Mittwoch, 26. Februar 2014

Chicks Wildnisabenteuer

Titel: Chicks Wildnis Abenteuer
Reihe: Ja - 1Band der Chicks - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Katja Schwede
Verlag: At Bookshouse Ltd.
ISBN: 978-9963521579
Preis: 13,99 $ (D) Softcover
Seiten: 318
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Erschienen: 20. Dezember 2013
 Leseprobe
Trailer

 Hunderte Löwenzahnstauden tauchten die Landschaft in ein leuchtend gelbes Meer. Unzählige Stängel Wiesenschaumkraut reckten ihre zartlila Blütenköpfe zwischen weißen Teppichen aus Gänseblümchen der Sonne entgegen. Chick lief das Wasser im Mund zusammen.

 
Chick wächst in einem Gebiet unberührter Natur unter Wildkaninchen auf. Mit ihren Brüdern Sangru und Amjo an ihrer Seite überwindet sie so manches Hindernis, um im Wald und in den Wiesen zu bestehen. Lauschen, graben, flüchten - es ist nicht einfach, sich wie ein richtiges Kaninchen zu benehmen. Außerdem muss sie sich immer wieder gegen die Anfeindungen der Sechserbande zur Wehr setzen, die Chick als felllosen Zweibeiner nicht als Koloniemitglied akzeptiert. Eines Tages gerät Chick in eine gefährliche Situation, in der ihr weder ihre Familie noch ihre treuen Freunde helfen können. Wird Chick das Abenteuer allein meistern?



Das Cover dieses Buches ist wirklich ein echter Hingucker. Es wirkt wie ein Bild mit Colagen oder Bastel-Elementen. All das vermittelt einen freunlichen, offenen und sehr natürlichen Charakter. Durch die Abbildung von Chick, bekommt man schon einmal wenige Informationen, auch wenn man dieses Motiv so an sich erst später im Buch einordnet.


 Erster Satz - Das erste Licht des Tages fiel in den Baueingang.
Wildblumen. Löwenzahn und kuschlige Kaninchenfelle. Das ist Chicks Welt, lebt das junge Mädchen doch schon, seit sie denken kann bei ihrer Familie mit den langen Ohren. Das Leben im Wald bietet ihr alles, was sie zum Leben braucht. Ihre Familie, Mama Tera und ihr Vater Carli, sowie ihre Brüder Amjo und Sangru, bringen ihr bei, wie man ein ehrenhaftes Kaninchen wird. So vergehen Jahreszeiten um Jahreszeiten und auch wenn der Winter hart und entbehrungsreich ist, so ist Cick doch glücklich.


In jeder Kaninchenkolonie gibt es eine Rangordnung mit einem Mal mehr, mal weniger strengem Leitkaninchen, das an der Spitze stand. In dieser Kolonie übte ein großer und kräftiger Rammler namens Cäsar. Alle Kaninchen zollten ihm aufgrund seines Körperbaus und seiner Weisheit Respekt. Chick wagte sich kaum vorzustellen, das Sangru ihm wirklich gegenübertreten wollte.

Ein Tag ändert dann plötzlich aber alles. Ein befangenes Gefühl, Geräusche ... dann kamen die Menschen. Die Flucht scheitert und plötzlich findet sich das Hasenmädchen plötzlich in einer Welt wieder, die ihr die Luft zum Atmen nimmt.


Chicks Wildnisabenteuer begrüßt den Leser mit einem lockeren und leichten Schreibstil, der durchaus auch Erwachsene zu begeistern weiß. Die Sprache ist auf Kinder zugeschnitten und auch die Kapitel sind weder zu lang, noch zu kurz und enden jedes Mal mit einem Aufhänger, der einen einfach weiter lesen lassen will.
Die Geschichte ist aus Chicks Sicht erzählt, so das die großen und kleinen Leser im hautnah dabei sind. Ihre Gedanken und Gefühle sind realistisch und gut nachvollziehbar und kommen wunderbar greifbar herüber.

Chick als Hauptcharakter und einziger Mensch unter Wildkaninchen rückt natürlich zu aller erst ins Visier des Lesers. Schon gleich am Anfang habe ich sie einfach lieb gewonnen. Ihr Bestreben ebenfalls ein gutes Kaninchen zu werden, den Eltern und Geschwistern nach zu eifern, war so natürlich, dass es völlig egal war, dass es sich hierbei um Tiere statt Menschen handelte. Dabei stieß sie auch hin und wieder an ihre Grenzen, zweifelte und lernte ihre eigenen Stärken zu finden.
Aber auch die Kaninchen, von denen es reichlich gab, mit vielen Namen und doch hat man sie geschwind im Kopf, waren charakterlich unglaublich unterschiedliche. Der Draufgänger Sangro, der ruhige und durchdachte Amjo. Die Sechserbande, bei der doch nur vier die Raufer sind...
Das Hirschkalb Flitt...
Der Wald präsentiert eine schiere Mischung an Charakter, wie es jeder Tierliebhaber nur zu gut von seinen Lieblingen kennt.




Wenn ein Kinderbuch einen Erwachsenen total fesseln kann, dann ist es für mich gesehen etwas ganz besonders. Doch schon von der ersten Seite an ließ ich mich hineinziehen in den Wald, in die Wiesen voller Löwenzahn, den verschlungenen Tunneln darunter. Jedes Kaninchen, das Hirschkalb Flitt ... ich schloss sie gleich ins Herz.
Besonders gut gefallen hatte mir, dass die Natürlichkeit dieser Geschichte bewahrt wurde. Es ist einfach normal und logisch, das nur im Sommer dieser Überfluss herrschte. Im Frühling gibt es das erste Grün und im Herbst und besonders im Winter ist das Überleben für die Waldtiere, genau wie für die junge Chick, ein Kampf für sich. So fand ich es gut das sie selber nach dem Winter geschwächt und etwas taumelig war. Dass sie wuchs und zu groß für die Gänge wurde. All das zusammen schuf eine Welt, die absolut real sein könnte. Es vielleicht auch irgendwo ist?
Etwas anderes, was ich gut fand, war, dass das sterben, nicht Tod geschwiegen wurde. Einmal wird eine Häsin von einem Fuchs geholt, ein anderes Mal stirbt ein Männchen an einer Krankheit, dann ... Ich werde nicht zu viel verraten, nur sei gesagt, dass es keine schrecklichen blutigen Tode sind, aber sie sind eben da. Das finde ich nicht grausam. Eher wie gesagt real. Die Zeit der Menschen läuft eben langsamer als die eines Kaninchens.Im letzten Drittel wurde Chick dann von den Menschen gefangen, und ich muss sagen das ich die Familie, bei der sie schließlich gelandet war, einfach nicht ausstehen konnte. Sie waren nett, klar, aber sie verstanden sie nicht. Sie sahen nicht ihr Unglück und oft hatte ich den Eindruck, das sie selbst sich fast, wie ein Haustier fühlte. Ihr Unglück sahen sie nicht. Auch diese "Einigung" fand ich geradezu lächerlich ...
Aber da muss sich jeder selber sein Urteil fällen.


Ein herrliches Naturabenteuer, das sich spielend 6 von 6 Krümeltörtchen verdient und mehr als einmal zum Denken anregt. Eine absolute Empfehlung für Jung und Alt.


Samstag, 22. Februar 2014

Chicagoland Vampires - Frisch gebissen

Titel: Chicagoland Vampires - Frisch gebissen
englischer Titel: Some Girls Bite
Reihe: Ja - 1Band der Chicagoland Vampires - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Chloe Neill
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-8025-8362-9
Preis: 9,95 $ (D) Softcover
Seiten: 425
empfohlenes Alter: ab 16
Erschienen: 11. Februar 2011
Leseprobe (Klick ins Buch)
"Ich bin die Okkultistin in der Familie, und dennoch verwandeln sie dich, die beknackte Englischstudentin? Selbst Buffy würde das empörend finden. Immerhin", sagte sie mir einem kennerischen Blick.", wirst du erstklassiges Forschungsmaterial abgeben."

Eines Nachts wird die Studentin Merit überfallen, beinahe getötet und schließlich gegen ihren Willen in eine Vampirin gewandelt. Sie muss nun lernen, nach den Regeln der Vampirwelt zu leben: Keine Sonne, spitze Pflöcken aus dem Weg gehen, Blut trinken - und sich dem mächtigen Vampir Ethan Sullivan unterwerfen. Doch darauf hat Merit überhaupt keine Lust, auch wenn der attraktive Unsterbliche ihre Gefühle gehörig in Aufruhr versetzt ...



Das Cover von Frisch gebissen ist für mich ein echter Hingucker. Es wird mit Licht, Schatten und Flammenhaften Ornamenten gespielt. Dabei der Titel super in Szene gesetzt, so das ein super Gesamtbild entsteht. Super finde ich auch, das uns die Frau nicht ansieht, sondern mit dem Rücken im Schatten steht und so kein zuvor festgesetztes Bild der Protagonisten im Kopf verankert wird. Es bleibt alles sehr frei und man kann selber entscheiden wie man Merit und co nun sehen will. Natürlich werfen wir auch noch einen Blick auf die amerikanische Variante. Wie sehr oft muss ich gestehen, unsere gefällt mir besser. ;)
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Was ich richtig toll finde, ist der Namenszug der Autorin. Einmal nicht stumpf gedruckte Buchstaben, sondern eine elegante Schreibschrift. Toll!


Erster Satz - Zuerst fragte ich mich, ob es mein Karma war, bestraft zu werden.

Merit ahnte nicht, was ihr bevorstand, als sie spät abends über den Campus ging. Sie sah nichts. Hörte nichts und dann ... war sie auch schon tot. Oder vielmehr untot. Den der Vampir Ethan rettete ihr Leben, indem er sie in einen Vampir verwandelt. Doch statt dankbar zu sein, überhaupt noch unter der Sonne ... äh .. Mond Wandeln zu können, ist sie wenig begeistert von ihrem Los als Vampir.
   "Das hätte meine Entscheidung sein solle."
"Ich hatte nicht wirklich viel Zeit, Merit. Und da du dir vollkommen im Klaren über meine Entscheidung bist, ist dieses bockige Verhalten unter deiner Würde."
Ich widersprach ihm nicht, aber was glaubte er, wer er war? Aufwallende Gefühle schnürten mir die Kehle zu. "Entschuldige bitte, wenn ich mich noch nicht daran gewöhnt habe, dass mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt wurde. Entschuldige Bitte, wenn ich darauf nicht würdevoll reagieren kann
Was auch dazu führt, das sie recht häufig mit ihrem neuem "Meister" Ethan aneinander gerät, den dieser hat so seine Probleme mit ihrer Bockigen und so gänzlich unfähigen Art, Befehlen und Anweisungen zu folgen.
Was auch dazu führt, dass sie recht häufig mit ihrem neuem "Meister" Ethan aneinandergerät, den dieser hat so seine Probleme mit ihrer bockigen und so gänzlich unfähigen Art, Befehlen und Anweisungen zu folgen.
Und während Merit sich versucht so langsam nach und nach mit der ganzen Sache zu arrangieren, muss sie sich Morddrohungen durch das Fenster werfen lassen, dann stirbt ein weiteres Mädchen ... als dann auch die Meisterin des Hauses Navarre eine Todesdrohung erhält, scheint der Frieden zwischen den Häusern und den Menschen auf Messersschneide zu stehen.


Frisch gebissen ist aus der Sicht von Merit geschrieben und zeigt einem so sehr gut ihr aufgewühltes und, mir manchmal wirklich etwas zu bockiges, Innenleben an. Ihre Gedanken machen es dem Leser einfach sie als Person zu greifen. Man entwickelt schnell ein Gefühl für sie.
Sprachlich ist es ein angenehmer Stil. Man kommt schnell durch die Seiten. Das einzige was mich etwas stört, ist das der fast 400 Jahre alte Vampir, manchmal etwas zu arg Modern redet. Höflich zwar, aber etwas zu zeitnah. Natürlich passen sich Vampire an, aber so einen kleinen Rutsch in seine "Jugend" währe Klasse gewesen.

Als Hauptcharakter steht Merit natürlich im Zentrum des Interesses des Lesers. So auch bei mir. Und ich kam auch recht gut mit ihr klar, bis sie anfing, sich zu benehmen wie ein bockiger Teenager, und nicht wie eine angehende Doktorandin. Das beginnt bei ihrer Art gegenüber Ethan, der ja wirklich keine Zeit hatte sie noch lang und breit zu fragen, während sie da verblutete. Er hatte ihr das Leben gerettet, ob sie nun Vampir sein wollte oder nicht. Eine Fahrt ins Krankenhaus hätte sie nicht überlebt, da ihr Angreifer fast die Kehle herausgerissen hat. Bedankt hatte sie sich für ihre Rettung auch nie, was mich ziemlich genervt hat.
Dann stellte sich schnell darauf heraus das sie ziemlich stark ist. Natürlich viel stärker als normale Jungvampire. Und das wird auch ständig erwähnt, besonders von ihr ... 
Zwischendurch diszipliniert Ethan sie in einem kleinen Showkampf, w sie später behauptet sie hätte ihm einen harten Kampf geliefert. Also, nennt mich kleinlich, aber ich habe einfach so meine Probleme, wenn ein Charakter (Sie war vier verdammte Tage Alt, er fast 400 Jahre!) als Jungvampir fast mit einem Meistervampir konkurrieren kann. Dazu hat sie, natürlich, auch noch die Fähigkeit Verzauberungen zu wiederstehen, lernt binnen 2 Tagen mehrere Kampfsportarten und ein Schwert zu führen.Ist das für euch auch ein wenig viel auf einmal?
Ethan ist trotz seiner Meisterrolle sehr sympathisch. Ich kann seine Art nachvollziehen. Er ist für über 300 Vampire verantwortlich. Da ist es normal das er agiert und reagiert, wie er es für das richtige und für sein Haus für das beste hält. Er ist in einer mächtigen Position und kann nicht einfach nach seiner Laune handeln. 
Die Nebencharaktere sind fast alle sehr sympathisch (teilweise mehr als Merit) und besonders den Formwandler Jeff habe ich ja mit seiner jugendlich-frechen Art ins Herz geschlossen.


Schon nach wenigen Seiten hat mich die Ausarbeitung der ganzen Struktur rund um die Vampire, Regierung, und den anderen mystischen Wesen, stark beeindruckt. Hat man doch leider viel zu oft diesen gleichen Storybrei vor sich liegen. Entweder, weil viele versuchten, auf den Bissserie-Zug aufzuspringen, oder weil es wohl seltsam fesselnd und mysteriös sein Soll, schon am Anfang zu wissen, was am Ende herauskam. Frisch gebissen ist da anders. Erstens weil Merit nicht die typische Schrei-Streit-Sex Charterin ist, sondern auch, weil sie sich nicht wirklich mit dem Abfinden will, was sie ist. Einziges Manko hier ist nicht ihre herrlich erfrischende sarkastische Art, sondern vielmehr oft die Tatsache das Sie zu stur (ich nenne es gerne bockig) ist, auch mal eine andere Sichtweise/Regeln anzuerkennen. Auch das Sie viel zu schnell viel zu stark wird, macht sie in der Beziehung einfach eine Spur zu unrealistisch. Auch macht es keinen Spaß, wenn man denkt, das Merit mit 3 Tagen den Meistervampir aus dem Weg räumen könnte.
Auch das ihre Freundin viel zu schnell einen Partner fand, anscheinend konnte die Autorin es nicht sehen, dass eine Hauptperson unverliebt/ungeliebt bleiben könnte. Dass sie ebenfalls eine mächtige Junghexe ist, machte dieses Neulinge-sind-ja-so-mächtig Getue ziemlich anstrengend. 
Oder denke ich zu streng, wenn ich glaube, dass ein fast 400 Jahre alter Vampir schon auf sich aufpassen kann?Abgesehen von diesem Minus, ist die Story gut und flüssig. Es verlaufen mehrere Handlungsstränge. Rasante, Blut geifernde Aktion kann man aber lange suchen. Der "Kampf" hier ist eher auf der politischen Richtung der Vampire ausgelegt. Die Morde werden zwar untersucht, aber nicht ganz so wunderbar und intensiv behandelt, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. 
Das Ende hat mich überrascht, einen wirklichen Cliffhanger auf der letzten Seite, oder unter den Nägeln brennende Fragen gab es aber nicht.

Chloe Neill ist mit dem ersten Band der Chicagoland Vampires - Buchreihe, ein guter, aber ruhiger, Start gelungen. Sie setzt viel auf die politischen Verbindungen, stellt Vampire sehr kultiviert und wenig räuberisch dar. Leider geht dadurch die Spannung etwas verloren. Es dreht sich stattdessen viel um Merit, ihre Wandlung und ihren Sturschädel. Zwar gibt es ein paar Morde, aber die versinken eher in der Versenkung. Langweilig wird es trotzdem nie, da die Sprüche und Erlebnisse immer etwas zum Schmunzeln bringen.
Schlussendlich habe ich mich dazu entschieden, diesem Buch 3 von 6 möglichen Krümeltörtchen zu geben. Ich hatte schlussendlich einfach mehr erwartet, stattdessen ließt es sich wie ein sehr langer Prolog über Merit und ihren "Kampf" in der Vampirwelt Fuß zu fassen. Die Reihe werde ich dennoch verfolgen, denn Ansätze sind gute da und die Autorin kann sich definitiv noch steigern. Schon weil die Strukturen unter den Wesen Stoff für mehr bot.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Lesung "Ein Häusle in Cornwall"

Erste Male sind ja immer etwas ganz besonderes. 
Der erste Thriller.
Der erste Krimi.
Das erste Bücherregal bricht fast unter seinen Last zusammen.
Ja, es ist wirklich immer wieder etwas unglaublich besonderes. Genau solch ein Erstes Mal hatte ich gestern Abend erlebt und ich war so aufgeregt. Denn, ich wohnte das Erste Mal einer Autorenlesung bei! 
Das es auch noch eine Autorin war, die mir selber vor diesem Abend noch nicht wirklich etwas gesagt hatte, hatte das ganze natürlich gleich noch um einiges Spannender gemacht. Immerhin wusste man ja nicht recht, auf was man sich nun einstellen sollte/konnte.
Aber beginnen wir mal von vorn. Das ganze fand Gestern 20 Uhr in der Osiander Buchhandlung in Heilbronn statt.

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Alle wurden freundlich empfangen und im hinteren Teil waren schon die Stühle für die Gäste und das Podest für die Autorin aufgebaut. Es herrschte eine angeregte Stimmung und dann, endlich, begann es!
Nach einer fröhlichen und ungezwungen Begrüßung begann Frau Elisabeth Kabatek, diese war nämlich die Geheimnisvolle Autorin, welche an diesem Abend aus ihrem Buch "Ein Häusle in Cornwall" vorlass. 

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Sie hatte kaum ein paar Zeilen vorgelesen, und ich war begeistert gewesen. Ein witziger Schreibstil, bei dem mehr als einmal ein Lacher durchs Publikum ging, dazu ihre Betonungen, so das man die Charakter wunderbar greifen konnte. Und das von nur ein paar vorgelesenen Passagen. :3
Zwischen durch wurden immer wieder Auflockerungen in den verschiedensten Arten gebracht. Zum Beispiel wurde über Klischees und Britische Ansichten philosophiert und als sie dann, denn die darf ja an einem echtem Britischem Leseabend nicht fehlen, auch noch eine solarbetriebene Queen auf den Tisch stellte, hatte sie die Lacher wirklich auf ihrer Seite.

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Auch gab es eine etwas andere Verlosung. Und zwar erzählte die Autorin, dass sie keinen Fernseher zu Haus hätte, aber die Beschreibungen in der Zeitung las um mitzureden. Also wurde kurzerhand ein Spiel daraus gemacht. Sie las etwas vor und die Gäste mussten raten, aus welchem Film/Serie es stammte. Platz 1 und Platz 2 bekamen einen Gewinn.
1. Platz. Ihr Buch Spätzleblues.

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 2. Platz. Ein Teebeutel in Pyramidenform ;)

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 Die Betonung liegt hier aber wirklich und ernsthaft auf EINEM! :3
 Zum Schluss gab es dann noch die Chance sich die Bücher, die man dort erwerben konnte, von ihr Signieren zu lassen. Komplett mit persönlicher Widmung und so.
Alles in allem war es ein herrlicher Abend. Gekauft habe ich mir, trotz dieser Verlockung, das Buch nicht. Aber es ist auf meiner Wunschliste gelandet. Was für euch bedeutet, dass es irgendwann hier auftauchen wird. Aber ich will dann schon mit dem ersten Band beginnen, auch wenn gesagt wurde, das man sie als abgeschlossene Bände ruhig auch Quer lesen könnte. 
Für mich auf jeden Fall ein herrlicher Abend, bei dem ich viel gelacht habe. 
Für mich der Antrieb, jetzt wohl öfter mal bei einer Autorenlesung dabei zu sein!

Was ist mit euch? Wart ihr schon einmal bei einer Lesung gewesen? und wenn ja, wie waren eure Eindrücke so?
 

Dienstag, 18. Februar 2014

Mitternachtszirkus

Titel: Der Mitternachtszirkus 
englischer Titel: Cirque Du Freak
Reihe: Ja - 1Band der Saga of Darran Shane - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Darran Shane
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 6,00 $ (D) Softcover
Seiten: 256
empfohlenes Alter: ab 12 - 15
Erschienen: 1. Oktober 2003

CIRQUE DU FREAK
Nur eine Woche! Cirque Du Freak!
Erleben Sie:
Sive und Seersa - DIE VERKNOTTETEN ZWILLINGE
DEN SCHLANGENJUNGEN!
DEN WOLFSMANN!
BERTHA BEISSER!
LARTEN CREPSLEY UND SEINE DRESSIERTE SPINNE MADAE OCTA!
ALEXANDER KNOCHEN!
DIE BÄRTIGE DAME!
HANS HÄNDE!
WILLI WUNDERWANST - DEN DICKSTEN MANN DER WELT!



Darren Shan glaubte nie an Vampire. Bis zu jener Nacht, als dieser seltsame Zirkus in die Stadt kam. Mit seinem Freund schleicht Darren in die nächtliche Vorstellung - nicht ahnend, dass sich damit sein Leben ein für alle Mal verändert ..

Mir ist selten ein Buch in die Hände gefallen, das derartig viele Cover zur Auswahl hat wie dieses hier. Da hätten wir die erste Variante.
 Die Vorderfront des Zirkus finde ich passend. Farbenfroh und doch im Kontrast zur Schrift und dem grünlich-dämmrigem Himmel kommt keine wirkliche Fröhlichkeit auf. Es liegt etwas bedrückendes in diesem Bild und nicht wie man es vom Zirkus erwartet, eine heitere und lockere Stimmung.
Gier wäre gleich die zweite Variante. Es geht eher in den Comic und Kinderbuchstil hinein. 
Die Spinne auf seiner Schulter ist übrigens Madam Octa. Ist sie nicht entzückend ;). Auch wenn sie im Buch weitaus farbenfroher beschrieben wurde. Dennoch muss ich ja sagen, das ich sie recht gerne gewonnen habe. *grins*
Zum Schluss noch eine dritte Variante. Und zwar wurde Mitternachtszirkus auch verfilmt, und so gibt es noch ein Filmbuch in dem die ersten 3 Bände der Reihe zusammengefasst erhältlich sind. Wie bei vielen Büchern zum Film, muss ich sagen das mir das Cover nicht gefällt. Ich stelle mir Darran einfach total anders vor. Schon weil er auf dem Cover als Teenager vor uns steht und nicht wie im Buch eigentlich vorgesehen, als Kind.

Erster Satz - Ich war immer schon verrückt nach Spinnen.

Ein Zufall lässt dem jungen Darran und seinen Freunden ein Flyer der Cirque du Freak in die Hände fallen. Ein Zirkus, der nur Nachts eine Vorstellung gibt, und die Kuriositäten der Welt der Öffentlichkeit zugänglich macht. Für die vier Freunde ist klar, sie müssen dort hin. Doch als Steve vom Kartenkauf zurückkommt, erklärt er das er nur zwei Karten bekommen hat. Nun soll das Glück entscheiden. und es entscheidet sich für Steve und Darran.
Begeistert können es die beiden gar nicht abwarten und endlich ist es soweit. Samstag. Die Show beginnt!

Eine Frau war nicht schnell genug. Der Wolfsmann sprang sie an und riss sie zu Boden. Sie schrie sich fast die Lunge aus dem Leib, aber niemand wagte es, ihr zu Hilfe zu kommen. Er drehte sie auf den Rücken und bleckte die Zähne. Sie streckte eine Hand aus, um ihn wegzustoßen, aber er erwischte sie mit dem Maul und biss sie einfach ab!
...
Aus dem Stumpf ihres Handgelenks sprudelte Blut, es spritzte auf den Bode und auf andere Leute. Steve und ich starrten sie fassungslos mit aufgerissenen Mündern an und fragten uns, ob sie gleich sterben würde.

Das eine Nummer ihr Leben völlig veränderte, daran hätten die beiden Jungen nie auch nur zu Träumen gewagt ...
Doch während Shane fasziniert ist von Madame Octa, und ihrem ganz eigenem Charme erlag, ist Steve gebannt von Larten Crepsley. Denn er weiß, der Spinnendompteur ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Als Shane daraufhin Madame Octa stillt, ist es der Anfang vom Ende ...


Eine einfache Erzählform. Viele Dialoge, einfache Sätze, wenige Komas und eine gut strukturierte Story. So begrüßt uns der Mitternachtszirkus in seinen Reihen. Die Detailliebe lässt die einzelnen Scenen fast einem Film gleich, im Kopf ablaufen. Wunderbar!
Die Geschichte wird aus der Sicht von Darran erzählt. So bekommt man einen guten Einblick in seine Gedankenwelt und kann sich leicht mit ihm als Hauptperson Identifizieren.

 Der 12-jährigen Darran ist die Hauptperson dieses Buches. Er erzählt das erlebte aus seiner Sicht und betont Anfangs auch das alles wahr ist, er aber Namen von Personen, Städten und Co. verändern musste. Es wäre sonst zu gefährlich gewesen.
Schon dieser Einstieg in seine Person fand ich interessant. Man lernt ihn als frechen, spitzbübischen und sehr fröhlichen Jungen kennen, der durch einen Fehler plötzlich alles verliert und damit Leben muss. Man kann sich leicht in ihn hineinversetzen. Auch ist er nicht der klassische -Ich fürchte mich vor nichts- Held. Er steht früher oder später für seine Fehler Grade. Etwas das mich sehr für ihn eingenommen hat.

Er blies wieder in die Flöte und Madame Octa kroch den Hals der Ziege weiter hinauf, bis sie auf ihrem Ohr hockte. Erneut entblößte sie die Giftzähne und biss zu. Ein Zittern lief durch den Körper der Ziege, dann lag sie vollkommen still.
Sie war tot.

Dann hätten wir den Spinnendompteur Mr. Crepsley. Ihn fand ich recht eigenwillig und gerade deswegen interessant. Denn obwohl er von Darran bestohlen wurde, regt er keine Mordgedanken. Gut, er  macht einen für Darren eher unbequemen Deal um Steve zu retten, aber jeder hat Schwächen. Seine Art jedenfalls mag ich sehr, ich kann ihn einfach nicht als Bösewicht sehen.
Alles in allem, von Steve, den Freunden, seiner Familie über die kurze Vorstellung der Freaks im Zirkus, besitzen die Charakter eine für ein "Kinderbuch" unübliche Klarheit und Tiefe und ebnen den Weg für mehr!


Wie ihr sicherlich an den ausgewählten Zitaten schon entnommen habt, ist die Bezeichnung Kinderbuch nicht wirklich passend. Dabei waren die Blutfontänen und die tote Ziege noch das geringste Problem, denn Darran erlebt so einiges. Bis zur letzten Seite. Die giftige Madam Octa beißt seinen Freund und Darran fürchtet sich davor seiner Familie die Wahrheit zu sagen. Schlussendlich erhofft er sich dann von Mr. Crepsley Hilfe und muss den höchsten Preis zahlen. Sein Leben, seine Familie, alles ...
Hier wird bewusst mit tief verwurzelten Ängsten Gespielt. Alles verwoben mit einer Geschichte, die in diesem Buch erst einmal den Anfang findet, und so in meinen Augen die Rolle eines Prologs einnimmt. So erfahren wir alles über Darrans zurückliegendes Leben, ehe er in die Nacht geht. Über seine Zukunft und auch etwas über einen Freund, der noch im Schatten verweilt. 11 weitere Bände laden ein in eine Story, die man meiner Meinung nach durchaus von Kindern fernhalten sollte.

Wie im Anfang schon erwähnt, gibt es einen Sammelband, welcher die ersten 3 Bände enthält und das Filmcover trägt. Ich habe mir den Film angesehen und bin wirklich enttäuscht. Die Story ist absolut grauenvoll und man kann nicht folgen, bekommt keinerlei Erklärungen. Darran ist ein Jugendlicher, obwohl er im ersten Band gerade mal 12 ist. Mr. Crepsly kommt nicht mal annähernd so cool rüber wie im Buch und ist in meinen Augen zu einer Lachnummer verkommen. Von Steve, der im Buch Eindruck schindet durch seine ganze Art, mal nicht zu reden. Man kann den nicht ernst nehmen. Auch Darrans Familie...Da konnte ich dann wirklich nur noch den Kopf schütteln. Enttäuschend!
 Auch an der ganzen Atmosphäre ging der Film vorbei. Er wurde sogar verharmlost! Keine tote Ziege, die Frau, welche die Hand abgebissen bekam, gehörte dann plötzlich mit zum Publikum und es wuchs ihr nach. Versteht ihr was ich meine? Auch der Schlangenjunge... lest das Buch und schaut euch dann den Film an. Eure Meinung würde mich interessieren:
 Sehr gut fand ich die Animation von Miss Octa, auch wenn sie im Film viel harmloser und netter war, als sie es im Buch jemals war!


Letzter Satz - Und dann machten wir, der Vampir und sein Gehilfe, uns Seite an Seite auf den Weg ... tiefer und tiefer in die Nacht.


Trotz des einfachen Stils ist dieses Buch eindeutig nichts für Angehörige des unteren Bereichs der Altersbeschränkung. Wer also seinem Kindlein etwas Gutes tun will, sollte hier nicht unbedingt zum Mitternachtszirkus greifen. Zumindest nicht, wenn er will dass das besagte Kindlein in diesem Jahrhundert noch mal einschläft. Wenn möglich ohne Albträume von giftigen Spinnen, toten Freunden und Blut.
So stelle ich es in meiner Einteilung eher zu den Jugendbüchern und empfehle hier wirklich ab 15, höchstens 14, zu diesem Buch zu greifen. Denn der Schreibstil ist wirklich das einzige was ihn an ein Kinderbuch glauben lässt. Das der Autor es aber trotz einfacher Sätze es schafft eine derartige Spannung aufzubauen, und zu halten, ist schon etwas Besonderes. Der Vampirmythos wird von ihm neu definiert und Mr. Crempsly kommt dabei Authentisch und Glaubwürdig rüber.


Mit einem Punkt Abzug wegen eins, zwei Kleinigkeiten, erreicht Mitternachtszirkus 5 von 6 möglichen Krümeltörtchen, eine Empfehlung an Vampirfans, die einmal etwas anderes sehen wollen als den manchmal doch recht typischen Einheitsbrei. Und lasst euch vom alter des Buches nicht abschrecken. Die Story ist Zeitlos, wie es für echte Vampir-Literatur gehört.

Samstag, 15. Februar 2014

Mord im Schlachthof

Titel: Mord im Schlachthof
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Gudrun Gülden
Verlag: Klarant
Preis: 4,99 $ (D) ebook
Seiten: 379 (ebook -Seiten)
empfohlenes Alter: ab 17 Jahren ?
Erschienen: 16. Januar 2014

"Und was schließen sie daraus?"
"Das dieser Körper - der Meinung seines Scharfrichters nach - nicht zum Verzehr geeignet ist. Spaß beiseite."

Der Fund einer männlichen Leiche auf einem Berg von Tierkadavern führt die Kommissarin Petra Lohenkamp in ein erschreckendes Milieu der Fleischmafia. Parallel dazu arbeitet der zuständige Amtstierarzt, Christian Liebermann, an einem hochbrisanten Dossier über illegale Machenschaften der Massentierhaltung. Er gerät tiefer und tiefer in den Sumpf der Fleischlobbyisten und entlarvt Entwicklungen, die bis in die höchsten Ebenen von Politik und Wirtschaft reichen. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod…


Die vorherrschende Farbe des Covers ist rot. und auch ohne herablaufende Blutflecken, steht die Assoziation zu Blut unweigerlich im Vordergrund. Das Messer und der weiße Metzgerkittel unterstreichen den Titel in meinen Augen sehr gut, ohne aber zu dramatisch zu wirken. Die Schriftart fügt sich nahtlos ins Gesamtbild.


Erster Satz -Es war Mitsommerwende.

Halb verborgen zwischen verwesenden Kuhkadavern wird die, nein das ist kein Tippfehler ;), blaue Leiche eines Mannes gefunden.
Hauptkommissarin Petra Lohenkamp steht vor einem Rätsel, dessen Lösung sie beginnt tief in die Abgründe der Fleischmafia hineinzuziehen.
Zur gleichen Zeit steht der Amtstierarzt Christian Liebermann kurz vor der Fertigstellung eines hoch explosiven Dossiers. Doch je näher er dem Ende kommt, desto mehr heben die Monster in seiner Umgebung die Köpfe. Denn diese Offenbarung, zieht größere Kreise als selbst Liebermann geahnt hatte ...
"Wann sind Sie denn fertig hier? Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wie viele Geschäfte mir durch die Lappen gehen? Außerdem müssen  die Kühe in die Verarbeitung, die gammeln hier und haben schon Maden."
"Danke für die Details", erwiderte Petra und dachte an ihren Sauerbraten.
Zusammen mit Petra geraten sie immer tiefer in einen Strudel aus Intrigen, Verschwörungen und dem wohl ältestem Menschlichem Charakterzug.
Gier.


Mit einem angenehm flüssigem Schreibstil, guter bildlicher Sprache, geschmeidigen Übergängen und hervorragender Recherche ist Mord im Schlachthof durchaus ein Buch, bei dem jede Seite ein kleiner Genuss für sich ist.
Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und sind abwechselnd aus der Licht von Petra und Christian verfasst. Dadurch verfolgt der Leser von Beginn an zwei Handlungsstränge, die sich dennoch immer wieder berühren und so Verbindungen zwischen den Charakteren schaffen.


Mord im Schlachthof bietet gleich zwei Hauptcharaktere, welche einen solch unterschiedlichen Lebensweg beschreiten, das sie gleich mein Interesse geweckt hatten.
Da hätten wir Petra. Hauptkommisarin aus Leidenschaft und überzeugter "Fleischfresser". Sie ermittelt im Fall der "blauen Leiche" und sieht so das erste Mal, wie es in einem Schlachthof zugeht und welche Hintergrundgeschichte ihr Sonntagsschnitzel haben könnte.
Das krasse Gegenteil zu ihr ist Christian. Als überzeugter Tierarzt, kann er es kaum ertragen was sein Chef von ihm verlangt. Anders als Petra isst er kein Fleisch und steht der ganzen Massentierhaltung zwar nicht aggressiv, aber logisch gegenüber. Er ist sich bewusst das es derartige Haltungbedienungen immer geben wird, setzt sich aber dafür ein, dass sie nicht unter diesen verachtenden Bedingungen laufen.

Ein mit Blut beschmiertes Messer, weißer Kittel und das seltsame Gefühl das hinter dem eigenem Schnitzel vielleicht mehr liegt, als man glauben mag. So begrüßt und Mord im Schlachthof zwischen seinen Seiten. Dabei kredenzt uns Gudrun Gülden immer mehr Verdächtige, lockt auf die Falsche Spur und am Ende ist es dann doch ganz anders als man glauben mag.
Gekonnt verwebt sie die unschönen Details über Schlachthöfe und Fleischmafia, zu einem Teppich aus ekel, Empörung und Resignation. Dabei geht jedoch nie die Leiche und die Tätersuche unter. Vielmehr harmonieren beide "Aufträge" der zwei Protagonisten miteinander.
Besonders gut gefallen hat mir die Recherche zu diesem Buch. Man stolperte weder über Unstimmigkeiten im Tierärztlichem Bereich, noch schüttelte man den Kopf über die Vorgänge der Kripo. Alles wird flüssig und gut durchdacht geschrieben. Dabei lockte mich die Autorin mehr als einmal auf eine falsche Fährte. Als dann auch noch der Verräter in den eigenen Reihen auftauchte ...
Zum Schluss legt die Story dann nochmal sehr an Geschwindigkeit zu. Die Drahtzieher wollen die begangenen Fehler bereinigen, Petra erkennt wie hoch die Wellen schlagen und Christian fürchtet um das Leben seiner Tochter.
Trotz all der guten Aspekte gibt es Abzüge. Zum einen hätte ich mir gerne die ein oder andere "unbedeutende" Szene etwas kürzer gewünscht, zum anderem stolperte ich über eine Ungereimtheit im Text. Es wird erwähnt das es nur einen gelben Hummer H2 in ganz Nordrhein-Westfalen gibt. Ich kenne mich nun nicht wirklich mich Autos aus, aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das so etwas möglich ist?
Auch trifft für mich das Buch die Thrillergenre nicht so vollkommen wie man es sich als Thrillerfan vielleicht wünscht. In meinen Augen ist es eher ein sehr, sehr guter Krim!




Massentierhaltung, Menschenhandel.
Fleisch ist Fleisch?
Die Verbindung scheint mir nicht einmal zu weit gegriffen wenn man mit der Nase darauf gestoßen wird. Die greifbaren Aspekte der Fleischmafia, verwoben mit einem Mord und der Ausnutzung junger Mädchen in einem Bordell. Was Anfangs nicht viel gemeinsam zu haben scheint, wird spätestens nach diesem Buch wohl für so manchen näher beieinander stehen. Die sicherlich enthaltene "Moralkeule" trifft hier meiner Meinung aber nicht die Fleischesser an sich, soll nur darauf Hinweisen, das weniger vielleicht manchmal mehr ist.


 Dieses Buch verdient sich mit Charme und Ehrlichkeit 5 von 6 möglichen Krümeltörtchen und ist eine absolute Leseempfehlung für all jene die schon immer mal den "Werdegang" ihres Bratens nachvollziehen wollten.

Schlussendlich läst mich das Buch mit einem seltsamem Gefühl zurück. Sicherlich werde ich nicht ab Morgen Vegetarier werden, nein sicherlich nicht, aber es regt doch zum Nachdenken an. Die Bedingungen ind er Massentierhaltung sind oft entsetzlich. Das sich viele Großfamilie das teure Fleisch nicht Leisten können, ist nur zu verständlich und auch jene, die jeden Pfennig zweimal umdrehen müssen, greifen eher zum 2 Euro Gehacktes als zu Wiesenhof.
Mein persönlicher Fleischkonsum bewegt sich in einem eher dezentem Rahmen. Ich mag mal ein Gulasch, ein Rippchen oder eine Schreibe Wurst, fühle mich dann aber doch zwischen Nudeln, Auflauf und Gemüse am wohlsten. Dafür ist mein Fischkonsum wohl höher als bei anderen. ;)

Wie sieht es bei euch aus? Was ist eure Meinung zu Massentierhaltung? Egal, oder sollten wir alle Veganer werden?

Mittwoch, 12. Februar 2014

Vorübergehend tot

Titel: vorübergehend tot
englischer Titel: Dead until Dark
Reihe: Ja - erster Band der Sookie Stackhouse - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Charlaine Harris
Verlag: Feder & Schwert
ISBN: 978-3867-620550
Preis: 9,95 $ (D) Softcover
Seiten: 328
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 6 Juli 2008
  
"Ich heiße Bill", erwiderte er.
Ehe ich es verhindern konnte, lag ich auch schon laut lachend auf dem Po. "Ein Vampir mit Namen Bill!" kicherte ich. "Ich dachte, Sie würden Antoine heißen oder Basil oder Langford - aber ausgerechnet Bill?"
Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, dass sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese "Behinderung". Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf den sie schon ihr ganzes Leben lang wartet... Doch auch Bill hat eine Behinderung: Er ist ein Vampir. Außerdem hat er einen schlechten Ruf. Er hängt mit einer verdammt unheimlichen Clique herum, deren Mitglieder alle - Überraschung! - Mordverdächtige sind. Als dann noch eine Kollegin Sookies ermordet wird, befürchtet sie, sie könnte die nächste sein...

Eine verrostete Dose mit Blut. Kaum etwas anderes passt wohl so gut zu diesem Vampir-Roman. Krochen doch die Blutsauger aus den Särgen, weil das synthetische Blut perfektioniert wurde und nun frei erhältlich in jedem gut sortiertem Supermarkt zu finden ist. Die Assoziation mit dem Hauptthema und dem Grund finde ich sehr treffend. Etwas düsterer hätte es vielleicht noch sein können, aber man kann ja nicht alles haben: :3
Für Liebhaber des Comiclooks, gibt es auch noch eine zweite Variante.

http://www.slam-zine.de/uploads/medium/rezension_voruebergehend_tot_cover.jpg
Und auch die amerikanische Variante will ich euch nicht vorenthalten. Meiner Meinung nach können wir mit unseren beiden hier ganz glücklich sein. So ist wohl für jeden mehr oder weniger was dabei. Schon alleine weil ich das Cover unser Englisch sprechenden Freunde alles andere als mitreißend ist.

Wirkt doch ein wenig der Kinderhand entsprungen, nicht?



Erster Satz -  Als der Vampir das Lokal betrat, hatte ich schon jahrelang auf ihn gewartet.

Nach vier langen Jahren kann Sookie es gar nicht fassen, als an einem ganz normalem Abend der erste Vampir im verschlafenem Bon Temps eintrifft. Keiner scheint von der Andersartigkeit des Gastes Notiz zu nehmen und dann ist auch gerade kein Blut in Flaschen im Haus. Kein sonderlich guter Start um ihn noch einmal in die heimischen Hallen des Merlotts. Als kurz darauf auch noch versuchen die Ratten ihn zur Ader zu lassen, scheint sein Schicksal als erster Vampir in dem verschlafenem Südstaaten Ort besiegelt.
Wie gut das Sookie gelauscht hat.
Nach einer gelungen Rettung, bemerkt die blonde Kellnerin es zum erstem Mal.
Sie hört ihn nicht. Nur Stille.
Keine Gedanken zucken durch ihren Kopf wie Leuchtfeuer. Nur wohltuende, nichtssagende Stille.

Aber ich habe eine Behinderung - ich jedenfalls versuche, das sie zu sehen.
Bei den Gästen gelte ich lediglich als verrückt.
Egal, wie man die Sache nennt, sie hat zur Folge, dass sich so gut wie nie jemand mit mir verabreden will. Daher spielen die kleinen Freuden des Lebens für mich eine große Rolle.

Doch der ruhige Schein wärt nicht lange und als Sookie ihre Kollegin erwürgt und mit Bissmalen am Oberschenkel auffindet, rückt der Vampir in den Kreis der verdächtigen.
Doch war er es wirklich?
Oder läuft dort draußen im Schatten ein noch viel größeres Raubtier herum und wetzt seinen Kranken Geist am Hass.


Mit einem lockeren, flüssig-fesselnden Stil führt Charlaine Harris uns in ihre Welt, in welcher Vampire gerade beginnen sich in der Gesellschaft zu integrieren.
Die Geschichte ist aus Sookies Sicht, in der Ich-Perspektive, verfasst und gibt durch ihre telepathischen Kräfte, dennoch Einblicke in die Gefühle und Gedanken ihrer Mitmenschen. Eine sehr originelle Idee die regelmäßige Charaktersichtenwechsel erspart.
Besonders gefallen hat mir der einfließende Humor, welcher sich oft in Sookies Gedankengängen findet, oder in den Reaktionen des Vampirs Bill.


Eine weile grüble ich nun schon auf welchen Charakter ich näher ein gehen sollte. Gut, da hätten wir die etwas Navie Sookie, welche ihr Leben als Gedankenlesende Kellnerin, so gut es eben mit ihrer "Behinderung" geht, führt. Und den ruhigen Vampir Bill dürfen wir natürlich nicht vergessen.
Und Jason,... und Sam ...und und und..
Erkennt ihr mein Problem? So viele Charakter die alle gleich wichtig erscheinen und doch, das ist etwas Besonderes, alle in einer Art und Weise vorgestellt werden, nach und nach ohne hast, dass es so unglaublich leicht ist sie sich alle vorzustellen, sie zu greifen. Alle glänzen durch einen Tiefgang, eine Lebendigkeit das es ein Genuss ist. Sie entwickeln sich weiter, agieren realistisch und machen richtig Lust darauf zu erfahren wie es weiter geht.


Ehe für mich das Buch kam, hatte ich schon die TV-Serie True Blood mit einer Freundin erfolgreich gesuchtet. Klar doch das ich mir auf kurz oder lang die Bücher nicht entgehen lassen wollte. In Anbetracht meines beachtlichen SuB´s, dachte ich mir aber ich würde sie mir erst etwas später besorgen. Und diesmal kann ich sogar mit Gut und Recht sagen, dass ich absolut unschuldig bin, dass die ersten beiden Bände bei mir eingezogen sind. :3
Nun hatte ich also den ersten Band vor mir und was soll ich sagen. Begeisterung pur! Besonders positiv war ich überrascht als ich feststellte, dass dieser oder jener Aspekt, welcher mich in der Serie ziemlich genervt hatte, im Buch ganz anders war. Zum Beispiel spielt gerade in der ersten Hälfte der Serie Sex eine solch übergeordnete Rolle, das man sich dabei erwischt wie man die Augen verdreht. Im Buch ganz anders. Natürlich findet man hier ebenfalls Gewalt und Sex, aber gerade letzteres sehr dezent und nicht in Seitenlangen(bzw. im Film Minutenlangen) Ausführungen. Ich glaube wenn es überhaupt eine halbe Seite einnahm, war es viel.
Eine weitere positive Überraschungen stellten der Charakter von Sookie dar. Ich fand sie so schrecklich nervig in der Serie. Sei es, weil sie mal wieder nur wegen ihren Kräften heult, oder einen auf ach so Mutig tut, nur um dann doch nach ihrem Hausvampir zu Schrein. Vor ihren Launen musste man sich wirklich ducken. Im Buch ganz anders. Sie ist viel durchdachter, auch mal aufgewühlt, ja, aber immer in einem verständlichem Bereich. Auch heult sie nicht dauernd wegen ihrer Kräften herum. Gut, sie sieht es als Behinderung, erklärt aber gleichzeitig das es eben sehr Anstrengend ist es auszublenden.

Es war immer dasselbe. Man kann sich einfach nicht darauf konzentrieren, sich mit einem Mann zusammen wohl zu fühlen oder sogar romantische Gefühle für ihn zu entwickeln, wenn man gleichzeitig hört, wie er sich fragt, ob man sich wohl die Haare färbt und dass er eigentlich meinen Hintern nicht hübsch findet und spekuliert, wie mein Busen wohl aussehen mag.

Stellt euch mal vor wie viele Ohrfeigen ihr da verpassen müsste. ;)
Auch Jason macht im Buch eine weitaus bessere Figur. Er ist definitiv weniger Hirnlos und gut er hat seine Frauengeschichten am laufen, wie man es auch aus der Serie kennt, aber bei weiten diskreter.  
Interessant fand ich auch, das hier einmal etwas näher darüber philosophiert wurde, wie es zur Entstehung von Vampiren überhaupt gekommen war. 
Völlig ohne Punktabzug kommt Vorübergehend tot Leider dann doch nicht davon. Etwas störend fand ich das manche Handlungsstränge sich für meinen Geschmack einfach etwas zu lange gezogen habe. Auch die vielen Daily life Elemente hätte ich mir etwas spärlicher Gewünscht.


  Nimmt man das alles zusammen, und berücksichtigt noch das es insgesamt 13 Bände gibt, erscheint mir Vorübergehend tot wie ein sehr langer und ausgeprägter Prolog. Man lernt die Charakter und ihre Ansichten kennen, macht sich ein Bild von der Gegend und den Menschen, welche nun mit den Vampiren Leben müssen. Und das nicht jeder so begeistert davon ist, zeigt sich sehr deutlich.
Nach reiflichem überlegen vergebe ich 4 von 6 Krümeltörtchen und habe große Erwartungen an Band zwei.