhige Vampirgeschichte, die einmal ohne fliegende Messer und übertriebene Gewaltdarstellungen auskommt, dann ist der erste Band von Dark Heroine auf jeden Fall einen Blick wert. Kleine Ecken und Kanten sind dabei zu verschmerzen. Das einzige was mich glaube ich so wirklich gestört hatte, war das zweite Mal das Lesen eines Briefs von Violet in den nächsten Abschnitt eingeläutet hat. Und natürlich hat sie diese absolut "zufällig" gefunden. Leider verderben zu viele Zufälle den Brei und dies wirkte dann irgendwie blöd auf mich. Gestellt oder von Violets Sicht übertrieben neugierig.
Wer das verschmerzen kann und nach einem ähnlich klingenden Buch wie "Bis(s)" oder "Die Seelen der Nacht" sucht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Das zweite Band verspricht einiges mehr an Aktion, zumindest nehme ich mir das Mal mit dem Ende so heraus. Immerhin erfühlt sich die Prophezeiung. 
Und das geht bestimmt nicht ohne etwas Blut. 
Oder etwas mehr.  

Ein schönes Buch, mit dem man sich etwas zurücklegen kann, um sich zwischen scharfzähnigen Vampiren einfach wohlzufühlen. Ein paar Kanten und noch Potenzial nach oben machen Hunger auf Band zwei.
4 von 6 Krümeltörtchenfür Dark Heroine und seine Vampire die sich trotz moderner ansätze noch wie Ruabtiere verhalten können. 


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