Sonntag, 9. Februar 2014

Seelenschimmer

Titel: Seelenschimmer
Reihe: Ja - Band 1 der Seelenschimmer-Reihe
Sprache: Deutsch
Autor: Vivian Fayden
Verlag: Edition Ecrilis
ISBN: 978-3-94454-30-3
Preis: 9,99 $ (D) Softcover
  7,99 $ (D) ebook
Seiten: 210
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren ?
Erschienen: 11. November 2013
Es gibt kein Zurück, nicht für dich und nicht für mich. Die Geschichte einer verbotenen Liebe, lang gehegter Geheimnisse und tödlicher Gefahr.
Als Molly Noan zum ersten Mal sah, fühlte sie, dass er anders war, als all die anderen. Nie zuvor ist sie einen Mann begegnet, der solche außergewöhnlichen, smaragdgrünen Augen hat. Doch bevor sie die Möglichkeit bekommt Noan anzusprechen, ist er wie vom Erdboden verschluckt. Unverhofft bekommt sie eine zweite Chance, als Noan in der Uni Bibliothek auftaucht. Völlig überraschend spricht er sie an. Doch warum verhält er sich so eigenartig? In dem einen Augenblick hat Molly das Gefühl, sie käme Noan näher, im nächsten jedoch wirkt er wieder abweisend und kalt." So sehr sie es auch versucht, Noan geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Es gibt nur noch einen Gedanken, sie muss Noans Geheimnis lüften, doch ohne es zu wissen, begibt sie sich damit in tödliche Gefahr.

Kräftige, leuchtend-warme Farben und ein leicht abstraktes Porträt zieren das Cover von Seelenschimmer. Alles wirkt sehr warm und offen. Die Frau wirft dem Betrachter einen Blick zu dem etwas Geheimnisvolles und wissendes anhaftet.
Besonders schön finde ich das man im Verlauf des Buches eine Ahnung hat, wodurch das Coverbild vielleicht geprägt wurde.


 Erster Satz - Ich stand in meinem Zimmer

Für Molly beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ein einjähriger Schüleraustausch gibt ihr die Chance am 3187 km entfernte American River College zu studieren. Ein Traum wie man meinen könnte, besonders da sie zudem bei ihrer Großmutter, einer bekannten Botanikerin, unterkommt. Nur Leider hat diese Reise für Molly ein Lachendes und ein Weinendes Auge. Natürlich freut sie sich auf diese renommierte Schule zu gehen, wären da nicht die anderen. Die Massen an Schülern, denen sie dich am liebsten aus dem Weg gehen würde.
Besonders da dort dieser eine Schüler mit den smarakdfarbenen Augen, Noan, war, von dem sie sich nichts sehnlichster Wünschte, er würde sie nicht meiden. Doch sein Auftreten irritierte Molly. Wirkte er doch in dem einem Moment freundlich und nett, im nächstem schien er lauernd wie ein Hai vor der Fütterung. 
Als ihr dann auf einem Kletterausflug der Stein unter den Füßen bricht, sind seine hellen Smaragdtaugen, das letzte was sieh sieht, ehe sie in den Tod stürzt .. 

Warum hilft er mir nicht? Warum zieht er mich nicht hoch? Hasst er mich so sehr, dass er mich hier sterben lassen wird?

 
 Viviian Faydens Schreibstil erinnerte mich in den ersten Seiten an einen Bericht. Alles ging schnell und etwas ruckig zur Sache. Sobald Molly aber "in der Geschichte angekommen war", wurde es fließender. Der Berichtstil schlägt zwar hier und dann noch sehr auffallend durch, aber es störte keinesfalls den Lesefluss.
Die Sprache ist sehr Bildlich. Man merkt deutlich, dass es der Autorin wichtig ist dem Leser Umgebung und Atmosphäre näher zu bringen. Gerade weil es aus der Sicht der Hauptprotagonistin Molly erzählt wird, wirken diese Beschreibungen wie Eindrücke und fließen sehr geschmeidig in die Geschichte ein, ohne überzogen zu wirken.


Molly und Noan sind für sich sehr typische Vertreter einer Liebesgeschichte. Sie die graue Maus mit wenig Selbstvertrauen und er der strahlend-schöne Überflieger. Solche Mischungen hatte man sicherlich schon oft gesehen und steht solchen Konstellationen gerne einmal mit leichter Skepsis gegenüber. Hier wurde meine jedoch schnell vertrieben, denn trotz des typischen Paares, sind sie persönlich und einnehmend. 
Das einzige was ich mir jedoch in den Charakter gewünscht hätte, wäre eine stärkere Entwicklung. Gerade aus Mollys Sicht, da sie mir selbst nachdem sie schon einige Wochen zusammen sind, immer noch sehr unsicher Auftritt.
Die überschaubaren Nebencharakter waren sympathisch. Leana, Noans Schwester, fand ich allerdings mit ihrer kühlen Art sympathischer. Sie war eine herrliche Abwechslung zwischen den ganzen netten Leuten.


Anfangs musste ich mich wirklich erst an diesen Schreibstil gewöhnen. Ruckig, plötzlich mit sehr vielen Umbrüchen. So etwas hatte bisher noch nicht in den Händen gehabt. Glücklicherweise kommt man schnell rein. Schon in der Mitte des zweiten Kapitels floss ich durch die Zeilen, ohne von meiner anfänglichen Irritation überhaupt noch Notiz zu nehmen.
 Molly hatte es mir recht einfach gemacht sie zu mögen, auch wenn es hier und da einen Moment gab, wo man sich wirklich etwas über sie wundern muss. Ihre extreme Besessenheit gegenüber Noan wäre da so ein Punkt. Zum Glück für sie, beruht das bei ihrem angebeteten auf Gegenseitigkeit und so entwickelt sich darauf eine sehr schnelle und heftige Liebesgeschichte. Mir stellenweise wirklich sogar etwas zu schnell.
Etwas was mir wirklich gut gefallen hat, war dieser sehr intensive Bezug zur Natur und auch der schonungslose Hinweis, das viele Menschen diese aus Habgier zerstören. Die Beziehung der Territianer zur Umwelt, ihre Aufgaben, ihr Können wurden schön dargestellt und sogar in kleinen Nebensächlichkeiten wie das gemeinsame Frühstück, fiel Noan nicht aus der Rolle. Diese Feinheiten haben ihn für mich realistischer und überzeugender werden lassen.
Das Auftauchen eines Feindes in Gestalt der Tox, war eine unerwartete Wendung, deren Ende aber eher in den Folgebänden zu finden sein wird.
Ganz ohne Punktabzug kommt Seelenschimmer aber schlussendlich auch nicht weg. Eine wiederkehrende Ungereimtheit in der Story im Bezug auf Mollys Immunität und die Überraschung der Territianer darüber, besonders ihres Anführers Joshuar, hat mich etwas gestört.
Zum zweiten überschlug sich die Liebesgeschichte an dieser und jener Story etwas sehr Arg. Natürlich muss sie in einem Buch mit knapp über 200 Seiten etwas zügiger vorangehen, aber vielleicht hätte man eine Daily life-Szene streichen und dafür etwas das Tempo raus nehmen können. Es war für mich einfach etwas irritierend wie schnell sie von der großen Liebe redeten. 


Alles in allem kann Seelenschimmer durchaus überzeugen. Sympathische, wenn manchmal auch etwas arg liebe, Charakter und eine naturverbundene Story mit dem ein oder anderem Geheimnis verlocken wirklich zum Lesen.
So verdient sich Seelenschimmer stolze 4 von 6 Krümeltörtchen und eine Empfehlung für alle jene, die Spaß an einer Liebesgeschichte habt, die nicht ewig und drei Tage um sich selber herumscharwenzelt.
Die Erwartungen an Band 2 sind jedenfalls hoch.

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